Kapellmeister Storch Fortgeschrittener

  • Mitglied seit 29. Juni 2016
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  • Meran -

    Guten Nachmittag,
    ich schreibe nichts mehr ins Forum, da mir das zu zeitaufwendig ist. Ein Tippfehler und es gibt eine seitenlange Diskussion - ohne mich. Da wir in den gleichen Aufführungen waren und Sie darüber berichteten, hier vertraulich meine Eindrücke, die ich Bekannten mailte.
    wir waren am 27. in der Staatsoper im Trovatore und am 28. in der Dt. im Lohengrin.
    Im wesentlichen kann ich mich den Ausführungen von Kapellmeister Storch anschließen. Keinesfalls teile ich die Euphorie aus der Opernzeitung, auf die im Merker hingewiesen wurde.
    Mit der Beurteilung der Dirigentin liegt er auch richtig, nur so negativ möchte ich es nicht stehen lassen. Ich habe noch nie so klare Zeichengebung, jeden Einsatz usw. gesehen. Da sie noch jung ist, kann sie vielleicht noch eine eigene Handschrift gewinnen. Am besten (oder nur) gefiel uns Sulimsky, den ich nicht kannte. Monastyrska hatten wir im Macbeth. Das lag ihr mehr. Hatte den Eindruck, daß ihre Stimme zu schwer, unbeweglich für die Leonora ist. Teilweise auch falsch gesungen nach dem Motto der Fußballer: knapp daneben ist auch vorbei. Maßlos enttäuscht war ich von Urmana, war es Abendverfassung oder ist es schon vorbei? Ich schätze sie an sich sehr, hatte sie aber lange nicht mehr. Natürlich wollte ich Sartori in der Partie hören. Es sagt leider viel ab (gesundheitliche Probleme?) . Zu La Colla nur so viel: ich beschwere mich nicht mehr über den Eierzopf.
    Schäuble war in der Aufführung. Ein Touristenbus stand nach der Aufführung vor der Oper – nur bezüglich der Kritik an Wien und Dresden. Im Gegensatz zur Dt. Oper waren die Leute dort besser gekleidet als die Jungen in der DT.
    Ich finde die Dt. Oper nicht so scheußlich. Es ist halt der Stil der 50iger Jahre (Eröffnung 61). Ich kenne auch das mit der umgekippten Straße nicht und nur den halb abgefressenen Schaschlickspieß. Als wir kamen, war eine große Schlange im Kassenraum, wahrscheinlich gab es last minute Tickets. Ginge in München nicht, da Vorstellungen oft ausverkauft. Der Lohengrin hatte am Vortag im Saalplan im Netz noch viele unverkaufte Karten. Praktisch für die Berliner, da können sie warten, wenn es eng wird, sich schnell noch eine holen oder sonst auf kurz vor der Aufführung warten und günstige Karten erhalten.
    Ich saß im 2. Rang, Reihe 5 Mitte (vielleicht als Begründung zu einer teilweisen anderen Bewertung als Kapellmeister Storch). Zuerst war es ein Schock nach Bayreuth und Dresden (Thielemann). Aber nach ca. 15 Minuten habe ich mich dran gewöhnt. Inszenierung ist deppert, nur ein Bsp. zum Schluß geht Elsa nach hinten (zum Teich ?) und holt eine eingewickelte Leiche eines Jugendlichen raus und legt sie auf das ehemalige Brautbett, das wie ein Sarg aussieht. Sie öffnet das die Leiche umschlingende Tuch und man sieht den - schon in einem leicht verwesten Zustand - Retter von Brabant, als Führer sei er euch ernannt.
    Groissböck schätze ich sehr, er klang auf meinem Platz aber nicht besonders kräftig. Dto. Nylund. Da kann man sich die Frage stellen, ob man eine jugendliche Dame sich wünscht (auch Stimme entsprechend) oder eine kräftigere, arrivierte Frau. Smirnova und Vogt hatten für mich stellenweise ein leichtes, heißeres Nebengeräusch, Kratzen in der Stimme (Netrebko, Harteros) . Smirnova hat ein großes Organ. Die in der Zeitung gelobte schauspielerische Leistung konnte ich nicht erkennen, sie stand in der Inszenierung meist mit hängenden Mundwinkeln rum. Aber so zu tun, wie wenn das das non plus ultra wäre, ist für mich auch übertrieben. Mit Gantner - ein Protegé von Sir Peter - konnte ich schon in München nicht viel anfangen. Lee war als Heerrufer ok. Bei Vogt mußte ich an einen Freund aus Wien denken, der sagt: entweder Knabensopran oder Kindertrompete. Die Taube war sehr gut, aber das können und konnten andere auch. An einen Ton hänge ich auch nicht eine Abendleistung auf. Im Forte kommt mir vor, als wäre die Stimme etwas dunkler timbriert als früher. In Summe war er gut aber nicht mit Beczala zu vergleichen. Großer Jubel.
    Für mich waren es zwei Durchschnittsaufführungen
    Einen schönen Abend Meran

    • Kapellmeister Storch -

      Lieber Meran,

      vielen Dank, dass Sie mich an Ihren Eindrücken teilhaben lassen. Ich hatte Sie schon vermisst. Dass Sie keine Lust mehr haben, kann ich verstehen. Mich nerven vor allem die endlosen Diskussionen, die weit weg vom Thema sind, weil so das Lesen mühsamer wird.

      Bezüglich der Dirigentin mögen Sie Recht haben. Ich habe sie von meinem Platz aus beobachten können. Sie hat gute Engagements und wird ihren Weg machen. Wie Trovatore klingt, konnte man allerdings in den Aufführungen im Februar und Mai in der DOB hören. Sartori habe ich zuletzt in Mailand im Simone und in Berlin im Macbeth gehört. Er ist einer der besten italienischen Tenöre.

      Im Lohengrin habe ich im 1. Rang gesessen. Da war noch viel Platz. Smirnova habe ich beim ersten Mal nicht gemocht und fand die Stimme hässlich. Inzwischen bin ich ein Fan von ihr und war sogar in Toulouse bei ihrer Brünnhilde.

      Wenn Sie mögen, dürfen Sie mir gerne auch in Zukunft Ihre Eindrücke schicken.


      Viele Grüße und einen schönen Abend

      Kapellmeister Storch

    • Meran -

      Guten Abend,
      vielen Dank für die Antwort.
      Wir sind eigentlich wegen des Lohengrin nach Berlin. Nur 1 Abend und ein nicht so 100 % uns vom Sitz reißender Lohengrin wäre uns zu wenig, also haben wir Ausschau gehalten, ob und wie wir das kombinieren können.
      Ich bin ein Fan von Sartori, endlich eine richtige Tenorstimme. Hatte ihn zuletzt auch im Macbeth, Simone (nicht in Mailand) und Tosca (Berlin). Leider sagt er oft ab.
      Smirnova hatte ich vor ca. 10 Jahren in Mailand als Amneris. Da gefiel sie mir schon. Natürlich war die Ortrud hervorragend.Nur nach den überschäumenden Kritiken geht man halt mit einer anderen Erwartungshaltung rein. Bin froh, daß wir sie haben. Aber ich hatte schon gute Ortrud, angefangen von der Varnay (Stimme und Spiel!) übrer die junge Schnaut bis zur Bjoner. Ich bin ohnehin kein Fan von Meier und als Ortrud hat sie mir nie gfallen, schon in Paris nicht mit Heppner.
      Einen schönen Abend
      Ihr Meran