Liedkunst am "Weißen Hirsch"

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    • Liedkunst am "Weißen Hirsch"

      Im ersten von vier Liederabenden im vormaligen Kurhaussaaldes Lahmann-Sanatoriums „Weißer Hirsch“ im Dresdner Loschwitz sangen am 18.September zwei am Elbhang inzwischen beheimatete Künstler.
      Im ersten Teil bot der holländische Tenor Anton Salis Liedervon Franz Schubert und die finnisch-schwedische Sopranistin Camilla NylundLieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Gustav Mahler.
      Die hervorragende Akustik des von seiner Kino-Nutzungbefreiten Raumes ermöglichte Anton Salis, seine stimmlichen Möglichkeitenhervorragend zu nutzen. Frau Nyland brachte bei den forcierten Passagen denrelativ kleinen Raum zum Teil an seine Grenzen.
      Wahrscheinlich ein Hinweis des sensiblen KlavierbegleitersJobst Schneiderat erbrachte im zweiten Teil, dass die Lieder von RichardStrauss zu einem musikalischen Erlebnis wurden. Die „Letzten Lieder“ werdennoch eine Zeit in uns nachklingen.
    • Am kommenden Sonntag, den 23.Oktober findet 17 Uhr der zweite der vier Liederabende im vormaligen Kurhaussaal zum Weißen Hirsch statt.
      Der Tenor Michael Heim singt Franz Schuberts Liederzyklus "Die Schöne Müllerin". Am Flügel begleitet Jobst Schneiderat.

      Jobst Schneiderat wird am 30.Oktober in München Daniel Behle bei der "Hommage an Fritz Wunderlich" begleiten.

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    • Auch der zweite Liederabend im vormaligen Kurhaussaal zum Weißen Hirsch wurde zum, wenn auch lokalem, künstlerischen Ereignis.
      Der, wie die Künstler des ersten Liederabends gleichfalls in Oberloschwitz beheimatete Tenor Michael Heim gestaltete Franz Schuberts "Die Schöne Müllerin" intensiv und engagiert.
      Auch für Michael Heim war die Akustik im neugestalteten Saal zunächst ungewohnt. Nachdem aber der ansonsten zur Füllung großer Räume geforderte Sänger die erforderliche Beschränkung seiner Forcierungen gefunden hatte, musste seine Interpretation keinen Vergleich fürchten.
      Die Begleitung des Jobst Schneiderat wie immer: Ohne jeden Tadel.
    • Anton Saris mit "Die Winterreise"



      Obzwar Zeitgenossen, waren der Dessauer Wilhelm Müller (1794 bis 1827) und der Vorort-Wiener Franz Peter Schubert (1797 bis 1828) recht unterschiedliche Charaktere.

      Beide aus einfachen Familien stammend hatte sich der Freimaurer Wilhelm Müller an den Freiheitskriegen gegen die Truppen Napoleons aktiv beteiligt und sich für den Unabhängigkeit der Griechen vom Osmanische Reich im griechisch-türkischen Krieg engagiert.

      Auch an den politischen Strömungen der Zeit, war er mit Wort und Schrift unter anderem durch aktive Freundschaften zu Friedrich Ludwig Jahn, Gustav Schwab, Ludwig Uhland und Lord Byron beteiligt.

      Während sein 1823 von Franz Schubert vertonter Gedichtzyklus „Die schöne Müllerin“ auf des Poeten persönlicher Lebenskrise einer unglücklichen Liebe zu der Dichterin Luise Hensel zurückzuführen war, können die Gedichte der Winterreise nicht mit schwierigen persönlichen Lebensumständen Müllers gedeutet werden.

      Vielmehr dürfte Wilhelm Müller der Winter als Metapher seiner Resignation gegenüber den politischen Verhältnissen der Restauration der Metternich-Zeit gedient haben.

      Dank seiner optimistischen Grundeinstellung hat der 1823 bis 1824 entstandene Gedichtzyklus durchaus auch optimistische, der Natur zugewandte Züge.

