• Charlotte Berthold als Amelia? Kann das sein? Sie war in den 70ern im Zürcher Ensemble und ist mir vor allem als Oktavian in Erinnerung geblieben, aber auch Clairon, Dorabella, Cherubino, 2. Dame. Eher selten im italienischen Fach, die Ulrica lag ihr wohl zu tief.

  • Um auf die Traviata von Orange zurück zu kommen: Ermonela Jaho ist eine unglaublich gute Darstellerin, wie ich sie lange vermisst habe. Auch stimmlich muss sie sich vor Damrau nicht verstecken. Hier reifte ohne den Netrebko-Hype ein riesiges Talent in aller Stille heran. Der einzige Wermutstropfen dieser Aufführung ist in der Tat Domingo.

  • Ich verbinde sie immer noch hiermit

    Ich auch. Aber nicht mit der Youtube-Aufnahme, sondern mit dem Live-Erlebnis.
    Einer der Blumensträuße für Plácido war von mir ;)


    Der einzige Wermutstropfen dieser Aufführung ist in der Tat Domingo.

    Und da war er noch alles andere als ein "Wermutstropfen". Er war einfach großartig, der Riccardo eine seiner Glanzpartien.

  • Die vielkritisierte Zauberflöte aus Hamburg

    Erstaunlich! Das ist wirklich so, wie man es nach den Berichten erwarten durfte. Was die gedankliche Unbedarftheit und die unfreiwillige Komik der Regie (wo davon etwas zu bemerken ist) betrifft, kann sich das durchaus mit dem diesjährigen Bayreuther »Parsifal« messen. Nur das Design ist erheblich schicker. Wer vor allem darauf Wert legt, kommt voll auf seine Kosten...

  • Das ist aber aus meiner Sicht das ewige Problem mit Puccini: es fällt mir schwer etwas bei ihm zu finden, das nicht kitschig ist. Das spiegelt sich dann nicht selten in den Inszenierungen wieder.

  • Es ist meistens (keineswegs immer) möglich, die Kitschgefahr bei Puccini zu vermeiden. Aber zu behaupten, dass da überhaupt kein Kitsch sei, heißt wohl doch, die gute Absicht allzu arg übertreiben. (Die »Fröhliche Wissenschaft« hat einen passenden Spruch dafür: »Die perfideste Art, einer Sache zu schaden, ist, sie absichtlich mit falschen Gründen zu vereidigen.« Nun liegt hier keine Absicht vor, es ist also nichts perfide, der Schaden wird dadurch aber nicht geringer.)


    Übrigens ist eine solche übertreibende Verteidigung auch dem Verteidiger nicht ungefährlich, weil sie dazu verführt, die Augen vor den Gefahrenstellen zu verschließen, womit die Gefahr wächst, um so spektakulärer in die Grube zu fallen und um so heftigeren Kitsch zu produzieren.

  • Vielen Dank, ja, kenne ich, außerdem war ich da live drin <grins>.
    Aber bei der youtube-Qualität krieg ich Pusteln auf der Pupille ....:/

  • Gibts die DVD nicht bloß in Japan?


    Hab das dort mal bestellen wollen, aber die asiatischen Schriftzeichen sind ja schwerer zu entschlüsseln als Beute-Runen, die sein roter Glanz birgt oder wie war das noch .... ;)

  • Ja, das ist extrem schade, zumal da einige der besten Wagner-Sänger jener Zeit zu sehen und zu hören sind.


    Mit Ausnahmen ....


    Erinnern Sie sich noch an die Aufzeichnung der Walküre, wo im Nachhinein die Siegmund-Szenen alle nochmal gedreht werden mussten?