Staatskapelle mit Mehta und Strauss

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Staatskapelle mit Mehta und Strauss

      Gestern Abend Staatskapelle mit zwei Mal Strauss in der Staatsoper. Bei den vier letzten Liedern hatte ich nicht das Gefühl, dass Mehta über betuliches Mittelmaß hinauskommt. Keine grundsätzliche Idee, relativ zügig durchdirigiert, ohne Wehklagen in den beiden letzten Liedern, aber auch ohne Esprit insgesamt. Die Einspringerin für Frau Stoyanova, die noch junge norwegische Sopranistin, die ZUFÄLLIG für die Decca gerade diese vier letzten Lieder aufgenommen hat, hat mir keinen Grund dafür geliefert, warum es zu den unzähligen bereits vorhandenen Aufnahmen, von denen für mich die mit Norman (auch wegen Masur) und Janowitz Maßstäbe setzen, ausgerechnet noch eine geben muss. Lise Davidsen, mit üppigem Sopran ausgestattet, hat gleich zwei Probleme: Das eine ist ihre Verfärbung der Vokale. Vom Text versteht man eigentlich nichts. Das zweite ist das späte Einschwingen. Fast jede Phrase öffnet erst nach einer Sekunde, das hat eine Schwallwirkung, die ebenfalls der Textverständlichkeit nicht guttut und zudem einen scharfen Ton erzeugt, der mitunter wehtut. Das ist selbst auf CD gut hörbar und die Dame sollte das schnell in den Griff kriegen. Mehta bekam sich selbst übrigens in der Sinfonia Domestica in den selbigen. Frisch, lebhaft, sehr transparent dirigiert, folgte ihm die Kapelle unter Anwesenheit Barenboims, der in der Proszeniumsloge laut blätternd die Partitur mitlas. Und siehe da - das verkniffene Gesicht des Maestros hellte sich am Ende auf, er dankte dem Orchester herzlich und das Publikum tat es ihm nach.
    • Neu

      Ich habe das Konzert am Montag in der Philharmonie anders wahrgenommen. Zunächst spielt die Akustik der beiden Häuser eine Rolle. Aus preislichen Gründen gehe ich zwar überwiegend in die Staatsoper zu Konzerten, aber eigentlich hat man in der Philharmonie mehr vom Konzert. Von Zubin Mehta, der inzwischen wieder ohne Stock aufs Podium kam, habe ich schon deutlich belanglosere Konzerte als dieses erlebt. In den Vier letzten Liedern war er ein fürsorglicher Begleiter und ließ die Musik einfach so strömen. Ebenso war es in der Sinfonia domestica, über deren Aufführung ich mich sehr gefreut habe.

      Zu Lise Davidsen: ich habe die Sängerin zum ersten Mal live erlebt und hatte zuvor nur einige Sachen bei YouTube angehört. Die positiven Eindrücke überwiegen bei weitem. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann dass die Stimme fast schon zu reif klingt und ich den Eindruck habe, dass sie sehr kontrolliert und mit angezogener Handbremse singen musste, um nicht den Putz von der Decke zu holen. Aber welch eine Stimme, wenn sie frei klingt. Aufgefallen ist mir auch, dass sie Töne in der Höhe des öfteren mit einem crescendo singt (das hörte sich für mich nicht wie negativ belastetes Einschwingen der Töne an). Sie besitzt insgesamt eine tolle Ausstrahlung und wurde heftig umjubelt.
    • Neu

      Kapellmeister Storch schrieb:

      Ich habe das Konzert am Montag in der Philharmonie anders wahrgenommen. Zunächst spielt die Akustik der beiden Häuser eine Rolle. Aus preislichen Gründen gehe ich zwar überwiegend in die Staatsoper zu Konzerten, aber eigentlich hat man in der Philharmonie mehr vom Konzert. Von Zubin Mehta, der inzwischen wieder ohne Stock aufs Podium kam, habe ich schon deutlich belanglosere Konzerte als dieses erlebt. In den Vier letzten Liedern war er ein fürsorglicher Begleiter und ließ die Musik einfach so strömen. Ebenso war es in der Sinfonia domestica, über deren Aufführung ich mich sehr gefreut habe.

