Beiträge von Heerrufer

    Als neues Mitglied habe ich mich fleißig hier eingelesen. Ich habe aber keine diffamierenden Bemerkungen gefunden. Ich schlage Ihnen daher vor, Sie konzentrieren sich auf Sachdiskussionen. Das erspart Ihnen (und anderen) Ärger, "mein ich, Hans Sachs".

    Na ja, ganz so neu sind Sie hier ja nicht, verehrter "Hagen" .

    Ich fand die Vorstellung am letzten Dienstag ziemlich suboptimal , so viele Schmisse in einer Vorstellung habe ich selten erlebt. Wenn einer draußen war, hat Mehta unten stoisch weitergeschlagen, ohne den Betreffenden wieder einzufädeln. Man kann das Altersgelassenheit nennen oder Desinteresse. Darüber hinaus hat er vor dem vierten Bild vergessen auf das Lichtzeichen zu warten. Als dann sich weder der Vorhang hob noch ein Sänger einsetzte, musste er abschlagen. Die Frauen fand ich mit Ausnahme der Einspringerin schlimm, insbesondere Frittoli böse abgesungen, nur noch mit den Resten einer Stimme. Gallo war ok, Daza auch. Demuros eng geführte Stimme ist absolut nicht mein Fall. Die Inszenierung hat mich auch nicht vom Hocker gehauen, in den besten Momentn war sie brav, ansonsten ziemlich hölzern. Unter dem Strich ein bleiernder Abend ohne die für einen "Falstaff" erforderliche Spritzigkeit.

    Peter Rose hat den Gurnemanz bereits 2003 an der Oper Graz in einer Inszenierung von David Alden gesungen. Dirigiert hat der damalige GMD des Hauses Philippe Jordan.

    Habe gerade angefangen, meine Aufnahme anzuschauen. Ehlich gesagt, Nina Stemme gab mit der "Hallen"- Arie ein "Wackelfest" zum Besten. Und Tomasz Koniecny ("Ha, welch ein Augenblick") sollte sich vorher überlegen, welchen Vokal er singen möchte. Und nicht mittendrin auf einen anderen umswitchen. Jongmin Park als Macbeth sehr gut.

    Ein ganz wunderbarer Bericht, herzlichen Dank! Abwechslungsreich geschrieben und voller Überraschungen. Und dank "ira" wissen wir nun endlich auch, dass "Come dal ciel precipita" in Wahrheit von Macbeth gesungen werden muss. Da muss Domingo aber noch gehörig an Tiefe zulegen, bis er diese zur Partie neuerdings zugehörige Bassarie dann auch noch zur Zufriedenheit beherrscht.

    Und CT schon damals sehr, sehr gut. Und mit der oft gescholtenen Inszenierung von Arlaud konnte ich und kann noch heute gut leben, sie war äusserst sängerfreundlich und störte in keiner Weise.
    Im Vorfeld soll es angeblich eine heftige Auseinandersetzung mit Götz Friedrich gegeben haben, der partout Karan Amstrong als Kaiserin besetzen wollte. Kein Wunder, dass CT in Berlin als schwierig galt.....

    Friedrich wollte Armstrong als Färberin und nicht als Kaiserin durchsetzen. Thielemann bestand auf der ungestrichenen Fassung und zur Premiere auf Eva Marton als Färberin und so kam es dann auch. Daraufhin legte Friedrich die Regie zurück und Arlaud übernahm.
    DeVol sprang in der Premierenserie übrigens einmal als Kaiserin ein, die Färberin übernahm sie in dieser Inszenierung zum ersten Mal im Dezember 1999, die heute fast vergessene Alessandra Marc sang in dieser Serie die Kaiserin. (Die Premierenbesetzung 1998 war Voigt, Henschel, Marton; Moser, Titus) Glenn Winslade sang den Kaiser nur in der letzten Serie der Produktion 2005, ansonsten sang fast immer Moser, in einer Serie auch John Keyes.

    Im Gegensatz zu Berlin Opernhaus des Jahres und ein Haus, in dem ich noch keine wirklich schwache Produktion gesehen habe... sowas wie die jüngste "Zauberflöte" würde bei Loebe nicht auf die Bühne kommen.

    Na ja, "Dalibor" beispielsweise kam in der laufenden Spielzeit in Frankfurt ja auch auf die Bühne. Habe auch in Frankfurt sehr schwache Sachen gesehen, aber natürlich auch schon sehr gute.

    Meistersinger ist derzei überall: Wiesbaden, München, Salzburg, Bayreuth, 2 x Berlin und wer weiss wo noch ........

    Von 2x kann man in Berlin "derzeit" nun wirklich nicht reden. An der Komischen Oper lief die Homoki-Produktion 2016/17 das letzte Mal, an der Deutschen Oper die Friedrich-Inszenierung vor vielen Jahren, ich glaube 2013.

    Endlich geht es in diesem Forum mal wieder um "ira" und darum, was sie tut oder was sie lässt. Es war wirklich kaum auszuhalten hier die letzten Wochen, als es mal - wirklich ein absurder Gedanke im Nachhinein - um die Sache und nicht um "iras" Befindlichkeiten ging. Aber Gott sei Dank hat dieser Spuk nun nach kurzer Frist ein Ende!

    Der Witz mit der letzten Serie ist ja nun inzwischen wirklich alt. Das hat man bei "Lady Macbeth" und "Andrea Chénier" auch erzählt, um den Verkauf anzuschieben und sich dann wieder anders entschieden... Ich denke, für den "Onegin" gibt es noch Hoffnung, dass das genau so laufen könnte.