Musikfest Berlin : Zubin Mehta und das Israel Philharmonic Orchestra

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    • Musikfest Berlin : Zubin Mehta und das Israel Philharmonic Orchestra

      Auch hier steht eine bedeutende Wachablösung bevor. nach 50 Jahren (!) übernimmt Lahav Shani die Leistung des Israel Philharmonic von Zubin Mehta. Im September gibt es eine Abschiedstournee Mehta/Israel Philharmonic, im Oktober wohl ein Abschiedsfestival in Israel.

      Ich sah Zubin Mehta zu ersten Mal nach seiner OP und war einigermaßen schockiert: mit einer Gehhilfe schleppte sich der doch sonst so jung Wirkende zum Pult. Dann knallte er allerdings die Gehhilfe auf dem Boden und war wieder der "Alte". Er wurde (wie in München ein paar Tage zuvor) mit sehr großer Herzlichkeit vom Publikum begrüßt.

      Zunächst gab es ein Concertino für Streicher von Ödon Partos (1907 - 1977), der (wie man dem Programmheft entnehmen konnte) bereits in den 1930ern Solo-Bratscher des Orchesters war. Man hörte ein Streicherstück, das unterschiedliche Stimmungen schnell wechseln ließ - mit deutlichen Anklängen an ungarische Musik, z.B. Bartok. Man konnte die Streicher bewundern, mehr blieb eigentlich nicht hängen.

      Dann das Mendelssohn-Violinkonzert mit Gil Shaham - für mich ein unvergeßlichler Auftritt. Solch eine Leichtigkeit der Interpretation habe ich lange nicht gehört. Bereits gestern Abend vermißte jemand im Facebook spätromantische Tiefe, aber mir gefällt ein Mendelssohn, der so auf Zehenspitzen gespielt wird, besser. Die Streicher des Orchesters wurden hier bereits erwähnt, ich meine da einen deutlich europäischen (sprich deutsch-österreichischen) Einschlag zu hören. Nun ja, das Orchester betont, daß es drei Wellen des Zugangs gab, die stilbildend waren : die Europäische der 1930er Jahre, die Russische der 1970er und nunmehr eine eigene Israelische.

      Nach der Pause dann eine "Symphonie phantastique", die ihre Wirkung nicht verfehlte. Mich beeindruckte (vom Podium aus, vielleicht 8 Meter entfernt) die knappe, aber sehr präzise Zeichengebung von Zubin Mehta. Dem folgte das Orchester perfekt und lieferte noch einmal eine Kostprobe seiner unglaublichen Fähigkeiten (technisch - im Solistischen, im Zusammenspiel) ab.

      Großartig fand ich auch, daß dieses Konzert nicht politisch aufgeladen, sondern als Konzert aufgenommen worden ist. Das Publikum feierte das Orchester aber besonders auch Zubin Mehta, von dem mir gestern erst klar wurde, wie kostbar seine Auftritte geworden sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gast1 ()

    • Gast1 schrieb:

      Auch hier steht eine bedeutende Wachablösung bevor. nach 50 Jahren (!) übernimmt Lahav Shani die Leistung des Israel Philharmonic von Zubin Mehta.
      Von Lahav Shani wird man mit Sicherheit noch viel hören. In Juni war er mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest in Köln. Es gab Mahlers 3. Sinfonie, und es war fantastisch. koelner-philharmonie.de/de/pro…hler-sinfonie-nr-3/121240 :)
    • Schambes schrieb:

      Jugendwahn?

      "Der 27-jährige israelische Dirigent Lahav Shani wurde vom Rotterdam Philharmonic Orchestra einstimmig zum neuen Chefdirigenten ab 2018 gewählt - als Nachfolger von Yannick Nézet-Séguin....Zurzeit absolviert er sein Dirigierstudium bei Prof. Christian Ehwald und sein Klavierstudium bei Prof. Fabio Bidini an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin."



      br-klassik.de/index.html
      ... Das war vor 3 Jahren. War dann scheinbar eine gute Entscheidung in Rotterdam.