Anja Harteros

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    • Schambes schrieb:

      Ein "sorry" braucht es nicht.
      Nein, die Hauptsache, man hat diese Sendung nicht verpaßt. Überschwemmt wird man ja in den Öffentlich-Rechtlichen mit Produktionen dieser Qualität nicht gerade.
      Ich weine ja Sir Peter ansonsten keine Träne nach. Aber daß er Anja Harteros nach München geholt hat, muß man ihm absolut hoch anrechnen.

      "Das Timbre ist der Fingerabdruck der Seele auf den Stimmbändern..." (Jens Malte Fischer)
      Was für ein wunderschöner Satz. Und ich wüßte derzeit keine Sängerin, auf die er so zutrifft wie auf Anja Harteros.
    • Ariel schrieb:

      "Das Timbre ist der Fingerabdruck der Seele auf den Stimmbändern..." (Jens Malte Fischer)
      Jens-Malte Fischer ist zweifellos ein großer Mann, aber auch bei ihm scheinen Metaphern Glückssache zu sein. Man stelle sich vor, wie die Seele an den Stimmbändern herumfingert, um da den entsprechenden Abdruck zu hinterlassen. Der Stimme dürfte das nicht gut bekommen, und einen starken Brechreiz dürfte die Aktion auch auslösen. Welch ein Glück, dass die Seele keine Finger hat uns also auch keine Fingerabdrücke hinterlassen kann.
    • oaiaaia schrieb:

      Jens-Malte Fischer ist zweifellos ein großer Mann, aber auch bei ihm scheinen Metaphern Glückssache zu sein. Man stelle sich vor, wie die Seele an den Stimmbändern herumfingert, um da den entsprechenden Abdruck zu hinterlassen. Der Stimme dürfte das nicht gut bekommen, und einen starken Brechreiz dürfte die Aktion auch auslösen. Welch ein Glück, dass die Seele keine Finger hat uns also auch keine Fingerabdrücke hinterlassen kann.
      Na, dann wollen wir diesen Beitrag doch mal unter einem Versuch von Ironie abhaken.
      Wenn auch einem mißglückten.
    • Zum "Fingerabdruck der Seele" (Zitat Jens Malte Fische):

      Es ist das Wesen der Metapher, dass sie nicht wörtlich genommen werden sollen/wollen. Insofern kann ich mir unter einem "Fignerabdruck der Seele" als Metapher für das Timber einer Sängerin durchaus etwas vorstellen. Vielleicht hätte er die Stimmbänder besser weggelassen, das erzeugt tatsächlich unangenehme Assoziatonen.
    • Es gehört zu einer guten Metapher, dass sie anschaulich macht, was gemeint ist, dass sie also gesehen ist. Was hier gewurschtelt wird, ist nicht anschaulich, weil es ausgedacht ist, auf dem Papier entstanden, aus dem Bedürfnis, sich recht fein auszudrücken. Wir müssen übrigens das »Wesen« der Metapher (was immer ein »Wesen« von irgendetwas auch sein mag) nicht theoretisch diskutieren. Man kann bei den großen Schriftstellern studieren, von denen es nun wirklich genug gibt, wie Metaphern gut konstruiert werden, und man kann darüber sehr instruktive Erläuterungen und eindrucksvolle Beispiele (auch sehr eindrucksvolle für das Misslingen und außerordentlich überzeugende Erklärungen der Ursachen des Misslingens) in Ludwig Reiners’ »Stilkunst« finden, ein Buch, das ohnehin die Dauerlektüre aller sein sollte, die sich öffentlich schreibend äußern.
    • oaiaaia schrieb:

      Es gehört zu einer guten Metapher, dass sie anschaulich macht, was gemeint ist, dass sie also gesehen ist.
      Kann es sein, daß es bei Ihnen an Phantasie fehlt? Ich kann mir unter dieser "Metapher", so man diesen Satz denn als solche bezeichnen will, durchaus etwas vorstellen. Und sie auch "sehen".

      oaiaaia schrieb:

      Wir müssen übrigens das »Wesen« der Metapher (was immer ein »Wesen« von irgendetwas auch sein mag) nicht theoretisch diskutieren.

      Nein, das müssen wir nicht. Also lassen Sie es doch einfach.

      susakit schrieb:

      Vielleicht hätte er die Stimmbänder besser weggelassen, das erzeugt tatsächlich unangenehme Assoziatonen.
      Was soll an Stimmbändern unangenehm sein?
    • @Ariel: Nein, es fehlt mir nicht an Phantasie, machen Sie sich keine Sorgen. Das ist auch keine Frage der Phantasie, sondern des Stils. Nicht des Stilgefühls, sondern des Stilwissens. Die Sache ist ja aber ganz einfach: Die Seele hat keine Finger und kann daher auch keine Fingerabdrücke hinterlassen.

      Gegenbeispiel gefällig? Nehmen wir, weil wir mal bei den Fingern sind »die rosenfingrige Eos«. Das ist eine stimmige Metapher, denn was sie enthält, ist anschaulich, weil gesehen. Denn die Göttin der Morgenröte hat selbstverständlich Finger, die man leicht mit den ersten Strahlen der aufgehenden Sonne gleichsetzt. Und diese sind, wenn man so will, von der Farbe der Rosen.

      (Diese Behauptungen, nicht behauptet zu haben, was implizit behauptet wurde, kommen mir so seltsam bekannt vor...)
      Wie auch immer: Wie stellen Sie es sich den vor, dass ein Fiungerabdruck entsteht, wenn der Finger den Ort, wo der Fingerabdruck sein soll, nicht berührt?