Don Giovanni Premiere am 20.10.2019

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    • Um wieder zum Thema zurückzukommen, erlaube ich mir hiermit, eine weitere Kritik einzustellen. Vielmehr einen "teaser", da leider ein Bezahlartikel. Aber vielleicht interessiert es ja jemanden ausreichend genug, um dafür zu löhnen:

      Don Giovanni und das Wunder im zweiten Akt Bezahlartikel
      Nach „Là ci darem la mano“, einem der größten Mozart-Publikumslieblinge überhaupt, keinen Szenenapplaus für das Herz-Schmerz-Duett zu bekommen –das muss man erstmal schaffen. Bei der Ouvertüre, sofort nach den trocken donnernden ersten Akkorden in eine Pauschalphrasierung abzusacken und dort so schnell nicht wieder herauszufinden, wie es Adam Fischer und den Philharmonikern widerfuhr, auch das muss man erstmal
      schaffen. Man sollte es aber tunlichst nicht. Doch Jan Bosses Mozart-Inszenierung...
      abendblatt.de/kultur-live/arti…under-im-zweiten-Akt.html
    • Ich mach mal die Krankheitsvertretung für den 2. Geharnischten (Gute Besserung auch von dieser Stelle!) und berichte kurz von der B-Premiere. Zum Musikalischen nur so viel: alle Sänger waren in bester Verfassung, auch André Schuen. War also wohl doch Premierennervosität. Und Alexander Roslavets, der in einer Besprechung nicht so gut wegkam, fand ich wieder ausgezeichnet.
      Zur Inszenierung: Wir hatten heute mittige Plätze, und so konnte ich die Videos sehen und nicht nur erahnen. "Zu viel, zu viel!" Insbesondere, wenn Sänger gefilmt wurden, die ohnehin vorne auf der Bühne standen. Wenn sie dann auch noch beim Singen aufgenommen wurden, irritierte die Verzögerung, dass das Video also nicht lippensynchron war. Aber auch sonst brachten die Videos nur selten einen Mehrwert. Ganz schön war die Einspielung, wie die frustrierte Donna Elvira sich eine Zigarette anzünden will, das Feuerzeug nicht funktioniert und sie beides genervt wegschmeißt.
      Pleiten, Pech und Pannen: Nach Donna Annas letzter Arie drehte sich die Bühne nicht weiter zur Szene mit dem Gastmahl. Adam Fischer musste also eine längere Generalpause einlegen. Irgendwann hat er wohl ein Zeichen bekommen, er gab den Einsatz und kurz darauf drehte sich die Kulisse weiter. (Ob der Maschinist durch die Musik geweckt wurde? 8o ) Aber wohl immer noch etwas verspätet, denn André Schuen musste zwischen den Kulissen nach vorne sprinten, sonst hätte er den Beginn der Szene von hinter den Kulissen singen müssen. Damit nicht genug, der Vorhang, der den Speisesaal dekoriert, fiel nicht. Das war noch nicht so schlimm. Zwar hätte eigentlich der Tod (Anne Müller) Don Govanni unter diesen ziehen sollen, statt dessen hat sie ihn (Don Giovanni, nicht den Vorhang) unter sich begraben - auch ein schöner Effekt. Aber dadurch, dass der Vorhang nicht gefallen war, hatten die 3 Posaunen, die den Komtur begleiteten, keine Sicht auf den Dirigenten. Ihr Einsatz war trotzdem korrekt, Chapeau. Und Chapeau auch für Frau Müller, die sich als Vorhangzieherin betätigte und den nicht gefallenen Vorhang wenigstens so weit aufzog, dass die Posaunen sehen und gesehen werden konnten.
    • Aus der "Elbvertiefung" (ZeitOnline):
      "Falls Sie nicht sicher sind, ob Sie "Don Giovanni" an der Staatsoper wirklich sehen müssen: Gehen Sie hin! Und zwar schnell, solange Adam Fischer dirigiert – es gibt nur noch zwei Vorstellungen, die eine heute, die andere am Samstag. Wenn Fischer und die Philharmoniker aufeinander treffenund ein Stück von Mozart aufführen, sollte man möglichst immer in Hörweite sein, selbst falls Sie (wie ich) Mozart nicht für den aufregendsten Komponisten der Welt halten. Aber wenn Fischer dirigiert, fliegen die Funken. Doch die Inszenierung ist auch aus einem ganz anderen Grund interessant: Sie spielt mit allen Klischees zeitgenössischer Opernproduktionen – es gibt Livevideos,stückfremde Figuren auf der Bühne, Kulissen, die mit ihrer Kulissenhaftigkeit spielen. Das wirkt zwar, als wolle der Regisseur Jan Bosse beweisen, dass er mit den Resten einiger abgespielter Produktionen als Bühnenbild auskommt. Aber gerade deshalb finde ich den Abend sehenswert: Er riecht nach Abenteuer, nach Experiment, nach Wagemut. Und das passiert in der Oper ja nicht allzu oft"

      Florian Zinnecker

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