Wiener Staatsoper

  • Gefunden um Forum des Online-Merker:


    Ergänzen möchte ich, dass bereits der Vorgänger von Drese und Abbado, Lorin Maazel, großen Anfeindungen ausgesetzt war und das Handtuch warf. Einen Ausnahmedirigenten wie Maazel zu vertreiben, der die Staatsoper organisatorisch und künstlerisch weiterentwickeln wollte, war bereits ein großer Verlust. Dessen warnende Worte an den bereits designierten Drese:

    "Hüten Sie sich vor den Politikern, vor der Presse. Vertrauen Sie niemanden. Die Stadt ist tödlich. Nach wie vor grassiert der Antisemitismus(...)Man muss die Zähne zeigen, nur mit dem Rechtsanwalt kann man mit diesen Leuten verkehren. Sie wollen nicht einsehen, daß nur das Blocksystem Qualität garantiert: gleiche Besetzungen, ausreichende Proben. Das Repertoire ist total veraltet. Ich habe nichts als Schlamperei vorgefunden. Jetzt gibt es vier Fernschreiber, wir sind mit der Welt verbunden, um die besten Sänger nach Wien zu holen. Aber sie wollen immer nur die gleichen Namen. Auf dem Stehplatz herrschen Claquen, sie werfen Flugblätter, buhen die Sänger aus, die ihnen kein Geld geben. Die Presse ist bösartig, es geht ihr nur um Skandale, kein intellektuelles Niveau. Sie haben mir übel genommen, dass ich in der Scala oder in Paris dirigiere. Dabei weiß ich immer genau, was hier vorgeht, telephoniere stundenlang. Was ich mache, ist falsch. Lesen Sie in Wien keine Zeitungen, und lassen Sie sich nicht mit Politikern ein. Der Unterrichtsminister ist der schlimmste..." (Quelle: Claus Helmut Drese. Im Palast der Gefühle. München 1993)


    Es hat sich in 27 Jahren nichts geändert!

  • Geschichten aus der Gruft

    Eine Zombie-Inszenierung an der Staatsoper in Wien lässt die Männer nicht gut wegkommen. Dabei könnte es in der verstaubten Institution bald anders zugehen.

    von Reinhard J. Brembeck


    https://www.sueddeutsche.de/ku…1814439&sc_uid=gOLiLbIpvh


    https://onlinemerker.com/wiener-staatsoper-madama-butterfly/


    Aus meinem Bekanntenkreis verlautete, O-Ton, Asmik Grigorian als Butterfly sei das Ärgernis des Abends gewesen.....Sie sei im ital. Fach fehlbesetzt.

  • Wie auch immer.


    Das haut jedenfalls rein:


    IX.

    Angekündigte Sensationen finden nicht statt. Das galt auch für diesen Abend, an dem Asmik Grigorian als Cio-cio-san an der Staatsoper debutierte. Grigorian sang den ganzen Abend hindurch kaum verständlich. Kein legato. Kein chiaroscuro. Die Litauerin stieß bereits im ersten Akt an ihre stimmlichen Grenzen, ließ im zweiten einige schrille und viele ungenügend fokussierte Töne hören. Operierte durchwegs ohne Einsatz der unteren, Volumen verleihenden Stimmfamilie. »Un bel dì, vedremo« glänzte durch Nichtgestaltung und, in der Höhe, starke Vibrationen. Anzeichen einer vor der Zeit verbrauchten Stimme.

    Puccini schrieb die Partie der Cio-cio-san für einen Spinto-Sopran, nicht für einen lyrischen. Es geht nicht darum, die Lebenden mit den Toten zu erschlagen: mit einer Scotto, einer Tebaldi oder einer Ponselle. Grigorian vermag auch mit der stimmlichen Leistung z.B. einer Kristīne Opolais nicht mitzuhalten, Marketing-Maschinerie und »Ausnahmekünstlerin« hin oder her.

    X.

    Dieser Abend: eine Enttäuschung.

    (Man ist dazu da, die Wahrheit zu reden.)


    http://www.dermerker.com/index…011-11EA-BA1D005056A64872

  • DiesenHerrn P. sollte man aus der Liste streichen.

    Ich habe noch NIE eine auch nur annähernd positive Rezension - von was auch immer - von dem gelesen. Nur Gemäkel und Besserwisserei. Es ist nicht nötig, dessen Elaborate auch noch zu verbreiten. Er kennt sich zwar im Metier aus, muss jedoch eine sehr negative Erfahrung (vielleicht mit eigenen "Leistungen) gehabt haben, dass Kritiksucht sein Wesen zu sein scheint.


