Lohengrin Nürnberg

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    • Kolderup: Theater ist Theater, egal,. welchen Materials es sich bedient. Das ist doch wohl selbstverständlich.

      Nein, Opernaufführungen sind eine Ausprägung eines Theaterkunstwerkes (wie Tanz, Pantomime). Aber dieses Operntheaterkunstwerk erfordert, in der abendländischen Kultur, zwingend das Werk einer Partitur. Also kann diese spezifische Ausprägung nicht ohne ein vorliegendes Werk existieren. Und auf diese spezifische Ausprägung beziehe ich mich, nicht auf evtl. andere mögliche Ausprägungen.
    • Who ist Heather MacDonald?
      Heather Lynn Mac Donald (born November 23, 1956) is an American political commentator, essayist, attorney and journalist. She is described as a secular conservative
      What is the City Journal?
      The magazine is published by the Manhattan Institute for Policy Research
      The Manhattan Institute for Policy Research (renamed in 1981 from the International Center for Economic Policy Studies) is a conservative 501(c)(3) non-profit American think tank focused on domestic policy and urban affairs, established in New York City in 1977 by Antony Fisher and William J. Casey.
      (Quelle: wikipedia)
      Und der Artikel ist 12 Jahre alt!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marcello ()

    • Marcello schrieb:

      Who ist Heather MacDonald?
      Heather Lynn Mac Donald (born November 23, 1956) is an American political commentator, essayist, attorney and journalist. She is described as a secular conservative
      What is the City Journal?
      The magazine is published by the Manhattan Institute for Policy Research
      The Manhattan Institute for Policy Research (renamed in 1981 from the International Center for Economic Policy Studies) is a conservative 501(c)(3) non-profit American think tank focused on domestic policy and urban affairs, established in New York City in 1977 by Antony Fisher and William J. Casey.
      Und der Artikel ist 12 Jahre alt!
      Mann, da haben Sie sich aber argumentativ ins Zeug gelegt! Chapeau!
    • Th.E. schrieb:

      Das stimmt natürlich nicht, aber wen interessiert das letztendlich auch?
      Das war Hans Neuenfels, aber Mortier war zu der Zeit Intendant.

      Th.E. schrieb:

      Für Feinheiten, stilistische Unterschiede, Regiehandschriften oder eine sinnvolle Auseinandersetzung mit der Geschichte des Theaters des 20. Jahrhunderts oder philosophisch oder politisch relevanten Strömungen bleibt nicht viel Platz.
      Sie beschreibt halt aus ihrer Sicht gewisse Auswüchse von Inszenierungen. Stilistische Unterschiede sind da schon erkennbar, "Feinheiten" allerdings weniger....
    • Kolderup schrieb:

      Haben Sie auch die Güte, diesen Vorwurf zu begründen?
      Besser als mit Ihren Worte könnte ich das nicht.

      Kolderup schrieb:

      Sie sehen: Ihre Behauptung trifft nur dann zu, wenn Keilriemen »niemand« heißt.
      Nein, ich meinte 'gelungen' im Sinn der Inszenierung, der Geschichte, die Herr Herrmann erzählt, Keilreimen im Sinn von Wagners Lohengrin.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • ira schrieb:

      Sie beschreibt halt aus ihrer Sicht gewisse Auswüchse von Inszenierungen. Stilistische Unterschiede sind da schon erkennbar, "Feinheiten" allerdings weniger....
      Ja, aber kann mir denn die Dame genau erklären, warum die verschiedenen Regisseure machen, was sie machen, ohne da billig eine Dekadenz heraufzubeschwören und ohne sie alle auf "Regietheater" zu nivellieren? Wenn sie das Theater in Europa schon so verheerend kritisieren will, dann ist es wirklich nicht zu viel verlangt, dass sie sich genau, umfassend und differenziert informiert hat.

      Aber wer weiß, vielleicht ist es doch zu viel verlangt. Ihre Argumentation verläuft generell so: Sie nennt einen Komponisten und ein Werk, über die sie natürlich mindestens einen Satz verlieren muss, um zu erklären, wie groß und wichtig sie seien (ja, Mozart ist wichtig, ist schon klar, aber auch nichts Neues, nicht einmal für jemanden wie Bieito); daraufhin führt sie Unruhestifter an, die alles eh nur kaputtmachen, beschreibt nur so grob und nicht ohne Sensationalismus, was sie mal gemacht haben, ohne wirklichen Kontext; und wenn es darum geht, das alles irgendwie zu begründen, kommt der Zirkelschluss ("Regietheater" und "Dekadenz" der europäischen Kultur/des europäischen Theaterbetriebes). Sehr praktisch, aber letztlich auch genauso wenig beeindruckend wie der eine Artikel über Castellucci und dessen Regie-Kollegen aus katholisches.info (im Thema "Ein Leckerbissen", wenn ich mich recht erinnere). Der Artikel aus katholisches.info hatte im Grunde dieselbe Argumentation, aber mit erzkatholischem Flair.

