Lohengrin Nürnberg

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    • Kolderup schrieb:

      Haben Sie auch die Güte, diesen Vorwurf zu begründen?
      Besser als mit Ihren Worte könnte ich das nicht.

      Kolderup schrieb:

      Sie sehen: Ihre Behauptung trifft nur dann zu, wenn Keilriemen »niemand« heißt.
      Nein, ich meinte 'gelungen' im Sinn der Inszenierung, der Geschichte, die Herr Herrmann erzählt, Keilreimen im Sinn von Wagners Lohengrin.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • Ich habe mir gestern den Lohengrin angehört und angeschaut und bin ziemlch zufrieden nach München zurückgefahren.
      Ich habe bis jetzt über fünfzehn Lohengrin Inszenierungen gesehen und die gestrige würde ich im Mittelfeld ansiedeln.
      Das Dirigat von Joana Mallwitz fand ich ein wenig zu laut und zu schnell, besonders die Ouverture hat darunter gelitten.
      Die singenden Männer hinterließen einen relativ guten Eindruck, es waren auch mehr, als die singenden Frauen. Sehr gut und sehr verständlich Karl-Heinz Lehner als Heinrich der Vogler, dafür tat sich Eric Laponte als Lohengrin am Schluss schon ein wenig schwer. Martina Dike als Ortrud ließ sich ansagen, aber das fiel den Abend nicht auf, Emily Newton als Elsa hatte zeitweise gute Phasen, aber dann war sie mir wieder zu schrill. Der Chor war kräftg laut.
      Und die Inszenierung zeigte eine gespaltenes Volk von Germanen und "Neuchristen". Manches hat sich David Hermann so hingebogen, dass es in sein Schema passt, aber es gab viele Szenen die sehr erfrischend waren - Elsa im Zeiserlwagen, Telramund und Ortrud auf dem Streitwagen, Elsa und Lohengrin im Brautgemach, Parzival und Wot(d)an im Hintergrund als Strippenzieher. Warum Wot(d)an am Ende Telramund wieder zum Leben erweckt und ihn zum Führer von Brabant ausrufen lässt, hat sich mir nicht erschlossen - passt nicht zur Musik. Aber das macht nichts, in meinem Alter muss ich nicht mehr alles verstehen.
      Also ich hatte meinen Spaß und so manche Ungereimtheiten taten nicht weh. Die gab es schon bei den vorherigen Inszenirungen.
      Ich kann es weiter empfehlen.
    • Ich bin relativ "neu" in der Opern-Szene - ich sehe alles zum ersten Mal - und mir fehlt daher der Vergleich zu anderen Lohengrins. Aber im Vergleich zu anderen Opern, die ich in Nürnberg inszeniert gesehen habe, ist der aktuelle Lohengrin "gefühlt" 100% werk-getreu. Und mir hat er sehr gut gefallen. Die Kostüme verstrahlen einen schönen 19.-Jahrhundert-Charme (nur die Glitzer-"Engel" fand ich übertrieben), das Bühnenbild ist zwar weitestgehend abstrakt, aber wirkungsvoll. Ob die Musik jetzt "femininer" war, nur weil eine Frau dirigiert, kann ich nicht beurteilen, aber eine zufällige Pausen-Bekanntschaft war davon felsenfest überzeugt - mag sein. Laut war es definitiv, einigen Zuschauern weiter vorne auch zu laut (wobei ich mich da frage: warum drehen die alten Herrschaften nicht einfach ihre Hörgeräte leiser?). Bei mir weiter hinten war die Lautstärke genau richtig.

      Und das Ende... ja, ich war irritiert. Ich musste zu Hause erst einmal nachlesen, wie es "wirklich" ausgegangen wäre - besser; aber mal ehrlich: Sooo viel mehr Sinn ergibt das Original-Ende auch nicht.