    Dass er Opolais positiv erwähnt, ist eine besondere Infamie, da an deren angeblich "schrillen Höhen" sonst herumgekrittelt wird. Man sieht also, er hat bloß NEID....


    Es gibt nämlich auch sehr sehr davon abweichende, differenzierte Berichte von derselben Butterfly (auch im onlinemerker), die zu posten sich lohnt:

    https://onlinemerker.com/wien-staatsoper-giacomo-puccinis-madama-butterfly/

  • Nur Gemäkel und Besserwisserei. Es ist nicht nötig, dessen Elaborate auch noch zu verbreiten. Er kennt sich zwar im Metier aus, muss jedoch eine sehr negative Erfahrung (vielleicht mit eigenen "Leistungen) gehabt haben, dass Kritiksucht sein Wesen zu sein scheint.

    Liebe elsa,

    "Kritiksucht" gehört nun mal zum Beruf des Kritikers! Was denn sonst! Und ich finde es nicht sehr hilfreich, wenn ein Kritiker immer nur lobhudelt, und sich nicht an irgendwelche Senkrechtstarter herantraut. Was soll das? Ich will genau die Meinung des Kritikers lesen, und nicht meine eigene (in dem Fall Sie die Ihrige) bestätigt haben. Denn die kenne ich ja selber. Was ich dann davon halte, ist eine andere Sache.

    Im übrigen hatte ich bereits geschrieben, daß ich aus privatem Kreis so ziemlich punktgenau dasselbe gehört habe.

    Der gute Mann hat also kein Alleinstellungsmerkmal.

    Und jemanden "von der Liste zu streichen" zeugt nicht gerade von Neutralität. Ich kann ncht etwas beurteilen, was ich nicht zur Kenntnis nehme.

  • "Kritiksucht" gehört nun mal zum Beruf des Kritikers! Was denn sonst!

    Eben ganz und gar nicht!

    Der Beruf des Kritikers" (besser die englische Form "reviewer") ist der eines kenntnisreichen Bericherstatters und mitnichten der eines Henkers. Kritische Anmerkungen sollten immer im Rahmen dessen bleiben, was der Schreiber dem "Verurteilen" in aller Öffentlichkeit auch direkt ins Gesicht sagen würde. Lobhudelei brauchts überhaupt nicht, ebenso wie Vergleiche mit längst dahingeschiedenen Interpreten.

    Dem Bericht aus Ihrem Bekanntenkreis stehen entgegengesetzte Meinungen anderer gegenüber. (Ich erinnere an den Münchner Otello, den die einen herausragend, andere grauenerregend fanden....)

    Jedenfalls war meine Kusine (Musiklehrerin, also nicht ganz unbeleckt), die "modernen" Interpretationen oft sehr kritisch gegenüber steht, vollkommen hingerissen von der Interpretation der Titelfigur.

    So unterschiedlich kanns herauskommen.....

  • Liebe elsa,


    bitte fangen wir nicht wieder davon an, was SIE unter Kritik verstehen. Das hat sooo einen Bart.

    Der Rezensent hat ja durchaus unterschieden und nicht alle gleichermaßen in die Pfanne gehauen. Das mit dem "Henker" und dem "Verurteilten" ist also ein veritabler Schmarrn. Was habe ich davon, wenn ich von allen Kritikern nur dasselbe lese? Und selbstverständlich liegt es in der Natur der Sache, daß den einen etwas gefällt, was den anderen mißfällt. Ich habe ganz bewußt diese Kritik dagegengesetzt, um einen anderen Aspekt reinzubringen. Wirklich beurteilen kann ich es nur, wenn ich selber drin war. Und das war ich nicht. Sie aber offensichtlich schon, sonst würden Sie nicht so reagieren.

    BTW: warum sollte der Kritiker Frau Grigorian das nicht ins Gesicht sagen? Und was es braucht oder nicht, überlassen Sie doch bitte dem Leser!

  • Liebe elsa,

    "Kritiksucht" gehört nun mal zum Beruf des Kritikers! Was denn sonst! Und ich finde es nicht sehr hilfreich, wenn ein Kritiker immer nur lobhudelt, und sich nicht an irgendwelche Senkrechtstarter herantraut.

    "Hindemith, Strawinsky und Varese Sind zwar gut,

    Doch ich bin bese."

  • Lassen Sie diese Schulmesterei, die hat sooooo enen Bart.

