streams

  • Hallo??? WER genau sprach denn hier von "Filter"??? Wenn Sie das als Angriff empfinden, dann waren Sie aber damit vor mir zugange!!!

    Und daß das mit dem Thema nichts zu tun hat, haben Sie offensichtlich nicht erkannt.

  • Auf den Tag genau waren es gestern 3 Jahre her, daß die Aufführung des "Don Carlo" aus der Wiener Staatsoper vom 21. Juni 2017 gestreamt wurde.

    Bestens besetzt mit den Hauptprotagonisten Ramon Vargas, Krassimira Stoyanova, Plácido Domingo, Ferrucio Furlanetto, Elena Zhidkova, Alexandru Moisiuc.

    Die Inszenierung lag in den Händen von Daniele Abbbado. Leider ist ihm zu dem Werk rein gar nichts eingefallen. Die Bühne ist fast immer dunkel, nichts drauf, außer als so ziemlich einziges Requisit ein Prachtsstuhl, auf dem König Philipp II. seine Arie singt. Und die Handlung wurde (wie an den Kostümen von König Philipp und den Soldaten zu erkennen war) zeitversetzt in etwa das Jahr 1800. Das macht ja nun überhaupt keinen Sinn, da die Protagonisten allesamt historische Personen sind. Und die geschichtlichen Verhältnisse völlig andere waren als zur Zeit Napoleons. Was für einen Mehrwert soll das haben?

    Noch schlimmer war es um die Kostümbildnerin bestellt. Philipp kommt als ein Napoleon-Verschnitt daher. Posa bekam eine häßliche Tunika verpaßt, am Schlimmsten aber wurde Krassimira Stoyanova mitgespielt. Die Königin von Spanien verfügt nur über zwei unvorteilhafte und noch dazu miserabel sitzende Kleider, wovon eines auch als Nachthemd dient. Dazu eine langweilige, älter machende Frisur. Stoyanova wirkt ohnehin immer ein bißchen ältlich, in diesem outfit sah sie tatsächlich aus wie "la madre" von Don Carlo. Am besten kam noch Prinzessin Eboli weg mit einem roten, einigermaßen eleganten Kleid. Über diese Inszenierung kann man nur sagen, Schwamm drüber, und sich an die musikalische Seite halten. Und die war hervorragend. Ramon Vargas ist darstellerisch kein großes Licht, gesungen hat er aber untadelig, ebenso wie Krassimira Stoyanova. Den meisten Applaus erhielt - wen wundert's - Plácido Domingo als Posa. Von all seinen Bariton-Rollen ist das eine, die sehr gut zu seiner Stimme paßt, da sie ziemlich hoch liegt. Dementsprechend hat er sich naturgemäß am wohlsten in der Höhe gefühlt. Ferrucio Furlanetto hat mich überrascht, da er nicht nur stimmlich sehr gut war, sondern in seine Stimme auch noch viel Ausdruck legte, die Bitterkeit, die Enttäuschung und den Lebensüberdruß. Ausgezeichnet hat mir, ebenso wie dem Publikum, Elena Zhidkova als Eboli gefallen. Sehr schöner, etwas hell timbrierter Mezzo, durchschlagkräftig und sicher im Vortrag, auch darstellerisch überzeugend. Erinnerte an Elina Garanca.

    Der hervorragende Baß des Mönchs (Ryan Speedo Green) hätte dem Großinquisitor angestanden, denn diesem (Alexandru Moisiuc) fehlte es etwas an Tiefe. Dirigiert hat Myun-Whun Chung, der weder positiv noch negativ besonders auffiel.

    Alles in allem eine sehr gute Repertoire-Aufführung, wenn man nicht bei der Inszenierung schmerzlich unseren wunderbaren Münchner "Don Carlo" von Jürgen Rose vermißt hätte. Den wir im Mai gehabt hätten, wenn er uns nicht coronabedingt durch die Lappen gegangen wäre.

  • Nachdem das 13. Montagskonzert der Bayerischen Staatsoper noch eine Weile "on demand" ist, entschied ich mich gestern Abend für den aus Wien gestreamten "Rigoletto" in einer Aufführung vom Januar 2016. Mit Carlos Alvarez, Olga Peretyatko, Juan Diego Flórez, Nadia Krasteva und Ain Anger. Dirigent Evelino Pidò, Inszenierung Pierre Audi.

    Und das war auch gut so. Auch diese Aufführung reihte sich qualitätsmäßig nahtlos in die coronabedingten Streams der Wiener Staatsoper ein, die ich bereits gesehen habe. Das war Nr. 6. Eine Aufführung davon war Live, der LA von Flórez.

    Die Premiere dieser Produktion im Dezember 2014, die imTV übertragen wurde, stand unter einem unglücklichen Stern. Nicht nur Corona kann Übles anrichten. Der Hauptdarsteller Simon Keenlyside hatte schon länger gegen einen Virus gekämpft, der ihm dann in der Premiere zum Verhängnis wurde. Er mußte mitten im Duett mit Gilda die Bühne verlassen, kam zwar nochmal zurück, aber es ging nicht mehr. Das Ensemble-Mitglied Paolo Rumetz hat die Vorstellung gerettet. Im TV hat man mit der GP weitergemacht, auch die hatte bereits Rumetz gesungen, da wollte man Keenlyside schonen, der schon angeschlagen war.

