Salzburger Festspiele 2020

  • Aber mit KW und CT stehen eben zwei Vertreter des großbürgerlichen Repräsentationstheaters an der Spitze des Festivals, keine Theaterverrückten.

    Ob das so stimmt oder nicht, sei einmal dahingestellt. Aber KW ist ja wie allgemein bekannt zur Zeit schwer erkrankt bzw. auf dem Wege der Rekonvaleszenz. Da lässt sich kaum ein Festival improvisieren.

  • Eben! Verantwortung NICHT zu übernehmen bringt aber Stillstand oder gar Rückschritt.

    Eben! Und Herr Berg hatte sich bezüglich Bayreuth und seiner besonderen baulichen Situation am Tag des Konzerts in Wahnfried ja eindeutig geäußert. Da kann man die Entscheidung einfach mal akzeptieren und respektieren.

  • .....Aber mit KW und CT stehen eben zwei Vertreter des großbürgerlichen Repräsentationstheaters an der Spitze des Festivals, keine Theaterverrückten.

    Also, als großbürgerliches Repräsentationstheater hab ich die Bayreuther Festspiele nie verstanden. Und wer dort regelmäßig die Festspiele besucht müsste eigentlich wissen, dass sich dort gerade alle treffen, die Interesse an der Musik und deren Präsentation haben. Bei großbürgerlichem

    Repräsentationstheater fallen mir als erste die Salzburger Festspiele und Münchner Opernfestspiele ein.

  • Und wer dort regelmäßig die Festspiele besucht müsste eigentlich wissen, dass sich dort gerade alle treffen, die Interesse an der Musik und deren Präsentation haben. Bei großbürgerlichem

    Repräsentationstheater fallen mir als erste die Salzburger Festspiele und Münchner Opernfestspiele ein.

    Das würde ich so nicht unterschreiben.

    An allen drei Stellen sind soundsoviele inhaltlich Interessierte, soundsoviele Mitläufer und soundsoviele "SchauspielerInnen". Ich schätze jeweils 1/3. Für B kann die Proportion 40/30/30 sein, aber mehr darf nicht erwartet werden.

    Und gerade für diese erste Gruppe hätte sich ein Versuch nicht nur gelohnt, sondern erscheint mir als gerade zu eine Verpflichtung. Wozu gibt es denn die Geschäftsführer-Mannschaft, den musikalischen Direktor usw.?

    Frau Wagner muss erst mal gesund werden, sie ist aussen vor, doch all die anderen Posteninhaber, was ist mit denen? Handeln diese nur auf Anweisung der Intendantin? Ich verweise nochmal auf die aktiv gewordenen Sänger!

  • Es ist eben leider so, daß Katharina Wagner krank ist. Vielleicht hätte es ansonsten anders ausgesehen.

    Herr Berg

    Was ich von dem halte habe ich hier schon gesagt. Das ist jemand, der kein Jota von dem abweicht, was herkömmlich und gewohnt ist und sich darüber auch keine Gedanken macht.

    Ganz anders demgegenüber Nikolaus Bachler und Helga Rabl-Stadler. Das sind Aficionados.

    Bei großbürgerlichem Repräsentationstheater fallen mir als erste die Salzburger Festspiele und Münchner Opernfestspiele ein.

    Salzburg ja, München immer weniger.

    dass sich dort gerade alle treffen, die Interesse an der Musik und deren Präsentation haben.

    Das gilt für München mindestes genauso. Immer wieder können Sie Äußerungen von Intendanten oder Dirigenten lesen, die das Münchner Publikum ob seines Musikverständnisses in den Himmel heben (z.B. Kent Nagano und Mariss Jansons).

    Und natürlich gibt es an allen 3 Häusern solche und solche. Man sollte das nicht pauschalisieren.

  • Also, als großbürgerliches Repräsentationstheater hab ich die Bayreuther Festspiele nie verstanden.

    Das habe ich ja auch nicht behauptet. Ich kann sehr wohl zwischen einer Institution und deren Vertretern differenzieren.