      Franz Schubert war zwar auch den fortschrittlichen Strömungen seiner Zeit gegenüber aufgeschlossen. Hätte er nicht die zum Teil verbotenen Schriften gekannt, wären ihm Müllers Gedichte auch kaum bekannt geworden. Aber Schubert blieb zeitlebens der Stadt Wien verbundenund letztlich war es bei der Sympathie gegenüber den Demokraten seiner Zeit geblieben.

      Im Vorfeld hatte das dritte Konzert des Zyklus „Liedkunst am Weißen Hirsch“ unter keinem guten Stern gestanden.

      Das erkrankte Ehepaar Nylund-Saris war erst in der Nacht vom Samstag in einer etwas abenteuerlichen Reise aus dem finnischen Vaasa von der Beerdigung Camillas Vater zurückgekommen. Die Frau Nylund hatte sich auch in Berlin beim Tannhäuser vertreten lassen müssen.

      Da aber Anton Saris bei Stimme war, erlaubte es doch die gute Akustik des kleinen Saales, dass der Künstler Wilhelm Müllers Texte sowie Franz Schuberts Kompositionen die Stimmungswechsel zwischen Natur, Liebe und Tod beeindruckend interpretieren konnte. Seine Tenorstimme füllte den Raum klar aus und letztlich, nicht zuletzt dank einer hervorragenden Vorbereitung, war von einer gesundheitlichen Einschränkung nichts zu merken.

      Dazu sicherte die einfühlsame Begleitung durch den Pianisten Jobst Schneiderat den begeisternden Konzertabend, so dass wir uns auf Weiterungen der Konzertreihe freuen können.

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    • Es war ein Geschenk, Anton Saris wunderschöne Interpretation des wohl schönsten Liederzyklus der Musikgeschichte. Die Stimme ist ideal für Liedgesang . In den emotionalen Ausbrüchen nie scharf, in den erzählenden Passagen wunderbar warm dahin fließend und in den leisen bis ganz leisen Momenten mit lyrischem Schmelz beseelt, zart verklingend, eine geheimnisvolle Stille hinterlassend. Er hat dem traurig verlassenen Mann seine Seele und Stimme gegeben . Man hat sein Leid gefühlt, die Bilder vor Augen gehabt. Einfach wunderbar.

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    • Am 28. Mai wurde nun der Zyklus der vier Konzerte "Liedkunst im vormaligen Kurhaussaal zum Weißen Hirsch2 mit einem "Englischen Liederabend" abgeschlossen.
      Der Initiator der Konzertreihe Anton Saris (Tenor) und der Finnische Bariton
      Riku Pelo sangen Lieder von Britten, Coates, Quilter, und Vaughan Williams.
      Jobst Schneiderat war , wie an den vorangegangenen Abenden ein würdiger Begleiter.
      Die gute Akustik verhalf den Interpreten zu einem wundervollen Klangeindruck.

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    • >Liedkunst am Weißen Hirsch<

      Am 1. Dezember 2017 setzt Anton Saris seine Liederabend-Serie mit einem Konzert in der "Kirche Bad Weißer Hirsch" fort:

      DICHTERLIEBE


      Op. 48 - Robert Schumann Four Old English Songs - Eric Coates

      1. Orpheus With His Lute
      2. Under the Greenwood Tree
      3. Who is Sylvia? ((The Two Gentlemen of Verona, Act IV, Scene 2)
      4. It Was a Lover and His Lass (As You Like It, Act V, Scene 3)

      Folksongs - Benjamin Britten
      1 The Sally Gardens
      2 The Foggy Dew
      3 Early One Morning
      4 The Ploughboy

      Three Shakespeare Songs, Op 6 composer Roger Quilter (1877-1953)
      1 Come Away, Death (Twelfth Night, Act II, Scene 4)
      2 O Mistress Mine (Twelfth Night, Act II, Scene 3)
      3 Blow, Blow, Thou Winter Wind


      Beginn: 19 Uhr 30

      Karten im Vorverkauf bei der Konzertkasse Dresden.de oder an der Abendkasse.

      Ermäßigt sind:
      Schüler, Studenten, Rentner, Schwerbeschädigte