    Die Inszenierung von Piere Audi war um Längen besser als der Münchner "Parsifal", allerdings wurde ich mit den Bühnenbildern nicht recht glücklich. Warum der Palast des Herzogs von Mantua so runtergekommen ist, ebenso das Haus des Rigoletto (als Hofnarr ist er schließlich ein geachtetetes Mitglied der Hofgesellschaft) hat sich mir nicht erschlossen. Das Haus, das man in Mantua als das des Rigoletto ausweist, sieht deutlich besser aus....;-))) Aber die Kostüme waren authentisch, passend sowohl für den Renaissancefürsten Franz I. von Frankreich (der ja gemeint war, bevor die Zensur zugeschlagen hat), als auch für einen Herzog von Mantua. Der Plot beruht auf "Le roi s'amuse" von Victor Hugo.

    In der Premieren TV-Übertragung hat mir persönlich Simon Keenlyside darstellerisch nicht so gefallen. Da waren mir zu viel übertrieben-psychopathische Züge im Spiel, im doppelten Sinn. Während Carlos Alvarez sowohl in der Darstellung als auch stimmlich erste Sahne war. Seine Bewegungen (man glaubte den Buckligen, ohne daß man ihm einen solchen verpaßt hätte), seine Haltung als auch seine Mimik, dazu der volle, durchschllagkräftige Bariton boten eine Leistung, die einen packte. Das verzweifelte "Cortigiani" ging unter die Haut. Großartig. Das fand auch das Publikum, er konnte sich über jubelnden Applaus freuen.

    Olga Peretyatko war sowohl stimmlich als auch aussehenmäßig eine wahre Freude. Eine liebenswerte Gilda mit federleichten Koloraturen in "Caro mio".

    Juan Diego Flórez war ein Bilderbuch-Herzog, vom Äußeren als auch stimmlich. Mühelos schaffte er die hohen Töne, ein ganz und gar verführerischer Herzog. Ein fast akrobatisches Kabinettstückchen gelang ihm im 2. Durchlauf der Stretta, in der er 2 oder 3 Töne eine Terz höher sang als man es kennt. So viel ich weiß, singt Flórez den Herzog ja derzeit nicht. Daß ihn die Partie irgendwie anstrengt, war nicht zu erkennen, aber möglicherweise empfindet er selbst das anders.

    Nadia Krastevas Maddalena hatte viel brustige Tiefe. Sie fügte sich bestens in das Quartett ein, für mich das schönste Quartett der Opernliteratur.

    Ain Anger war mir von München vor allem als toller Hunding in Erinnerung, er machte in der Kriegenburg-Inszenierung aus der Rolle mehr als drinsteckt. Genauso war es hier. Mit seinem prächtigen Baß erregte sein Sparafucile mehr Aufmerksamkeit als gewöhnlich.

    Zu guter Letzt der Dirigent Evelino Pidò, der mir zunächst mal nichts sagte. Sein Dirigat war ein wenig holzschnittartig, man könnte sagen, etwas zu sehr "molto pauschale" ;-)

    Großer Applaus für sämtliche Beteiligten.

    Endlich mal wieder ein gelungener "Rigoletto"! Wenn auch nur als Stream, aber immerhin. Die Version, die die Bayerische Staatsoper derzeit anbietet, in der Inszenierung von Arpád Schilling, ist leider ungenießbar. Wobei man das, was da zu sehen ist, eigentlich nicht als Inszenierung bezeichnen kann. Wie in einer Kritik zu lesen war: "Die Bayerische Staatsoper blamiert sich mit Rigoletto".


    Man kann diesen Stream noch bis heute Abend um 19 h sehen, unter

    https://www.staatsoperlive.com…6-af75-4054cd9e2be0/watch

  • Siegfried Wagner News:



    Liebe Mitglieder und Freunde unseres Richard Wagner Verbandes,

    kurfristige Weiterleitung, aber vielleicht nicht in allen Fällen zu spät !

    Hier einmal eine Abwechslung zu den Konserven aus den hochsubventionierten TOP 5 Opernhäusern:

    "Stets Gewohntes nur magst du verstehn: doch was noch nie sich traf, danach trachtet mein Sinn.


    Heute, am Samstag Abend, den 14. November 2020 beginnt um 19:30 Uhr der Stream (mit deutschen Untertiteln) von Siegfried Wagners SONNENFLAMMEN (op. 8, 1912). Die Aufzeichnung vom 15.+16. August 2020 in der Kulturbühne Reichshof Bayreuth wird bis ca. Mitternacht abrufbar sein:

    SONNENFLAMMEN – Szenische Vision einer Oper      https://www.youtube.com/watch?v=R21pfx7ER6g&feature=youtu.be

  • SONNENFLAMMEN

    Viele Dank, liebe ira, dass Sie das hier eingestellt haben. Wahrscheinlich ist das die erste Inszenierung, in die Corona eineflossen ist.

    Unter 1.11.05 wird gesungen "Der Tod", im Video im Hintergrund erscheint das Corona - Virus, und die Masken tauchten vorher schon auf.

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • Wer den Inhalt der "Sonnenflammen" nachlesen möchte, schaue hier nach:http://www.siegfried-wagner.org/html/sonnenflammen.html

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • Hier eine gut informierende Kritik über die "Sonnenflammen":
    https://www.nmz.de/online/mens…sonnenflammen-in-bayreuth

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)



  • "Notplan" der Wiener Staatsoper:

    Stream und TV:


    https://www.diepresse.com/5900…per-notplan-stream-und-tv

    Was sind Sie überheblich, ira! Ich hätte den Link auch selbst gefunden. Und außerdem gefällt mir diese vorsortierte Auswahl nicht. Ich erwarte, dass Sie das ganze Internet ins Forum stellen, damit ich frei und unmanipuliert mir selbst das aussuchen kann, was ich mir aussuchen würde, wenn ich Interesse daran hätte.


    Darum stelle ich jetzt folgenden Link ein: http://www.google.de

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit
    über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit,
    nicht eine hemmende Schranke sein. (R. Wagner, Kunst und Revolution, 1849)