    Es gibt nun mal Leute, die sich "Krtiker" nennen, Wirklichkeit aber ihre Persönlichkeitsdefizite auf Kosten anderer abarbeiten. Sie kennen bestimmt welche, ich brauche sie nicht zu nennen.


    Herr P. fällt mir schon seit Jahren unangenehm auf, weil er so schreibt wie er schreibt. Er urteilt ab, anstatt zu berichten. Unter den Merker-Schreibern gibt es eine Reihe gescheiter Leute, die durchaus pointiert ihre Meinung schreiben, nie aber so abqualifizieren wie Herr P. Es geht also auch anders.


    Ob er der Sopranistin seine Meinung IN ALLER ÖFFENTLICHKEIT (denn auch die Kritik wird ver"öffentlicht") so sagen würde, käme auf den Versuch an. Ich kann es mir nicht vorstellen.

  • Viele Kritiken kranken doch heute daran, dass kaum noch eine "kritische" Auseinandersetzung mit Einzelleistungen zu lesen ist, sondern häufig nur pauschale Lobhudeleien der jeweils gehypten Sängerinnen und Sänger, der für ein Dirigat oder eine Regie Verantwortlichen. Es geht doch gar nicht darum, ob mir eine Interpretation oder eine gesanglicher Vortrag gefällt oder nicht (unter ästhetischen Gesichtspunkten), sondern ob bei der gesanglichen Umsetzung einer Partie die für die jeweilige Rolle wichtigen Voraussetzungen erfüllt sind, oder warum nicht. Das kann ja zumindest für mich damit beginnen, ob die eine Roller zugeschriebenen bestimmten Stimmfach zugeordnet werden kann und wie eine Partie gesanglich "gemeistert" wird. Und in dieser Hinsicht wird an an bestimmten Häusern, wie auch der WSTO, andere Maßstäbe angesetzt werden können, als bei Häusern der immer noch guten regionalen Liga.

    Was Frau Grigorian betrifft bin ich bei der Kritik des Merkers. Ich habe Frau Grigorian das erste mal als Tatjana in der Inszenierung von B. Kosky an der Komischen Oper in Berlin gesehen und gehört. Sie hatte mich damals überzeugt, weil sie das Konzept der Regie so treffend umsetzen konnte, als Jugendliche, die isoliert in der ländlichen Gesellschaft und viellicht auch als Außenseiterin in der Familie in einer eigenen Welt zu leben und das Leben zu erleben scheint. Dabei fand ich gerade die schauspielerische Leistung besser als die gesangliche (die nicht schlecht war!), aber ich fand die Stimme für eine Tatjana zu spröde und von der Klangfarbe zu wenig warm oder sinnlich. Für das damalige Regiekonzept war das gut vereinbar, wie auch für die Interpretation der Salome in Salzburg, die sie ja richtig bekannt machte. Aber ein Spinto- Sopran ist sie einfach nicht und gerade in diesem Punkt ist die Rolle der Cio Cio San ja nun wirklich tückisch, insbesondere wenn ich an den 3. Akt denke. Da fehlt nicht viel bis zur Tosca. Ich fand Asmik Grigorian übrigens auch in der Partie der Chrysothemes stimmlich problematisch, es war nicht zu überhören, dass sie an der stimmlichen Grenze gesungen hat. Für mich was das ein Paradebeispiel, wie man Sängerinnen zu verheizen beginnt, weil sie viellicht äußerlich einem Rollentyp entsprechen, der den Regisseuren gefällt und dem Regiekonzept entgegen kommt, es aber keine Rolle spielt, ob eine Stimme dabei überfordert wird. Und ich finde es auch richtig und wichtig, dass eine solche kritischen Auseinandersetzung von Kritikern erfolgt, als Gegengewicht zu einer allzu oberflächlichen und unkritischen Besetzung von Rollen.

  • Also, wenn ein Kritiker seine Bewertung ein einer Zeitschrift "Der Merker" veröffentlicht gehe ich auch davon aus, dass er den Ansprüchen eines Merkers auch gerecht werden will und auch soll. Ansonsten kann ich ja frühzeitig darüber weglesen.

  • Ich will die MEINUNG des Kritikers lesen, und nicht eine Beschreibung der Aufführung oder einen Bericht darüber.

    Die Meinung interessiertmich überhaupt nicht, die mag er in einem Kommentar oder besser beim Bier danach preisgeben.

    Mich interessiert ein Analyse der Aufführung!