Hallo Augustin Moser

  • Monaco, ich verstehe Ihr Beispiel nicht ganz.


    Man stelle sich vor, WW hätte ihre Haltung zu Hitler gehabt, bis zu Ihrem Tod 1980, bzw. bis zu Ihrem Interview 1976, aber sie hätte sie öffentlich (!) bestritten, man wüsste aber, dass sie diese Haltung gehabt hätte? Das hätte ihr Leben einfacher gemacht und zu weniger Schwierigkeiten für Sie und Ihre Familie geführt. In jedem Fall wäre es klüger und opportuner gewesen. Aber wäre es respektabler gewesen, als wenn sie zu ihrer Haltung, wie sie es auch getan hat, öffentlich gestanden hätte? Darüber geht die Auseinandersetzung.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • Vielleicht können sich die Diskutierenden langsam einig werden, dass WW politische Ansichten pflegte, die allgemein abgelehnt oder nicht geteilt wurden, und dass sie in ihrer Haltung dazu unbelehrbar war. Und als Kompromiss könnte man sich doch darauf einigen, dass diese über Jahre hinweg offen gezeigte Haltung doch beachtlich ist. Langsam sollten Sie einen Ausweg aus Ihrer Argumetationsfalle finden, es wirkt jetzt nur noch wie selbstgefällige Rechthabereien zu einem unerfreulichen Thema!

  • Danke, parlando, für Ihren Vorschlag zur Güte!

    Vielleicht können sich die Diskutierenden langsam einig werden, dass WW politische Ansichten pflegte, die allgemein abgelehnt oder nicht geteilt wurden, und dass sie in ihrer Haltung dazu unbelehrbar war.

    Diese Einigkeit wurde von mir nicht infrage gestellt.

    Und als Kompromiss könnte man sich doch darauf einigen, dass diese über Jahre hinweg offen gezeigte Haltung doch beachtlich ist.

    Für mich wäre das kein Kompromiss, sondern das, was ich bisher auch vertreten habe. Insofern können wir, was mich betrifft, das Ganze gerne abschließen, zumal auch keine neuen Argumente dazuzukommen scheinen.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • Beachtlich??? - Grundgütiger...

    Auch das nicht, werte Asteria?
    Gut, dann haben wir eben einen Dissens in dieser Frage. Damit kann man leben, oder?
    Ich erinnere nur noch einmal daran, über wen wir hier sprechen. Wir sprechen nicht von Hitler oder Stalin, wir sprechen aber auch nicht von einem Gegner des oder Kämpfer gegen das Gewaltregime der Nazis, sondern von einer sehr widersprüchlichen Frau, über die die Historikerin Brigitte Hamann über den Tag ihrer Beerdigung etwas schrieb, das einer Verherrlichung wie einer ausschließlichen Verteufelung von WW entgegensteht.


    "Viele Menschen nahmen dort von ihr Abschied, darunter so mancher, der das Bedürfnis hatte, ihr zu danken für tatkräftige und oft lebensrettende Hilfe in der Nazizeit. [...]

    Sie war weder eine Heldin noch einen Verbrecherin, sondern gehörte zur großen Masse der Gutgläubigen, Verblendeten, die dem großen Verführer Hitler erlagen. Dass sie als junge Frau in dem glühenden Wagnerianer den "Retter Deutschlands" wie den "Retter Bayreuths" sah, stand im Einklang mit dem Geist des Hauses Wahnfried. Von ihrem 26. Lebensjahr an war sie stolz auf die Freundschaft dieses Mannes und erlebte an seiner Seite in den dreißiger Jahren die glänzenden Höhepunkte ihres Lebens. Dass sie auch nach 1945 dem toten Freund "Wolf", dessen Verbrechen die ganze Welt offensichtlich waren, verbunden blieb, beurteilte der nach Bayreuth heimgekehrte Emigrant Karl Würzburger milde als eine "strafwürdige Dummheit". Auch die Nibelungentreue gehörte zu jenen vielbeschworenen Haupttugenden, die Winifred im Hauses des "Meisters" Richard Wagner gelernt hatte."

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • Vielleicht können sich die Diskutierenden langsam einig werden, dass WW politische Ansichten pflegte, die allgemein abgelehnt oder nicht geteilt wurden, und dass sie in ihrer Haltung dazu unbelehrbar war.

    Zur Erinnerung, das habe ich schon am 1. Mai geschrieben:

    Es ist doch allgemeiner Konsens, daß Winifred Wagner eine unbelehbare, glühende Nationalsozialistin war.

    Die Frage, an der sich die Diskussion entzündete, war doch der Artikel des Herrn Brembeck, was das mit der Krankheit von Katharina Wagner zu tun hat. Nämlich nichts.

    Und daß die politische Einstellung von Winifred Wagner abgelehnt und nicht geteilt wird, verstand sich ja wohl von selbst und es hat auch niemand etwas anderes behauptet.


    Wir hätten uns also alles übrige sparen können....

  • Man kann nicht unterscheiden zwischen einer äusseren Haltung und ihrem Ursprung.

    Der Fall, für den Hagen keinen Respekt hat, zeigt auch, dass das nicht stimmen kann: Der nach außen hin Geläuterte, der heimlich NPD wählt, in der Öffentlichkeit aber überzeugter Demokrat ist, belegt einen ganz erheblichen Unterschied zwischen äußerer Haltung und ihrem Ursprung.


    Natürlich war bei WW die innere Haltung Voraussetzung für ihr Auftreten in der Öffentlichkeit. Aber es bleiben doch zwei verschiedene Umstände.