Beiträge von ulisse

    Opernaufführungen dürften nur mit Maskenpflicht und bei Verfügbarkeit guter Masken für das gesamte Publikum denkbar sein. Und dann hat man noch keine Lösung für die Mitwirkenden, vor allem das Orchester. Ein Blick nach Rosenheim zeigt, was passieren kann, wenn man größere Veranstaltungen (dort das Starkbierfest) durchzieht. Opern- und Konzertveranstaltungen werden zusammen mit Fussball und Festen so ziemlich das letzte sein, was man wieder zulässt. Ich wäre überrascht, wenn in diesem Kalenderjahr noch Aufführungen an der Staatsoper stattfinden.

    Ich störe ja das muntere Treiben nur ungern, aber es ist leider recht mühsam, wenn Nichtigkeiten, die nichts mit dem Thema zu tun haben, in epischer Breite diskutiert werden. Jeder darf natürlich posten was er oder sie will, aber man sollte dann nicht überrascht sein, wenn die Zahl derer, die es sich noch antun hier mitzulesen, im Sinkflug begriffen ist. Die Posts über die Salzburger Osterfestspiele 2020 sind leider bisweilen nur mit der Lupe zu finden.


    Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer so leicht ist, nicht zu reagieren, wenn man getriggert wird. Jeder möchte gern im Recht sein und nicht zweiter Sieger in diesen Duellen sein. Leider gibt es aber meistens nur zweite Sieger. Vielleicht mag es ja der oder die eine oder andere mal ausprobieren, wie es ist, wenn man nicht das letzte Wort haben muss? Nur so als Idee ...


    PS: wer Rechtschreib- oder Satzzeichenfehler findet, darf diese gerne behalten. Ich mach so viele, da sollten für jeden ein paar abfallen

    Der Spielplan für die neue Saison hat doch viel nach meinem Geschmack zu bieten. Ein Highlight ist für mich, dass "Die Vögel" von Braunfels kommen. Wer die Oper nicht kennt kann sich hier anhand der großartigen Gesamtaufnahme von Lothar Zagrosek einen Eindruck vermitteln. Wunderschöne Musik!



    Auch auf den Freischütz freu ich mich sehr. Die Besetzung macht durchaus Sinn. Wenn man Manacordas Schubert und Mendelssohn-Aufnahmen oder Bruno Weils Freischütz kennt, weiß man, wohin die Reise gehen dürfte. Historisch Informiertes Musizieren, das den revoltionären Charakter dieser aufregenden Musik betont.


    Die Wahl der Regisseure finde ich auch sehr vielversprechend - bis auf den Idomeneo, aber vieleicht sind ja aller guten Dinge drei bei Nunez. Und der Idomeneo ist für mich eh die der 7 großen Mozartopern, mit der ich am wenigsten anfangen kann.


    Schön dass endlich ein neuer Rosenkavalier kommt, hoffentlich erfüllt sich der Wunsch Bachlers, dass die vielen Debütanten da etwas frischen Wind reinbringen, musikalisch und szenisch. Ich hatte auch auf Groissböck gehofft, finde aber auch Fischesser sehr ok, stimmlich und als Typ. Mal schauen, wie "mozartisch" Jurowski das hinbekommt, bei Peternko klang es ja bisweilen eher nach Schostakowitsch oder Berg.


    Die größte Überraschung für mich ist, dass Kent Nagano wieder kommt. Freut mich sehr, dass er so auch seine Zeit an der BSO mit einer weiteren Uraufführung abrunden kann. Wird sicher eine spannende Produktion. Überhaupt mehr Modernes als jemals zuvor unter Bachler: viermal 21. Jahrhundert: Southpole, Show Queen, Timon of Athens, UA von Srnka im Opernstudio, dazu Lear (Martaler, Saraste, Gerhaher)


    Tristan wird wohl die größte Kartenlotterie der letzten Jahre werden, aber wer weiß, vielleicht ist mir ja Fortuna hold. Interessant Kares als Marke, da hätte ich eher Zeppenfeld oder Groissböck erwartet. Schön dass Okka von der Damarau zum Zug kommt.


    Kaufmann übrigens nur mit Tristan, keine Repertoirevorstellung. Da hätte ich doch mehr Präsenz in Bachlers letzter Saison erwartet. Dafür ist Harteros wieder recht präsent. Keine WA von Toter Stadt, auch das etwas enttäuschend. Anzahl Barockopern: 0, Null, Niente, Nix. Hoffe sehr, dass Dorny die wieder vermehrt bringt, auch im großem Haus. Ein bischen was zu Jammern findet man immer,


    Im Repertoire ist trotzdem (zu) viel dabei für mich (werde ich auf manches verzichten müssen): ein sehr schön besetzter Parsifal (Welser-Möst, Groissböck, Jovanovic, Kampe, Kennlyside), meine Lieblingsprodution Rusalka (mal schauen, wie Opolais das noch hinbekommt), Carmelites, Wozzeck, FroSch (leider während der Wiesn, wird wohl nix), Trittico, Salome, Ariadne, Figaro, Tosca mit Harteros und Terfel, Snow Queen, Southpole, Ballo, Tannhäuser fast in der Premierenbesetzung, Rheingold (mit Gergiev - da wird der Konzertmeister viel Arbeit bekommen). Etwas überraschend, dass Elektra, Manon Lescaut und Les Vepres nochmal kommen.


