Bairisches

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    • Noch was fürs Sommerloch

      Die Print-Ausgabe der SZ:

      Auwä zwigg, da Goofy
      Pünktlich zum Oktoberfest sollen Micky Mouse, Goofy und Donald Duck neue Abenteuer erleben - auf Bairisch

      "Manche werden jetzt einwenden, dass erstens in München alles gesprochen wird, nur kein Bairisch. Und dass zweitens das Münchnerische sowieso kein bairischer Dialekt ist, sondern eine Variante des Saupreißischen. Donalds neue Abenteuer, so viel sei gesagt, werden diesen Streit nicht lösen können. Sie tragen so malerische Titel wie "Ualaub in de Beag - Subba-Ruggsägg" oder "Eiadanz im Oibnland".

      von Maximilian Gerl

      sueddeutsche.de/bayern/walt-di…rechen-bairisch-1.3143016
    • "Bairisches" steht in der Überschrift!
      Ich bin ja eher der einfache Typ. Wenn ich an Bayern denke, fallen mir nur die klischeehaften Bilder ein
      - die Alpen und die Seen
      - der erste Blick, von der Autobahn aus, auf die sich nähernden Türme der Frauenkirche
      - die feschen Weibsbilder in der Stadt und nicht weniger die auf dem Land
      - eine gebratene Kalbshaxe und ein Tegernseer Helles
      - ein Abend in der BSO
      - im Dezember die hellen Stimmen eines Kinderchores aus der verschneiten Dorfkirche
      ... das ganze rührselige Zeug halt!
      youtube.com/watch?v=KHMpLWnKpIA

      ganz unter uns, und bitte nicht weitersagen: das sind keine Klischees, es ist alles noch da, und man kann damit leben :D
    • cameo schrieb:

      und man kann damit leben
      Und zwar hervorragend :)

      In dieser Woche kommt die Biographie von Helmut Dietl heraus:

      A bissel was geht immer
      Unvollendete Erinnerungen

      Das Nachwort von Patrick Süskind war in der Wochenend-SZ abgedruckt, ist aber leider nicht online, dennoch sehr lesenswert:

      Erinnerungen an eine Freundschaft

      "Als er schon vom Krebs gezeichnet war, begann der Filmemacher Helmut Dietl mit der Niederschrift seiner Memoiren. Nächste Woche erscheinen sie in unvollendeter Form. Das Nachwort, das wir hier abdrucken, stammt vom langjährigen Weggefährten und Co-Autor seiner Filme."

      "Was bleibt, ist neben der Melancholie, die mich befällt, wenn ich an ihn denke, immer noch, bis auf den heutigen Tag, die Verwunderung über diese sehr, sehr unwahrscheinliche Freundschaft." (Patrick Süskind über Helmut Dietl)
      (Foto: SZ Photo)

      sueddeutsche.de/kultur/patrick…ft-1.3144518?reduced=true
    • Schade, daß das "warmherzige" Nachwort von Patrick Süskind nicht online ist.

      Zitat Merkur:
      "und so liebevoll, detailliert und hinterkünftig Dietl seine Mutter und die beiden Großmütter schildert"

      Über die Beziehung Dietls zu seiner Mutter schreibt Süskind:

      "Wie wichtig, lebenswichtig und zwar lebenslänglich lebenswichtig diese Frau für Helmut Dietl gewesen ist, konnte ich damals nicht ahnen...
      Aber dann, Anfang Dezember 1976 klingelte das Telefon, es war schon fast Mitternacht, und als ich abhob, hörte ich einen Schrei, so laut und gequält als würde jemand erstochen, und der Schrei ging über in ein Schluchzen und ein Stöhnen, und da erst erkannte ich, daß er es war, glaubte zunächst, er sei in Lebensgefahr, und fragte was geschehen sei, und dann kam, von Schluchzen unterbrochen, die Antwort: "Meine Mutter ist tot."
      Sie war erst 57 Jahre alt."

