NP "Rosenkavalier" / Jurowski, Kosky, Petersen, Hankey, Konradi, Fischesser

  • Ein bißchen geht es im SZ-Artikel durcheinander. In einer Bildunterschrift heißt es:

    "Katharina Konradi (ganz rechts), die zuletzt die Sophie in München gesungen hatte, ist dieser nun entwachsen und schlüpft in die Rolle der Marschallin, der großen, reifen und erwachsenen Frau in der Besetzung."


    Später im Text liest man:

    "Marlis Petersen, die zuletzt die Sophie in München gesungen hatte, ist dieser nun entwachsen und schlüpft in die Rolle der Marschallin, der großen, reifen und erwachsenen Frau in der Besetzung."


    Ich für meinen Teil glaube eher dem Text ...

  • Oh, danke lieber Augustin Moser! Auf die Bildunterschrift habe ich gar nicht geachtet. Der Text stimmt natürlich. Marlis Petersen ist die Marschallin und Katharina Konradi die Sophie. Letztere habe ich übrigens erst kürzlich in einem Konzert der Mozartwoche gehört. Sie hat mir da ausgezeichnet gefallen.


    Und hier nochmal der Hinweis:

    Live-Übertragung sowohl im Stream als auch auf ARTE am Sonntag, den 21. März um 15 h 30.

  • Rising Stars 2: Katharina Konradi – Sopranglanz aus östlicher Ferne

    Als 2019 der neue Bayreuther Tannhäuser übertragen wurde, kam anstelle des Hirtenjungen eine bezaubernde junge Frau mit dem Fahrrad auf die Szene und ließ das Publikum aufhorchen: Eine so schöne, klare Sopranstimme hatte man an dieser Stelle der Oper noch gar nicht erwartet. Auch ich wurde bei dieser Gelegenheit auf die 1988 geborene Künstlerin aufmerksam, die als 15-jährige aus dem fernen Kirgisistan nach Hamburg gekommen war. Wenn man sie völlig akzent- und fehlerfrei sprechen hört, möchte man kaum glauben, dass sie als russische Muttersprachlerin erst einmal Deutsch lernen musste. Nach ihrem Abitur studierte sie in Berlin und München Gesang, schloss dies 2016 mit dem Master ab und gewann im gleichen Jahr den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs. Schon seit 2015 war sie Ensemblemitglied am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und wechselte dann ab 2018 an die Hamburgische Staatsoper.

    Lorenz Kerscher berichtet über die Rising Stars der Klassik

    http://klassik-begeistert.de/r…anz-aus-oestlicher-ferne/

  • Leider nur SZPlus:


    Tränen im Lächeln

    Nach fast 50 Jahren Laufzeit ersetzt an der Staatsoper Barrie Koskys "Rosenkavalier"-Inszenierung die alte von Otto Schenk


    Das Interview führt Egbert Tholl


    "Er galt vielen als Wunschkandidat in der Nachfolge von Nikolaus Bachler als Intendant der Bayerischen Staatsoper. Doch Barrie Kosky ist nicht nur seit Sommer 2012 und noch bis Sommer 2022 der sehr erfolgreiche Intendant der Komischen Oper in Berlin, er ist auch ein gefragter Regisseur. Und zehn Jahre Doppelbelastung sind ihm genug. So wird man ihn auch in den kommenden Jahren in München als Regisseur erleben - mit Vladimir Jurowski, dem designierten Generalmusikdirektor, verbindet ihn eine wiederholte Zusammenarbeit. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Neuinszenierung von Richard Strauss' "Rosenkavalier", die die legendäre von Otto Schenk im Bühnenbild von Jürgen Rose ablösen wird. Deren Premiere am 20. April 1972 dirigierte Carlos Kleiber, es folgten 194 Aufführungen. Die Premiere der Neuinszenierung ist am Sonntag, 21. März, von 15 h 30 an kostenlos im Stream und auf ARTE zu sehen.


    SZ: Herr Kosky, Sie wissen schon, dass, egal wie brillant Ihre Inszenierung sein wird, Sie sich in München damit Ärger einhandeln werden.

    Barrie Kosky: Ja, aber dazu muß ich etwas sagen. Meine neue Inszenierung ist kein Statement gegen die von Otto Schenk, denn so funktioniert Theater nicht. Theater funktioniert über eine Kombination aus Tradition und Neuerung. Wir machen hier Musiktheater und kein Museum. Ich weiß, viele Zuschauer haben eine persönliche, emotionale Verbindung mit der alten Inszenierung durch Besetzungen, Dirigenten, sie haben ihren Mann oder ihre Frau dort kennengelernt, vielleicht kamen ihre Kinder nach einem Besuch der Aufführung zur Welt. Aber: Ich arbeite seit 2003 an der komischen Oper und habe dort den gleichen Druck hinsichtlich der Inszenierungen von Walter Felsenstein und Harry Kupfer erlebt.....usw."


