NP Alceste (Cherkaoui, Manacorda, Röschmann, Castronovo)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • NP Alceste (Cherkaoui, Manacorda, Röschmann, Castronovo)

      Heute Abend ist Premiere von Alceste - Oper von CW Gluck.

      Musikalische Leitung Antonello Manacorda
      Regie, Choreographie Sidi Larbi Cherkaoui
      Bühne Henrik Ahr
      Kostüme Jan-Jan Van Essche
      Admète Charles Castronovo
      Alceste Dorothea Röschmann
      Ein Oberpriester des Apollon Michael Nagy
      Évandre Manuel Günther
      Ein Waffenherold Sean Michael Plumb
      Hercule Michael Nagy
      Coryphée(s) Noa Beinart, Anna El-Khashem, Caspar Singh, Frederic Jost
      Apollon Sean Michael Plumb
      Das Orakel Callum Thorpe
      Mehr: staatsoper.de/news/alceste.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Monaco ()

    • Natürlich habe ich die Tweets bzw. Nachtkritiken der Herren Braunmüller und Thiel gelesen, aber ich muss ja zum Glück nicht professionell darüber schreiben, daher frei heraus: Ich hatte einen für mich wunderbaren Abend, gerade im zweiten Akt mit der gelungensten Symbiose aus dem anmutig schönen Glucksound und der emotionalen Interpretation der Eastmantänzer von Sidi Larbi Cherkaoui. Röschmann höchst berührend, Castronovo mir etwas zu sehr im Einheitsforte, Nagy etwas zu triumphierend, dafür Anna El Khashem mal wieder wie eine Kostbarkeit aus einer anderen Welt - toll grundsätzlich das Quartett (über den Chor versuche ich lieber zu schweigen). Manacorda hat den Laden (bis auf den Chor...) gut im Griff und ist besonders stark im Feinen, Zurückgenommenen. Man kann denke ich grundsätzlich darüber streiten, ob man diese Oper zeigen muss - aber wenn man es macht, ist das in dieser Form aus meiner Sicht ein sehr gutes Angebot.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Monaco ()

    • Tanzende Dominosteine
      "Sich selbst für die große Liebe opfern – dieses Thema steht in Christoph Willibald Glucks Oper im Zentrum. Königin Alceste gibt ihr Leben für ihren sterbenskranken Mann. Doch der König kann ohne seine Gattin nicht mehr glücklich werden. Also muss Herkules einschreiten, um Alceste aus dem Hades zu retten. Bei der Inszenierung von Choreograph Sidi Larbi Cherkaoui an der Bayerischen Staatsoper stahl die Tanzcompagnie den Sängerinnen und Sängern die Show."
      br-klassik.de/aktuell/news-kri…ische-staatsoper-100.html
    • Ich habe mich gestern über die sog. Inszenierung sehr geärgert. Vorweg: Ich kann mit Ballett und Tanztheater nichts anfangen, für mich ist die einzig natürliche Bewegung zu Musik die Gestik des Dirigenten. Also gehe ich, wenn Ballett angekündigt ist, nicht hin. Ist aber eine Oper angekündigt und wird dann Tanztheater mit Gesang in Form eines Oratoriums geboten, bin ich sauer und buhe. Eine Opernregie war gestern nicht vorhanden. Dazu waren leider Röschmann und Castronovo falsch gecastet. Die Stimmen, die in anderen Opern durchaus bewunderungswürdig sind, waren leider völlig fehl am Platz. Nebenrollen wie der junge Tenor Manuel Günther und die vorzügliche Sopranistin El- Khashem ließen ahnen, mit welchem Timbre ein solche Oper zu singen wäre.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tomdirigent ()