      In der Reihe der Nürnberger Opern-Inszenierungen ist dieser "Lohengrin" auf jeden Fall ganz oben mit dabei!
    • Danke für Ihren ersten Beitrag!
      Sie haben es live gesehen, ich nur am Radio gehört. Wir haben das Thema ja schon sattsam durchgekaut. Fest steht immerhin: Wagner läßt am Ende Telramund NICHT wieder auferstehen. Also "100% werktreu" kann dann schon mal nicht stimmen, denn das ist keine vernachlässigbare Änderung.

      ThomasD schrieb:

      Sooo viel mehr Sinn ergibt das Original-Ende auch nicht.
      Aber das Original Ende ist eben von Wagner.
      Wollen wir jetzt bei jeder Oper überlegen, ob das was der Komponist geschrieben hat, Sinn ergibt oder nicht? Und dann nach unserem Gusto ändern, bzw. nach Gusto eines Regisseurs?
    • ira schrieb:


      Aber das Original Ende ist eben von Wagner.Wollen wir jetzt bei jeder Oper überlegen, ob das was der Komponist geschrieben hat, Sinn ergibt oder nicht? Und dann nach unserem Gusto ändern, bzw. nach Gusto eines Regisseurs?

      Im Allgemeinen bin ich auch der Ansicht, dass der Regisseur nicht zu viel in der Handlung herum pfuschen sollte. Ich gehe nur in Nürnberg in die Oper, und musste da schon viel Schlimmes miterleben (Wilhelm Tell!!!).

      Andererseits, wenn ich einmal 50 Jahre in die Zukunft denke, wenn ich dann auch 20 werkgetreue Lohengrin-Inszenierungen gesehen habe - dann will ich vielleicht auch mal ein bisschen Abwechslung. Und zur Not kann ich ja immer noch den Rat beherzigen, den mir ein Kenner vor dem "Ring" gegeben hat: "Wenn es zu schlimm wird: Einfach Augen zu machen und die Musik genießen."
    • Th.E. schrieb:

      Sind Sie sicher, dass Sie die Antwort darauf hören möchten?
      Daß Sie damit kein Problem haben, ist mir schon klar.

      ThomasD schrieb:

      "Wenn es zu schlimm wird: Einfach Augen zu machen und die Musik genießen."
      Ja, die Möglichkeit hat man. Allerdings handelt es sich bei Oper, und vor allem bei Wagner um MusikTHEATER. Ansonsten gehe ich in eine konzertante Aufführung.
    • ThomasD schrieb:

      Andererseits, wenn ich einmal 50 Jahre in die Zukunft denke, wenn ich dann auch 20 werkgetreue Lohengrin-Inszenierungen gesehen habe - dann will ich vielleicht auch mal ein bisschen Abwechslung.
      Gehen Sie davon aus, dass Sie auch in den nächsten 50 Jahren keinen Lohengrin sehen werden, der mit dem was Wagner sich vorgestellt hat, viel zu tun hat. Seien Sie dankbar für jede Vorstellung, in denen wenigstens die Handlungsstruktur einigermaßen intakt gelassen wird.
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    • Ich bin da nicht so pessimistisch. Bei dem Tempo, mit dem die AfD aufsteigt, und bei der tatkräftigen Unterstützung, die sie von allen anderen Parteien erhält, kann es nicht mehr lange dauern, bis da endlich Ordnung geschaffen wird.
      Was geschehen ist, so lange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, so lange sie noch stehen wird.
      Marie von Ebner-Eschenbach

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    • Was wollen Sie mit dieser Banalität sagen? Ich darf Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich das Versprechen, im Bereich der künstlerischen Kultur, insbesondere im Bereich von Musik und Theater, Ordnung zu schaffen, nicht in die programmatischen Papiere der AfD geschmuggelt habe. as haben diese Leute selbst niedergeschrieben.
      Was geschehen ist, so lange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, so lange sie noch stehen wird.
      Marie von Ebner-Eschenbach

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