    https://www.sueddeutsche.de/mu…ln-1.5239667?reduced=true

  • Die fünf besten Momente im "Rosenkavalier". Vom Glück und Leid der Liebe

    Was der österreichische Dichter Hugo von Hofmannsthal dem bajuwarischen Komponisten Richard Strauss zur Vertonung übergeben hat, gehört zu den klügsten und feinsinnigsten Libretti überhaupt – inhaltlich und sprachlich. An verschiedenen Stellen der Oper greift der Klangzauberer aus Garmisch in seine Lieblingsschublade: Sie trägt das Etikett "Tränendrüse" – auf die hat er es beim Publikum abgesehen. Innerhalb der gut dreistündigen Oper mindestens fünf Mal – voila:

    http://www.br-klassik.de/theme…soper-highlights-100.html

  • Das eigentliche Problem des neuen Rosankavaliers ist, dass diese Schenk-Inszenierung (vor allem) in den 70er und 80ern zahlreiche musikalische Sternstunden erlebt hat (s.Video oben) - deswegen ist er legendär und deswegen wird man ihm nachtrauern. Das wird aber nur der verstehen, der es erlebt hat. Kosky, der vielleicht eine gute Inszeneirung gemacht hat, hat diesen Aspekt nicht verstanden, wie das Interview und die Matinee zeigt. Und dass Jurowski einen neuen Ansatz sucht, ist angesichst dessen sicher das einzig richtige.

  • Das eigentliche Problem des neuen Rosankavaliers ist, dass diese Schenk-Inszenierung (vor allem) in den 70er und 80ern zahlreiche musikalische Sternstunden erlebt hat (s.Video oben) - deswegen ist er legendär und deswegen wird man ihm nachtrauern. Das wird aber nur der verstehen, der es erlebt hat. Kosky, der vielleicht eine gute Inszeneirung gemacht hat, hat diesen Aspekt nicht verstanden, wie das Interview und die Matinee zeigt.

    Doch, es gibt Indizien, dass er es verstanden hat. Sieht man mE allein schon hier:


    SZ: Herr Kosky, Sie wissen schon, dass, egal wie brillant Ihre Inszenierung sein wird, Sie sich in München damit Ärger einhandeln werden.

    Barrie Kosky: Ja, aber dazu muß ich etwas sagen. Meine neue Inszenierung ist kein Statement gegen die von Otto Schenk, denn so funktioniert Theater nicht. Theater funktioniert über eine Kombination aus Tradition und Neuerung. Wir machen hier Musiktheater und kein Museum. Ich weiß, viele Zuschauer haben eine persönliche, emotionale Verbindung mit der alten Inszenierung durch Besetzungen, Dirigenten, sie haben ihren Mann oder ihre Frau dort kennengelernt, vielleicht kamen ihre Kinder nach einem Besuch der Aufführung zur Welt. Aber: Ich arbeite seit 2003 an der komischen Oper und habe dort den gleichen Druck hinsichtlich der Inszenierungen von Walter Felsenstein und Harry Kupfer erlebt.....usw."

    Dass Sie meinen, er habe es nicht verstanden, ist eine andere Sache.

  • Doch, es gibt Indizien, dass er es verstanden hat. Sieht man mE allein schon hier:

    lesen Sie einfach mal den Satz zu Ende, da sagte Kosky nämlich was er damit meint. Von der musikalischen Qualität der Aufführungen ist da nichts zu lesen. Ohnehin ist eine "persönliche, emotionale Verbindung" etwas völlig anderes, als das wovon ich schrieb. Wie so oft im Leben: richtig lesen hilft.

  • Version für Hagen


    Liebe(r) Delphi, darf ich Sie ganz freundlich darum ersuchen, den Satz bis zum Ende zu lesen. Da sagt der Herr Barry Kosky nämlich noch etwas mehr, nämlich, dass was er damit meint. Geschätze(r) Delphi, bitte machen Sie das doch. Seien Sie bitte so lieb. Der Herr Barry Kosky sagt dort nämlich gar nichts von der musikalischen Qualität der Aufführungen. Verehrte(r) Delphi, bedenken Sie bitte, dass eine "persönliche, emotionale Verbindung" ohnehin etwas völlig anderes ist, als das wovon ich in aller Bescheidenheit schrieb. Hochverehrte(r) Delphi, Ich glaube, es ist immer, gut wenn man (frau) Texte sorgfältig liest.Bussi.

  • Ich denke, dass man im konkreten Fall an B. Kosky mit der Bitte herangetreten ist, doch eine neue Inszenierung des Rosenkavalier zu machen, und keine Rekonstruktion oder Anpassung der alten Inszenierung. Und nichts anderes macht er ja. Man sollte ihm daher keine "Sündenbock" - Rolle zuschreiben oder das Ergebnis bereits im Vorfeld als gescheitert bewerten. Und das sich Dinge und Sichtweisen im Laufe des Lebens und der zunehmenden Lebenserfahrung verändern ist auch Gegenstand dieser besonderen Oper. ich bin einfach nur noch neugierig, auch auf die veränderte Orchesterbesetzung.