      Zu Lise Davidsen: ich habe die Sängerin zum ersten Mal live erlebt und hatte zuvor nur einige Sachen bei YouTube angehört. Die positiven Eindrücke überwiegen bei weitem. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann dass die Stimme fast schon zu reif klingt und ich den Eindruck habe, dass sie sehr kontrolliert und mit angezogener Handbremse singen musste, um nicht den Putz von der Decke zu holen. Aber welch eine Stimme, wenn sie frei klingt. Aufgefallen ist mir auch, dass sie Töne in der Höhe des öfteren mit einem crescendo singt (das hörte sich für mich nicht wie negativ belastetes Einschwingen der Töne an). Sie besitzt insgesamt eine tolle Ausstrahlung und wurde heftig umjubelt.
      Ja, das stimmt schon mit den verschiedenen Akustiken der Häuser. Und ich kann durchaus nachvollziehen, dass zwei Abende auch unterschiedlich ausfallen können. Was die Solistin angeht, meinte ich das "negativ belastete Einschwingen" nicht in Bezug auf die oberste Lage, sondern auf jede Phrase. Es ist ein grundsätzliches Problem, das ich da höre. Und ganz ehrlich - was hat die "Ausstrahlung" einer Sängerin mit ihrer gesanglichen Leistung zu tun?
    • Neu

      Kapellmeister Storch schrieb:




      Zu Lise Davidsen: ich habe die Sängerin zum ersten Mal live erlebt und hatte zuvor nur einige Sachen bei YouTube angehört. Die positiven Eindrücke überwiegen bei weitem. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann dass die Stimme fast schon zu reif klingt und ich den Eindruck habe, dass sie sehr kontrolliert und mit angezogener Handbremse singen musste, um nicht den Putz von der Decke zu holen. Aber welch eine Stimme, wenn sie frei klingt. Aufgefallen ist mir auch, dass sie Töne in der Höhe des öfteren mit einem crescendo singt (das hörte sich für mich nicht wie negativ belastetes Einschwingen der Töne an). Sie besitzt insgesamt eine tolle Ausstrahlung und wurde heftig umjubelt.
      Wenn die Stimme jetzt schon "reif" klingt und die hohen Töne mit einem Crescendo gesungen werden hört sich das ja doch sehr einschränkend an, und "eine tolle Ausstrahlung" bekommt da doch einen eigenen Beigeschmack.
    • Neu

      ira schrieb:

      Staatskapelle Berlin: Die Glocke am Ende der Nacht
      Diese Musik spricht ihre ganz eigenen Sprache: Die Staatskapelle Berlin unter Zubin Mehta mit einem reinen Strauss-Abend.
      tagesspiegel.de/kultur/staatsk…e-der-nacht/24445206.html
      Das ist doch eine sehr unmissverständliche Äußerung zu den letzten Liedern. Die sind nun einmal eine Herausforderung für eine Strauß- Sängerin, und gerade deshalb wäre es so interessant gewesen K. Stoyanova hier zu hören, nachdem sie in letzter Zeit so wirklich schöne Auftritte als Danae, Marschallin und Ariadne hatte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von parlando ()

    • Neu

      parlando schrieb:

      ira schrieb:

      Staatskapelle Berlin: Die Glocke am Ende der Nacht
      Diese Musik spricht ihre ganz eigenen Sprache: Die Staatskapelle Berlin unter Zubin Mehta mit einem reinen Strauss-Abend.
      tagesspiegel.de/kultur/staatsk…e-der-nacht/24445206.html
      Das ist doch eine sehr unmissverständliche Äußerung zu den letzten Liedern. Die sind nun einmal eine Herausforderung für eine Strauß- Sängerin, und gerade deshalb wäre es so interessant gewesen K. Stoyanova hier zu hören, nachdem sie in letzter Zeit so wirklich schöne Auftritte als Danae, Marschallin und Ariadne hatte.
      Sag ich doch - Teil 1 war des zweiten Teils nicht würdig und wenn auch auf CD genau diese Probleme der Sängerin hörbar werden, liegt es auch weniger an der Einzelleistung als einfach daran, dass sie gepusht wird, an großen Häusern große Rollen zu singen, noch bevor die Stimme überhaupt "fertig" ist. Hier droht ein weiteres Talent zum Scheitern verurteilt zu sein, weil viel zu früh (bereits Tannhäuser-Elisabeth) nach den Sternen gegriffen wird.