    • Der Meinung tomdirigents kann ich mich teilweise anschließen, teilweise aber auch nicht: Mit zeitgenössischem Tanztheater kann ich persönlich schon etwas anfangen, in völligem Gegensatz zum klassischen (Handlugs-)Ballett oder dessen neoklassizistischen Ausprägungen. Ich kann auch etwas mit Tanztheater anfangen, das in Musiktheater eingebaut wird, solange jenes für die Inszenierung dramaturgisch plausibel erscheint. Aber auch ich kann mich mit der Idee nicht anfreunden, dass der Tanz im Grunde die gesamte Inszenierung trägt. Genau den Fehler hat Cherkaoui m.E. gemacht: Er hat alles - unnötig - zertanzt. Dann kommt noch hinzu, dass er nicht nur die zwei dei ex machina (Apollon und Hercule, der in der italienischen Fassung nicht vorgesehen war) völlig unkritisch und unkommentiert über die Bühne schmeißt, sondern ein absolutes Happy End - wieder unkritisch und unkommentiert - ansetzt, was das Ganze in letzter Sekunde in den völligen Kitsch abdriften lässt.
      Garstig glatter
      glitschriger Glimmer!
      Wie gleit' ich aus!
      Mit Händen und Füßen
      nicht fasse noch halt' ich
      das schlecke Geschlüpfer!
      Feuchtes Naß
      füllt mir die Nase:
      verfluchtes Niesen!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Th.E. ()

    • Herr Brembeck müsste mir auch mal erklären, was "der Verzicht auf Interpretation und Deutung" und wie dieser möglich sein soll. Er sagt ja selbst davor "So deutet das der als Kultchoreograf [...]". Also welches ist es jetzt?
      Garstig glatter
      glitschriger Glimmer!
      Wie gleit' ich aus!
      Mit Händen und Füßen
      nicht fasse noch halt' ich
      das schlecke Geschlüpfer!
      Feuchtes Naß
      füllt mir die Nase:
      verfluchtes Niesen!
    • ira schrieb:

      sueddeutsche.de/kultur/oper-ei…-eigenem-gesetz-1.4464440
      "selbst die Stücke Mozarts, Verdis und vor allem Wagners sind in vielen Momenten aus der Zeit gefallen und brauchen daher einen erläuternden und in die Tiefe gehenden Interpretationsansatz, um nicht nur apart klingende Museumsopern zu sein."

      Ich brauche keine vorgekauten Interpretationsansätze, kein Bevormundungstheater, ich denke lieber selbst. :)
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von JLSorel ()

    • JLSorel schrieb:

      Zitat Brembeck:
      "Bevormundungstheater"
      An diesem Elend ist so mancher Kritiker mit schuld. Allen voran Brembeck.

      JLSorel schrieb:

      Zitat Brembeck:
      "und vor allem Wagners"
      Wie Herr Russwurm vom RWVM nach dem Besuch einer Gruppe in der SZ und einem Gespräch mit Brembeck ja schrieb, mag er Wagner nicht. Kein Wunder, daß er dann einen "erläuternden Interpretationsansatz" braucht.
    • Th.E. schrieb:

      Herr Brembeck müsste mir auch mal erklären, was "der Verzicht auf Interpretation und Deutung" und wie dieser möglich sein soll.
      Er glaubt, dass das möglich ist, und er ist damit nicht allein. Wie man hier sieht, glaubt es JLSorel auch. Und er verlangt sogar, dass ihm dieses akrobatische Kunststück erster Güte dargeboten wird.
      Was geschehen ist, so lange die Welt steht, braucht deshalb nicht zu geschehen, so lange sie noch stehen wird.
      Marie von Ebner-Eschenbach
    • ira schrieb:

      Kein Wunder, daß er dann einen "erläuternden Interpretationsansatz" braucht.
      Tatsächlich ist es ja so, dass diese sogenannten Interpretationen den Blick auf das Stück meistens eher verstellen, als dass sie helfen würden, das, was durch das 'Aus-der-Zeit-gefallen-sein unverständlich wurde, zu erhellen.
      It is only shallow people who do not judge by appearances. The true mystery of the world is the visible, not the invisible. Oscar Wilde
    • JLSorel, bitte zeigen Sie mir auch nur *ein* (in Ziffer: 1) einziges Beispiel von Theater, das frei von Interpretation des Theatertextes in Szene gesetzt wird.
      Garstig glatter
      glitschriger Glimmer!
      Wie gleit' ich aus!
      Mit Händen und Füßen
      nicht fasse noch halt' ich
      das schlecke Geschlüpfer!
      Feuchtes Naß
      füllt mir die Nase:
      verfluchtes Niesen!