      Seine erste Begegnung mit Helmut Dietl in der "Kulisse" (Maximilianstraße, neben den Kammerspielen) schildert Patrick Süskind so:

      "Er erschien mit einer Viertelstunde Verspätung, betrat die Lokalität mit vorwärtsstürmendem und zugleich schlürfendem Schritt, ein Mann mit etwas schiefer Figur, mit weißer Hose, weißen Turnschuhen, dunklem Bart und dunkler Nerzjacke. Er war außer Atem und sichtlich erregt. Ein tic nerveux des Auges setzte beinahen sekündlich die obere linke Gesichtshälfte in zuckende Bewegung. Er begrüßte den Wirt und die Kellnerinnen, offenbar war er hier Stammgast, erspähte uns, kam auf uns zu, es tue ihm leid, normalerweise sei er auf die Minute pünktlich, aber heute gehe alles drunter und drüber, gerade habe er den goldenen Mercedes seiner Frau (Barbara Valentin) "zammg'fahrn", "Rieseng'schiss" mit Polizei und Abschleppdienst, Kühlerhaube verzogen, Scheinwerfer hin, Reparatur fraglich, wahrscheinlich müsse er jetzt seiner Frau einen neuen Wagen kaufen, mindestens einen 280er SE Coupé, das hätt' ihm grad noch g'fehlt..."

      "Den Stempel hatte dieser Wohnung offensichtlich die Dame des Hauses aufgeprägt, die der Hausherr "Püppilein" nannte und die einem größeren Publikum als Schauspielerin, "Sexbombe" oder "Skandalnudel" unter dem Namen Barbara Valentin bekannt war, bekannter damals als Dietl selbst.Von einem Püppchen hatte sie freilich, außer dem vollen, runden Gesicht, so gar nichts an sich: eine Frau von dominanter, aggressiver Weiblichkeit, eine starke, manchmal furchterregende Persönlichkeit, gewohnt und fordernd im Mittelpunkt zu stehen und begehrt zu werden, dazu eifersüchtig und gelegentlich, nein, häufig zu Ausbrüchen von unfaßbarer Vulgarität neigend."

      "Unter Zuhilfenahme von arroganter Autosuggestion waren wir in dem Glauben, daß das, was wir nicht können, immer noch tausendmal besser sei als das, was die anderen Deppen machten. Dramaturgisches Denken und das Erzählen in dramaturgischer Form sind Dinge, die man nicht erlernen kann, sondern für die man begabt sein muß. Er war's."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ira ()

    • ira schrieb:

      Bairisch ist das nicht.
      Aber in Bayern ist das Wort "hinterkünftig" schon bekannt. Behauptet jedenfalls die SZ: "In Bayern gibt es ja das schöne Wort "hinterkünftig". Der hinterkünftige Witz, die stille Pointe, die sich von hinten heranschleicht, kann oft die viel bösere sein." sueddeutsche.de/muenchen/nockh…nwalt-des-volkes-1.6786-3

      Jedenfalls kannten sie es noch 2010 bei der SZ.


      Auch dem Merkur ist das Wort nicht fremd: merkur.de/lokales/erding/hinte…-urbayerisch-2277649.html


      Könnten Sie also vielleicht noch mal ein bißchen in sich gehen, verehrte Ira? Möglich, ja wahrscheinlich ist natürlich, daß ich den Unterschied zwischen "bairisch" und "urbayerisch" immer noch nicht begriffen habe.
    • ira schrieb:



      Süskind:
      "Dramaturgisches Denken und das Erzählen in dramaturgischer Form sind Dinge, die man nicht erlernen kann, sondern für die man begabt sein muß."
      Was für ein Unsinn. Man kann jedes Handwerk erlernen. Ob man ein Meister darin wird, hängt von allen möglichen Faktoren ab, auch von Begabung, aber in erster Linie doch davon, dass man intensiv lernt und übt.