      PS Hier übrigens Ausschnitte aus dem Artikel "Castelluccis gotteslästerliche Schweinereien: Die Vernichtung der Johanna von Orleans in Lyon", der am 02.02.17 in katholisches.info veröffentlicht wurde:

      Bedrohungen von außen und von innen gehen häufig Hand in Hand. Daher entbehrt die Hochkonjunktur von Kulturvernichtern, die sich gefeiert im Kulturbetrieb austoben dürfen, nicht einer gewissen inneren Logik. Zu diesen Kulturvernichtern gehört der Autor und Regisseur Romeo Castellucci, der auch im deutschen Sprachraum von der linken Kulturschickeria herumgereicht wird.
      [...]

      Mit staatlichen Subventionen, das Lyoner Opernhaus ist Nutznießer einer eigenen Konvention mit dem französischen Kulturministerium, hat Castellucci aus einer Ausnahmegestalt der europäischen Geschichte die abschreckende Gestalt eines Psychopathen gemacht. Johanna wird zuerst als Schulwart gezeigt. Im Schulunterricht einer Klasse wird gerade Johanna von Orleans durchgemacht. Die ganze Aufführung zeigt den psychotischen Schuldiener, der sich in seinem Wahn schrittweise in Johanna von Orleans verwandelt. Die Mutation wird natürlich unter Beweis gestellt, indem die Hauptdarstellerin auf der Bühne schließlich völlig nackt ist.
      [...]

      Die Lyoner-Zerstörung der Honegger-Oper über Johanna von Orleans wirft einen dunklen Schatten auf Castelluccis nächstes Betätigungsfeld. Der Gotteslästerer mit Hang zu Obszönitäten darf im Mai und Juni im Rahmen des Saisonbetriebs und der Münchner Opernfestpiele Richard Wagners Tannhäuser an der Bayerischen Staatsoper vernichten. [...]
      Von der Katholizisterei abgesehen, kam mir der Artikel Mac Donalds schon unheimlich bekannt vor, nicht nur von der Substanz, sondern auch von der Wortwahl her.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Th.E. ()

    • Ich habe mir gestern den Lohengrin angehört und angeschaut und bin ziemlch zufrieden nach München zurückgefahren.
      Ich habe bis jetzt über fünfzehn Lohengrin Inszenierungen gesehen und die gestrige würde ich im Mittelfeld ansiedeln.
      Das Dirigat von Joana Mallwitz fand ich ein wenig zu laut und zu schnell, besonders die Ouverture hat darunter gelitten.
      Die singenden Männer hinterließen einen relativ guten Eindruck, es waren auch mehr, als die singenden Frauen. Sehr gut und sehr verständlich Karl-Heinz Lehner als Heinrich der Vogler, dafür tat sich Eric Laponte als Lohengrin am Schluss schon ein wenig schwer. Martina Dike als Ortrud ließ sich ansagen, aber das fiel den Abend nicht auf, Emily Newton als Elsa hatte zeitweise gute Phasen, aber dann war sie mir wieder zu schrill. Der Chor war kräftg laut.
      Und die Inszenierung zeigte eine gespaltenes Volk von Germanen und "Neuchristen". Manches hat sich David Hermann so hingebogen, dass es in sein Schema passt, aber es gab viele Szenen die sehr erfrischend waren - Elsa im Zeiserlwagen, Telramund und Ortrud auf dem Streitwagen, Elsa und Lohengrin im Brautgemach, Parzival und Wot(d)an im Hintergrund als Strippenzieher. Warum Wot(d)an am Ende Telramund wieder zum Leben erweckt und ihn zum Führer von Brabant ausrufen lässt, hat sich mir nicht erschlossen - passt nicht zur Musik. Aber das macht nichts, in meinem Alter muss ich nicht mehr alles verstehen.
      Also ich hatte meinen Spaß und so manche Ungereimtheiten taten nicht weh. Die gab es schon bei den vorherigen Inszenirungen.
      Ich kann es weiter empfehlen.
    • Ich bin relativ "neu" in der Opern-Szene - ich sehe alles zum ersten Mal - und mir fehlt daher der Vergleich zu anderen Lohengrins. Aber im Vergleich zu anderen Opern, die ich in Nürnberg inszeniert gesehen habe, ist der aktuelle Lohengrin "gefühlt" 100% werk-getreu. Und mir hat er sehr gut gefallen. Die Kostüme verstrahlen einen schönen 19.-Jahrhundert-Charme (nur die Glitzer-"Engel" fand ich übertrieben), das Bühnenbild ist zwar weitestgehend abstrakt, aber wirkungsvoll. Ob die Musik jetzt "femininer" war, nur weil eine Frau dirigiert, kann ich nicht beurteilen, aber eine zufällige Pausen-Bekanntschaft war davon felsenfest überzeugt - mag sein. Laut war es definitiv, einigen Zuschauern weiter vorne auch zu laut (wobei ich mich da frage: warum drehen die alten Herrschaften nicht einfach ihre Hörgeräte leiser?). Bei mir weiter hinten war die Lautstärke genau richtig.

