Jonas Kaufmann 3.0

  • Ich glaube nicht, daß Liebe viel mit Emanzipation zu tun hat. Daran denkt man ihn so einem Fall ganz sicher erstmal nicht.

    Die Liebe selber (vielleicht) nicht - mein Leben nach ihr auszurichten statt nach den Vorstellungen anderer dann aber doch.

    "Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Gesprächspartner voraus." (H.G. Wells)

  • Die Liebe selber (vielleicht) nicht - mein Leben nach ihr auszurichten statt nach den Vorstellungen anderer dann aber doch.

    Im Fall von 'Arabella', wo es sich ja auch so verhält, wurde das immer vehement zurückgewiesen.

    "Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel."

  • Im Fall von 'Arabella', wo es sich ja auch so verhält, wurde das immer vehement zurückgewiesen.

    Kann man so direkt nicht vergleichen... 'Arabella' transportiert ein völlig anderes, schon damals nicht mehr zeitgemäßes Frauenbild von der Frau als ergebener Dienerin ihres Herrn und Gebieters. Das ist bei Verdi in keinster Weise Thema.

    "Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Gesprächspartner voraus." (H.G. Wells)

  • 'Arabella' transportiert ein völlig anderes, schon damals nicht mehr zeitgemäßes Frauenbild von der Frau als ergebener Dienerin ihres Herrn und Gebieters.

    Wenn ich mich recht erinnere, geht es bei 'Arabella' darum, dass diese sich nicht wie von den Eltern vorgesehen an einen reichen Herrn, der die Familienfinanzen sanieren soll, verheiraten lassen möchte, sondern dass sie darauf besteht, einen Gatten eigener Wahl heiraten zu können. Das scheint mir weder für die Zeit, in der Oper entstandt, geschweige denn für die Zeit, in der sie spielt, 'nicht mehr zeitgemäß'.

    "Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel."

  • Das scheint mir weder für die Zeit, in der Oper entstand, geschweige denn für die Zeit, in der sie spielt, 'nicht mehr zeitgemäß'.

    Das war absolut an der Tagesordung. Die Oper spielt in den 1860- iger Jahren, und da war das die übliche und normale Vorgehensweise. Auch in der Entstehungszeit der Oper gab es das durchaus noch.

    'Arabella' transportiert ein völlig anderes, schon damals nicht mehr zeitgemäßes Frauenbild von der Frau als ergebener Dienerin ihres Herrn und Gebieters.

    Wie kommen Sie denn um Himmelswillen auf die "ergebene Dienerin ihres Herrn und Gebieters"? Wegen dem "..und Du sollst mein Gebieter sein"? Ach je. Das ist nichts weiter als eine literarischen Überhöhung.

    Arabella ist eine starke Frau und Persönlichkeit (wie übrigens meistens die Frauen bei Hofmannsthal). Sie kämpft darum, den Mann ihrer eigenen Wahl heiraten zu können und spätestens im 3. Aufzug zeigt sie ihr Selbstbewußtsein.

  • Wenn ich mich recht erinnere, geht es bei 'Arabella' darum, dass diese sich nicht wie von den Eltern vorgesehen an einen reichen Herrn, der die Familienfinanzen sanieren soll, verheiraten lassen möchte, sondern dass sie darauf besteht, einen Gatten eigener Wahl heiraten zu können. Das scheint mir weder für die Zeit, in der Oper entstandt, geschweige denn für die Zeit, in der sie spielt, 'nicht mehr zeitgemäß'.

    Nun ja - der reiche alte Mann, den ihr Vater für Arabella vorgesehen hat, ist ja, wenn ich mich recht entsinne, gestorben. Statt seiner tritt zur Brautwerbung sein Neffe und Alleinerbe an, der folglich ebenso reich, wenn auch deutlich jünger ist. Der väterliche Widerstand dürfte sich also in Grenzen halten, so lange die Finanzen gesichert sind. Spannend wäre es geworden, wenn Mandryka, der sich ja in Arabellas Bild verliebt hatte, vom Onkel enterbt worden und mit seinem letzten Kleingeld angereist wäre...

    "Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Gesprächspartner voraus." (H.G. Wells)

  • Arabella ist eine starke Frau und Persönlichkeit (wie übrigens meistens die Frauen bei Hofmannsthal). Sie kämpft darum, den Mann ihrer eigenen Wahl heiraten zu können und spätestens im 3. Aufzug zeigt sie ihr Selbstbewußtsein.

    Allerdings! Insofern ist Arabella bzw. die gleichnamige Oper immer da "zeitgemäß" und "ortgemäß" in einer Gesellschaft in der diese freiheitliche Ausrichtung der Frau wieder zu verschwinden droht hinter neuen Formen der Unterdrückung und Diskriminierung.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • Liebe Klassik-Freunde,


    endlich darf ich Ihnen auch eine freudige Nachricht überbringen.


