Albert Lortzing (1801 - 1851)

  • In einem anderen Thread wurde näher auf Albert Lortzing eingegangen. Hier soll es um alles gehen, was mit Albert Lortzing und seinem Schaffen zu tun hat.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • Es gibt hier im Forum einen Verehrer und Kenner Albert Lortzings. Im alten Forum hat er sich auch zu Lortzing verschiedentlich höchst kompetent geäußert. Er hat sich hier leider aber schon lange nicht mehr zu Wort gemeldet. Damals ging es auch um die Oper "Regina" von Lortzing (wir haben sie gemeinsam am 30.1.2011 gehört, er wohl live und ich im Radio; ein Werk, das mich - das schrieb ich ihm damals - sehr stark an Zolas eindrucksvollen Roman "Germinal" von 1885 erinnerte). Das ist inzwischen zehn Jahre her. Der genannte Forist hat damals mein Interesse an Lortzing geweckt, den ich bis dahin sträflicherweise für einen seichten und "leichten" Komponisten hielt, aus Unkenntnis und Vorurteil. Dem Foristen verdanke ich, dass ich von beidem etwas hinter mir lassen konnte.

    Wenn ich nun unten (in der Gewissheit, dass er es mir nicht verübeln wird), als Kostprobe und als Anregung nur ein paar seiner Worte zu Lortzing zitiere, sei damit auch an ihn, dessen andere eine Leidenschaft Puccini gilt, sehr gerne erinnert. Vielleicht meldet er sich ja mal wieder mit einem Beitrag; er, von dem fast jeder Beitrag im Forum eine große Bereicherung bereithielt; und er, mit dem man ganz hervorragend diskutieren und ernsthaft und voller gegenseitigem Respekt um Wahrheit ringen konnte. Ein Schöngeist und ein feiner Mensch!


    "[...] eines steht fest: Seine Begabung war enorm. Als Autodidakt ohne eine nennenswerte musikalische Ausbildung, als einer, der seine Kräfte stets bis zum Äußersten beanspruchen musste, immer am Rande bitterer Armut, argwöhnisch beäugt von der Zensur, ist das Werk, das er seinem Schicksal abgerungen hat, mehr als bewundernswert. Und nicht zu vergessen: Lortzing hätte nicht im Traum daran gedacht, für die Nachwelt zu schreiben. Ein Rossini müsste man sein, hat er einmal gesagt. Aber es ist noch etwas anderes: Neben seinem Witz, seiner Gauklerei hört man in seiner Musik eine (mich bezaubernde) Melancholie. Man denke nur an die Häufigkeit der Molltonarten in seiner Musik."

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



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