      Und das Ende... ja, ich war irritiert. Ich musste zu Hause erst einmal nachlesen, wie es "wirklich" ausgegangen wäre - besser; aber mal ehrlich: Sooo viel mehr Sinn ergibt das Original-Ende auch nicht.

      In der Reihe der Nürnberger Opern-Inszenierungen ist dieser "Lohengrin" auf jeden Fall ganz oben mit dabei!
    • Danke für Ihren ersten Beitrag!
      Sie haben es live gesehen, ich nur am Radio gehört. Wir haben das Thema ja schon sattsam durchgekaut. Fest steht immerhin: Wagner läßt am Ende Telramund NICHT wieder auferstehen. Also "100% werktreu" kann dann schon mal nicht stimmen, denn das ist keine vernachlässigbare Änderung.

      ThomasD schrieb:

      Sooo viel mehr Sinn ergibt das Original-Ende auch nicht.
      Aber das Original Ende ist eben von Wagner.
      Wollen wir jetzt bei jeder Oper überlegen, ob das was der Komponist geschrieben hat, Sinn ergibt oder nicht? Und dann nach unserem Gusto ändern, bzw. nach Gusto eines Regisseurs?
    • ira schrieb:



      Wollen wir jetzt bei jeder Oper überlegen, ob das was der Komponist geschrieben hat, Sinn ergibt oder nicht? Und dann nach unserem Gusto ändern, bzw. nach Gusto eines Regisseurs?
      Sind Sie sicher, dass Sie die Antwort darauf hören möchten?
      Garstig glatter
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      Wie gleit' ich aus!
      Mit Händen und Füßen
      nicht fasse noch halt' ich
      das schlecke Geschlüpfer!
      Feuchtes Naß
      füllt mir die Nase:
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    • ira schrieb:


      Aber das Original Ende ist eben von Wagner.Wollen wir jetzt bei jeder Oper überlegen, ob das was der Komponist geschrieben hat, Sinn ergibt oder nicht? Und dann nach unserem Gusto ändern, bzw. nach Gusto eines Regisseurs?

      Im Allgemeinen bin ich auch der Ansicht, dass der Regisseur nicht zu viel in der Handlung herum pfuschen sollte. Ich gehe nur in Nürnberg in die Oper, und musste da schon viel Schlimmes miterleben (Wilhelm Tell!!!).

      Andererseits, wenn ich einmal 50 Jahre in die Zukunft denke, wenn ich dann auch 20 werkgetreue Lohengrin-Inszenierungen gesehen habe - dann will ich vielleicht auch mal ein bisschen Abwechslung. Und zur Not kann ich ja immer noch den Rat beherzigen, den mir ein Kenner vor dem "Ring" gegeben hat: "Wenn es zu schlimm wird: Einfach Augen zu machen und die Musik genießen."
    • Th.E. schrieb:

      Sind Sie sicher, dass Sie die Antwort darauf hören möchten?
      Daß Sie damit kein Problem haben, ist mir schon klar.

      ThomasD schrieb:

      "Wenn es zu schlimm wird: Einfach Augen zu machen und die Musik genießen."
      Ja, die Möglichkeit hat man. Allerdings handelt es sich bei Oper, und vor allem bei Wagner um MusikTHEATER. Ansonsten gehe ich in eine konzertante Aufführung.
    • ThomasD schrieb:

      Andererseits, wenn ich einmal 50 Jahre in die Zukunft denke, wenn ich dann auch 20 werkgetreue Lohengrin-Inszenierungen gesehen habe - dann will ich vielleicht auch mal ein bisschen Abwechslung.
      Gehen Sie davon aus, dass Sie auch in den nächsten 50 Jahren keinen Lohengrin sehen werden, der mit dem was Wagner sich vorgestellt hat, viel zu tun hat. Seien Sie dankbar für jede Vorstellung, in denen wenigstens die Handlungsstruktur einigermaßen intakt gelassen wird.
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    • Ich bin da nicht so pessimistisch. Bei dem Tempo, mit dem die AfD aufsteigt, und bei der tatkräftigen Unterstützung, die sie von allen anderen Parteien erhält, kann es nicht mehr lange dauern, bis da endlich Ordnung geschaffen wird.
      Was geschehen ist, so lange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, so lange sie noch stehen wird.
      Marie von Ebner-Eschenbach

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    • Was wollen Sie mit dieser Banalität sagen? Ich darf Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich das Versprechen, im Bereich der künstlerischen Kultur, insbesondere im Bereich von Musik und Theater, Ordnung zu schaffen, nicht in die programmatischen Papiere der AfD geschmuggelt habe. as haben diese Leute selbst niedergeschrieben.
      Was geschehen ist, so lange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, so lange sie noch stehen wird.
      Marie von Ebner-Eschenbach

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