DSO mit Mahler & Co.

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    • DSO mit Mahler & Co.

      Am gestrigen Abend gefiel das DSO mit einem ungewöhnlichen Beginn. Schlicht Improvisationen genannt, war ein Teil des Orchesters auf der Bühne damit beschäftigt, sich gegenseitig zuzuhören und interessante Bilder zu malen. Harmoniesüchtig bis kratzig, ich hätte noch länger zuhören können, aber nach etwas verspätetem Beginn hatte es Maestro Ticciati eilig endlich loszulegen. William Waltons Violoncellokonzert mit Nicolas Altstaedt war der eigentliche Beginn des Abends und für mich dann auch gleich das zweitrangige Stück nach dem wunderbaren Auftakt. Zwischen Kitsch und viel zu spätem Aufbegehren - das Werk ist aus den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts - konnte ich ihm wenig abgewinnen. Der Solist mühte sich zwar, dem ganzen expressive Töne abzugewinnen, aber das Ergebnis war trotzdem mau. Ein Werk, das zu Recht kaum aufgeführt wird. Natürlich steht es da um Mahlers 1. Sinfonie ganz anders. Vor allem, wenn man sie so angeht, wie Ticciati das gestern gemacht hat. Ich habe 54 Minuten gestoppt, das Orchester brauste mit Schmetterton durch den Orkan der Gefühle, leider ein ums andere Mal mit etwas verpatztem Blech auch in den lyrischeren Passagen. Was auch immer da nicht funktioniert hat, sollte besser geprobt werden. Bereits im 2. Satz habe ich ängstlich auf die hinteren Reihen geschaut, um dann auch im 3. Satz wieder einen verkorksten Einsatz der Tuba zu hören. Auch wenn mir das Temperament Ticciatis sehr gut gefiel, war ich mit der Leistung des Orchesters gestern nicht zufrieden.