    Interessante Konzerte mit Jurowski, Petrenko, Urbanski ... Mehta (wenn es seine Gesundheit noch zulässt).


    Da werde ich wieder so manche Reise nach München einplanen müssen.

    Ich finde nicht, dass der frühe Verdi Donizetti besonders ähnelt. Sicher baut er auf Donizetti, Bellini und Rossini auf. Gerade der frühe Verdi hat aber etwas Raues, Wildes, Ungeschliffenes an sich das, wenn es überhaupt einen Vorgänger hat, eher von Bellini kommt. Auch die plakativ-patriotischen Chöre sind ohne direkten Vorgänger. Donizetti ist der handwerklich ausgefeilte, eher distanziert-kultivierte, bisweilen auch mal etwas langweilige Vertreter des Romanticismo. Der Verdi von Nabucco, Macbeth, Masnadieri, Ernani, Attila etc. ist durchaus musikalischer Sturm und Drang.


    Was in Masnadieri an Donizetti erinnert ist vielleicht die Partie der Amalia, eine der wenigen eher leichter, verzierten Partien die Verdi geschrieben hat. Das war aber eher eine Anforderung des Auftraggebers, der eine bestimmte Sängerin besetzen wollte. Vielleicht ist die Partie deswegen auch musikalisch etwas blutleer geraten, gerade im Vergleich zu einer Abigaille oder Lady Macbeth. Ich denke, dass man ein Werk für Damrau gesucht hat und so auf die Masnadieri gekommen ist.


    Aber es gibt in der Partitur musikalisch schon einiges entdecken, was nicht schlechter ist als Nabucco oder Macbeth und das gerade im Vergleich zu Rossini oder Donizetti die Zeitgenossen sicher hat aufhorchen lassen, weil es neu und unerhört war. Das Verhängnis des frühen Verdi ist, dass er an seinen späten Meisterwerken gemessen wird. Es kommt auf den Blickwinkel an.

    Paris laut Twitter: Aida with JK, Radvanovksy, Garanca; Carsen’s Capriccio; Tcherniakov’s Queen of Spades & Snegurochka; L’Elixir with Anduaga; Iphigenie with DiDonato, Carmen - Margaine or Garanča. And of course Kratzer’s staging of Faust with Jaho/Bernheim/Abdrazakov


    Pour la saison 2020-2021 de l'Opéra national de Paris, Jenufa et Les Noces de Figaro passent à la trappe mais pas la nouvelle production de Faust signée Tobias Kratzer. La création mondiale du Soulier de satin (Marc-A. Dabalvie) serait l'autre vrai nouveau spectacle de la saison.

    Natürlich möchte jeder Intendant seine Duftmarke setzen und kein Werk ist dafür prestigeträchtiger als der Ring. Außerdem wird Jurowski den Ring nicht als Wiederaufnahme dirigieren wollen. Ich glaube, er macht aktuell in London den Ring konzertant (jedes Jahr einen Teil), aber es wird in München wohl sein szenisches Debüt. Gerade bei diesem Werk an diesem Haus wird er keine halben Sachen machen und genug Probenzeit haben wollen.


    Dass Dorny den Ring nicht unbedingt vorher mit einem Gast wieder aufnehmen wird, ist verständlich, auch wenn ich es bedauere, dass es so lange keinen Ring geben wird. Ich hätte auch den Kriegenburg-Ring gern nochmal gesehen. Ich freue mich aber auch auf eine neue Produktion.

    Sicher wieder alles schon längst bekannt und für die "Insider" (die natürlich ihr Wissen nicht mit uns Unwissenden teilen, aber die Gleichung "mein Wissen = allgemein bekannt" aufstellen) ein alter Hut: In/ab der Saison 24/25 soll es einen neuen Ring geben mit Vladimir Jurowski und Tobias Kratzer.


    Quelle:

    Wie wäre es denn mit Die Vögel, Timon von Athen, Freischütz, Rosenkavalier, Lear und Tristan und Isolde als Premieren? Also ich könnte damit leben;-)

    Die Vögel 8) Manchmal erfüllen sich ja Wünsche. Jetzt muss nur noch Dorny Genoveva aufs Programm setzen.


    Fast nur deutsches Repertoire - da würde Bachler sein sonst so streng durchgehaltenes Spielplanschema (mindestens je ein deutsches, französisches, italienisches, slawisches und modernes Stück) im letzten Jahr weitgehend über den Haufen werfen, was ja kein Fehler sein muss. Aber war nicht in der Ankündigung von zwei Uraufführungen die Rede?


    Timon von Athen von Purcell? Oder eine UA?

    Laut diesem Tweet soll Warlikowsi den Tristan inszenieren