    Wir präsentieren die einmalige Sondervorstellung:


    JONAS KAUFMANN: MEIN WIEN


    Sonntag, 20.09.2020 um 17:00Uhr


    Opern-Superstar Jonas Kaufmann präsentiert mit „Mein Wien“ seine zutiefst persönliche Hommage an die weltberühmten Melodien aus dem Geburtsort des Walzers und der Operetten.

    In diesem Konzertmitschnitt aus dem weltberühmten Wiener Konzerthaus, live aufgezeichnet im Oktober 2019, präsentiert er ein populäres Programm Wiener Musik voller unvergleichlicher Gänsehautmomente. Ein einmaliges Ereignis auf der großen Kinoleinwand!

    Zusätzlich führt Jonas Kaufmann uns zu seinen Lieblingsorten in der Donaumetropole, die die Stadt für ihn so einzigartig machen.

    Jonas Kaufmann hatte schon immer eine besondere Beziehung zu Österreich und Wien. Seine Großmutter hatte eine Vorliebe für die leichten Klassiker und sang gerne die Evergreens von Johann Strauss, Franz Léhar und Robert Stolz – ein schöner Kontrast zur Leidenschaft seines Großvaters für Wagner. Als Kind verbrachte Jonas Kaufmann einen Großteil seiner Ferien auf dem Hof seiner Großeltern in Tirol. Seitdem empfindet er eine tiefe Verbindung zu Wiener Liedern und Operetten.

    „Diese Musik versetzte mich immer in gute Stimmung“, erinnert er sich. „Wenn ich als Schüler unangenehme Arbeiten zu erledigen hatte, wie putzen oder Staub saugen, musste ich nur Carlo Kleibers Die Fledermaus auflegen und hatte sofort ein Lächeln im Gesicht.“


    Die Gesamtspielzeit beträgt ca. 98 Minuten


    Tickets sind ab 02.07.2020 unter https://www.gloria-palast.de/gp/events/detail/jonas-kaufmann-mein-wien/2997 sowie direkt an unseren Kinokassen erhältlich.


    Ich freue mich Sie bald bei uns persönlich begrüßen zu dürfen!


    Beste Grüße aus dem Gloria Palast


    Christoph Köck


    Assistenz der Betriebsleitung


    Warenwirtschaft

    ______________________________________


    Gloria Palast GmbH & Co. KG

    Karlsplatz 5

    80335 München

    Tel: +49 (0)89 120 220 110

    Fax: +49 (0)89 120 220 129


    E-Mail: ckoeck@kinopolis.net


    Geschäftsführer: Dr. Gregory Theile, Wolfgang Theile


    HRA 84784 AG Darmstadt Persönlich haftende Gesellschafterin: Kinopolis Holding GmbH HRB 9510 AG Darmstadt

  • Ist das eine Partnerarbeit zweier Werbung- und Marketingstudenten im 1. Semester?
    Der erste setzt auf reißerische und emotionalisierende Schlagworte:


    Superstar

    zutiefst persönlich

    weltberühmt (2x)

    populär

    voller

    unvergleichlich

    Gänsehautmomente

    einmalig

    Lieblingsorte

    einzigartig

    besonders


    Dann der zweite: er traut eher dem ergreifenden soziokulturellen Narrativ, das die Generation der über 65 jährigen Hausfrauen anspricht:

    Jonas Kaufmanns musikalische Natur konnte nicht anders sein als sie ist, denn er trägt die großelterlichen musikalischen Gene in sich. Schon beim Staubsauben gab es die Fledermaus unter Kleiber und der junge Jonas -

    lächelte. :)


    <X Ist das wirklich ernstgemeint? Wer mir da am meisten leidtut, ist der Supersingundstaubsaugstar Jonas. Der ist nämlich ein ziemlich intelligenter Mensch. Wenn der das liest, lächelt der nicht mehr, sondern schämt sich, dass mit ihm so eine unfreiwillige Werbesatire gemacht wird. "Verdammte Bosheit!"

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    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • das die Generation der über 65 jährigen Hausfrauen anspricht

    Nicht alle :P

    Das lief ja schon im Fernsehen, ist also nichts Neues. Zunächst meint man ja, wenn man das liest, er präsentiert das höchstselbst. Was er aber nicht tut.

    Wenn der das liest, lächelt der nicht mehr, sondern schämt sich, dass mit ihm so eine unfreiwillige Werbesatire gemacht wird.

    Bei beidem bin ich mir eben leider nicht sicher....:/ Möglicherweise kennt er den Text. Ich denke mal, um das zu veröffentlichen, braucht man seine Einwilligung. Oder nicht?

  • Ich denke, das macht sein Management, bzw. Agent.

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  • ohne sein Wissen

    aber in vollstem Vertrauen wahrscheinlich. Ich gehe nicht davon aus, dass die Künstler ihre Werbetexte absegnen müssen. Damit wären sie zeitlich wahrscheinlich auch überfordert.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)