Lohengrin Nürnberg

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    • Kolderup schrieb:

      Man muss ihn wohl im Zusammenhang mit allen anderen sehen, um beurteilen zu können, wie sinnvoll er ist und wie gut diese Idee aufgegangen ist (oder eben nicht).
      Jedenfalls wird die Regie einige Kapriolen schlagen müssen, um das halbwegs glaubhaft rüberzubringen, singt doch Lohengrin nur ein paar Minuten früher, dass er Telramund erschlagen hat (abgesehen davon, dass er Zuschauer dem Vorgang beigewohnt hat, so die Regie es nicht unterschlagen hat).
      Wie auch immer: mit Wagners Lohengrin hat das dann allenfalls am Rande zu tun, denn bei Wagner ist Telramund am Ende nun mal tot, mausetot, dead as a door nail, um es mit Dickens zu sagen.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • th.max schrieb:

      Nochmal für Begriffsstutzige : Sie hatten nachdem Sie die Beschreibung der Aufführung im BR gehört haben, die gleiche Einschätzung wie der Kritiker des BR? Und das überrascht Sie ernsthaft?
      Ich glaube, derjenige, der die Beschreibung der Inszenierung bei den Radioübertragungen macht, ist nicht der gleiche, der die Kritiken verfasst. Insofern kann das schon erheblich von einander abweichen.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • Die Moderatorin war Dorothea Hußlein, der Kritiker des BR ein Detlef Krenge. Der hat die Aufführung gesehen und ist zu dem gleichen Schluß gekommen. Die Kritik habe ich erst am nächsten Tag gelesen.
      Frau Hußlein hat die Szenenabläufe sehr genau und anschaulich beschrieben. Man will ja die Hörer auch szenisch teilhaben lassen. Die Szene mit dem auferstandenen Telramund sogar mindestens zweimal. Vor Beginn des 3. Aufzugs und nochmal am Ende der Vorstellung, als das Publikum heftig zu buhen begann. Sie sah den Grund in dieser Umdeutung, wie ja auch der Kritiker des BR.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ira ()

    • JLSorel schrieb:

      Jedenfalls wird die Regie einige Kapriolen schlagen müssen, um das halbwegs glaubhaft rüberzubringen, singt doch Lohengrin nur ein paar Minuten früher, dass er Telramund erschlagen hat
      Sie können getrost davon ausgehen, dass mir das bekannt ist. Wie sie auch davon ausgehen können, dass es dem Regisseur bekannt ist. Ob er eine Lösung gefunden hat, die überzeugend ist, kann nur wissen, wer über ausreichende Informationen darüber verfügt. Die hat aber nur ira, weil sie so eine tolle Glaskugel hat, in der sie das alles gesehen hat-

      Wie auch immer: mit Wagners Lohengrin hat das dann allenfalls am Rande zu tun[/quote]Das ist selbstverständlich, denn Wagners »Lohengrin« ist eine Oper und keine Inszenierung, wie Ihnen vielleicht schon aufgefallen ist. Das sind zwei vollkommen verschiedene Kunstgattungen.

      ira schrieb:


      Frau Hußlein hat die Szenenabläufe sehr genau und anschaulich beschrieben.
      Glauben Sie, dass Sie die Einzige sind, die das gehört hat? Oder warum erzählen Sie diesen offensichtlichen Unsinn?
      Was geschehen ist, so lange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, so lange sie noch stehen wird.
      Marie von Ebner-Eschenbach
    • Kolderup schrieb:

      Das ist selbstverständlich, denn Wagners »Lohengrin« ist eine Oper und keine Inszenierung, wie Ihnen vielleicht schon aufgefallen ist. Das sind zwei vollkommen verschiedene Kunstgattungen.
      Bei dieser doch arg künstlichen Trennung ist das Kunstwerk Oper im Grunde nur bedrucktes Papier, denn ihre Aufführung ist ja immer zwangsläufig das andere Kunstwerk Inszenierung.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • Man würde doch auch nicht sagen, die Hammerklaviersonate von Beethoven ist ein Kunstwerk und ihr Vortrag am Klavier durch - sagen wir mal Yuja Wang :D - ist ein vollkommen anderes Kunstwerk, auch wenn ihr Spiel sicher äußerst kunstvoll ist.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • ira schrieb:

      Immerhin wird die Hammerklaviersonate in jedem Fall noch kenntlich sein.
      Zwischen den Interpretationen der "Goldbergvariationen" von Glenn Gould und Gustav Leonhardt liegen Welten. (Aber "kenntlich" sind sie.)