    Ich finde, die Entscheidungen ob etwas läuft, wann, was und wie etwas läuft, sollte man denen überlassen, die auch die Verantwortung dafür übernehmen.

    ...sprach der brave Untertan. (Die Entscheidung, in welcher Form wo Festspiele stattfinden treffe ich ja eh nicht.) Unterlassen Sie mit dieser Begründung eigentlich auch Kritik an Politikern? (Bitte nicht antworten. Ihre Meinung interessiert mich so überhaupt gar nicht.)

  • Ich kann sehr wohl zwischen einer Institution und deren Vertretern differenzieren.

    Aber wo sollte sich der vorgebliche Hang zu großbürgerlichen Repräsentationstheater denn zeigen, wenn ich nicht in dem von ihr verantworteten Festival?

    Unterlassen Sie mit dieser Begründung eigentlich auch Kritik an Politikern?

    Politiker oder Politk sind ein ganz anderes Feld, vergleich hinkt also ein wenig.

  • Wenn Beethoven auf Peru trifft

    Juan Diego Flórez, der peruanische Tenor mit den dunklen Locken und der hellen Stimme, gehört zu den großen Sängern unserer Zeit. Am Mittwochabend trat er bei den Salzburger Festspielen in der Reihe "Canto lirico" auf. Und überzeugte auf ganzer Linie.

    http://www.br-klassik.de/aktue…ik-konzert-tenor-100.html

    Juan Diego Flórez ist einfach großartig.

    Ich hatte ihn vor wenigen Jahren in einem Benefizkonzert im Wiener Burgtheater erleben können. Fast alle die einen auf dem Weg einer guten oder großen Karriere sind oder schob oben stehen, waren da. Herr Kaufmann musste krankheitsbedingt leider absagen. A. Schlager sang die Schmiedelieder, man hatte Sorge um die Bausubstanz des Burgtheaters; die Akustik ist für musikalische Aufführungen sind sehr, sehr gut!

    Zum Ende der Veranstaltung kam Herr Flores auf die leere Bühne, in der linken Hand einen Hocker, in der rechten seine Gitarre und sang das, was man schlechthin als "lUnterhaltungsfolklore" nennen könnte. Ich habe selten erlebt, dass ein Künstler oder Künstlerin im leeren Raum mit den einfachen Mittel das Publikum derart für sich einnehmen konnte. Es ging nur um Musik, um die Freude daran, nicht im mindesten um Selbstdarstellung oder dergleichen. Es stellte sich sofort eine fast schon "intim" zu beschreibende Stimmung und ein "Wir-Gefühl" ein. Es ist schon faszinierend, welche Ausstrahlung einzelne Persönlichkeiten habe können. Ich bewundere ihn auch, dass er seine stimmliche Entwicklung derart vorsichtig plant, seine Stimme fordert, aber nie überfordert. Und ich hoffe, dass man ihn noch lange in solch perfekter stimmlicher Verfassung hören kann, wie es immer noch der Fall ist.

  • Lieber parlando, ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Ich erlebte ihn vor Jahren erstmals bei einem Konzert im Mozarteum in Salzburg und war sofort hingerssen. Und kürzlich, schon zu Corona-Zeiten, im Live-Stream aus der Wiener Staatsoper die Szene, die Sie beschreiben, einfach hinreißend. Auch die Zwischentexte, die er spricht, nett und humorvoll. Nie stellt er seine Person in den Mittelpunkt des Geschehens. Was für ein grundsympathischer Sänger, der im wahrsten Sinne des Wortes immer den richtigen Ton trifft.

  • Noch vor Wochen beschwor Reinhard J. Brembeck durch die Salzburger Festspiele ein zweites Ischgl. Jetzt hat er zurückgerudert. Auf einmal ist die Durchführung nicht mehr unverantwortlich, sondern mutig.


    SZ von heute, Meinungsseite 4


    Mehr Musik wagen

    Der Beweis scheint erbracht: Trotz Corona können Konzerte im Saal stattfinden. Was es dazu braucht: mehr Mut.


    https://www.sueddeutsche.de/po…ehr-musik-wagen-1.5014753