      ira schrieb:

      Was bei manchen Operninszenierungen nicht so ist.
      So eine Inszenierung habe ich noch nie gesehen, in der nicht zumindest "kenntlich" war, um welche Oper es sich handelt. (Das es um Ihre Auffassungsgabe so schlecht bestellt ist, macht mir Sorgen. :D )
    • @JLSorel

      so ist es in der Tat. Jede Inszenierung, nein, jede Aufführung (auch eine konzertante Aufführung), ist ein eigenes Kunstwerk und die Partitur ist genau wie von Ihnen beschrieben nichts anderes als bedrucktes Papier, das zum Leben erweckt werden muss. Nichts anderes. Sir Peter Jonas hat dazu mal zu den Münchner Opernfestspielen (ich glaube 2001) ein sehr lesenswertes Essay beigesteuert.
    • Reingold schrieb:

      So eine Inszenierung habe ich noch nie gesehen, in der nicht zumindest "kenntlich" war, um welche Oper es sich handelt. (Das es um Ihre Auffassungsgabe so schlecht bestellt ist, macht mir Sorgen. )
      Ihre Sorgen sind unbegründet.
      Rein von der Inszenierung her gesehen, haben so manche Opernbesucher unseren neuen "Otello" zwar wiedererkannt, aber nicht wirklich mit dem Werk von Verdi und Boito identifiziert, da sie nur am Rande etwas damit zu tun hatte.
      Und Kaufmann war in der Premiere rein vom Hören auch kaum kenntlich...
    • Tantris schrieb:

      Ich weiß es zu schätzen, wenn die im Theater gezeigte Kunstgattung "Inszenierung" mit der gleichzeitig gespielten Kunstgattung "Oper" im Einklang steht ... aber auch das ist natürlich letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks.
      Das ist sicher eine Frage des Geschmacks. Ich muss gestehen, dass ich gregorianische Hymnen oder die Gesänge der Kleriker in der Moschee hier um die Ecke manchmal ganz schön finde. Auf die Dauer ziehe ich aber Mehrstimmigkeit mit reicher Harmonik, zu der auch saftige Dissonanzen gehören, vor. Aber ungeachtet der Geschmacksfragen ist nicht ganz klar, was es eigentlich heißen soll, dass eine Inszenierung mit der Oper »im Einklang« ist, und mit Hilfe welcher Kriterien man einschätzen kann, ob es der Fall ist. Mir scheint, dass es sehr schwierig ist, einen Einklang zwischen zwei Dingen sehr verschiedener Gattung herzustellen und zu überprüfen. Haben Sie einen Tip, wie das geht?

      ira schrieb:

      Immerhin wird die Hammerklaviersonate in jedem Fall noch kenntlich sein. Was bei manchen Operninszenierungen nicht so ist.
      Das Beispiel kommt sehr oft und ist ebenso oft falsch. Wie es sich bei der Hammerklaviersonate verhält, mögen andere entscheiden, ich mische mich nicht gern in Dinge, von denen ich nur wenig verstehe. Die Inszenierung ist in diesem Falle von David Hermann und also auf jeden Fall »kenntlich«, jedenfalls so lange sie im Theaterbetrieb nicht ruiniert worden ist. Mit absoluter Sicherheit ist die Inszenierung nicht von Wagner, was sie vermutlich einschneidend vom Fall der Hammerklaviersonate unterscheidet.

      JLSorel schrieb:

      Man würde doch auch nicht sagen, die Hammerklaviersonate von Beethoven ist ein Kunstwerk und ihr Vortrag am Klavier durch - sagen wir mal Yuja Wang :D - ist ein vollkommen anderes Kunstwerk, auch wenn ihr Spiel sicher äußerst kunstvoll ist.
      Ich hätte mich gewundert, wenn Sie nicht wieder den Versuch unternommen hätten, vom Thema abzulenken. Ich bin beruhigt, dass es doch noch Dingt gibt, auf die man sich verlassen kann. Da Sie hier über die Darbietung eines musikalischen Werkes sprechen, die Debatte sich aber um ein Theaterkunstwerk dreht, ist Ihre Anmerkung ganz und gar irrelevant, was Ihnen natürlich bewusst ist.
      Was geschehen ist, so lange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, so lange sie noch stehen wird.
      Marie von Ebner-Eschenbach

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