Salzburger Festspiele 2017

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    • es ist in Salzburg alles anderes als unüblich, dass Hauptpartien gecovert werden und die Cover am Ende der Serie ein, zwei eigene Aufführungen bekommen.

      BTW: Es gibt eine ganze Reihe von Umbesetzungen in den Opernvorstellungen in diesem Sommer. Am Signifikantesten sind wohl die Umbesetzungen in der Lad Macbeth von Mzenks; für Furlanetto und Aksenov singen jetzt Dmitry Ulyanov und Brandon Jovanovich.
    • maestro schrieb:

      es ist in Salzburg alles anderes als unüblich, dass Hauptpartien gecovert werden und die Cover am Ende der Serie ein, zwei eigene Aufführungen bekommen.
      Meinen Sie die "Aida"-Besetzungen? Meli und Yeo als Cover?
      Das hat absolut nichts mit "Cover" zu tun. Von Anfang an stand fest, dass 2 Vorstellungen (22. und 25.8.) Eyvazov und Yeo singen, die ersten Netrebko und Meli:

      salzburgerfestspiele.at/progra…mid/5560/id/10688/sid/125
    • was ich meinte, ist, dass es in Salzburg nicht unüblich ist, dass in den letzten Vorstellungen einer langen Serie zum Teil andere Sänger zum Einsatz kommen als zu Beginn.

      Diese anderen Sänger haben aber natürlich auch mitgeprobt und stehen bereit, einzuspringen, wenn die Hauptbesetzung wegen Krankheit ausfällt. Insofern covern Yeo und Eyvazov natürlich auch Netrebko und Meli in den ersten Aufführungen. Nennen Sie es auch Alternativbesetzungen, mir egal ;)
    • Ja, Alternativbesetzung gefällt mir besser. Seltsam ist allerdings, dass in keiner der Vorstellungen Netrebko mit ihrem Ehegespons angesetzt ist. Die "Alternativbesetzung" könnte ja auch Meli und Yeo lauten.
      Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, Netrebko will sich ihre Duette nicht kaputt machen lassen.....Aber das bin ich natürlich nicht ;)
      Die Hauptsache ist wohl, dass er auch mitspielen darf.
    • Mit Mann oder gar nicht
      (oder: Manuel Brug schlägt wieder zu)

      "Also muss man froh sein, wenn man Anna Netrebkos neue Aida bekommt und den ungeliebten, weil mittelmäßigen Ehemann Yusif Eyvazon höchstens für zwei Verdi-Vorstellungen am Ende der Serie (die sie nicht singt). Dafür mussten die Pariser knirschend in Kauf nehmen, dass die Anna lieber bei der Einweihung von Valery Gergievs Privattheater in einem Petersburger Vorort in Anwesenheit von Putin sang, statt die letzte Vorstellung ihrer „Eugen Onegin“-Serie zu absolvieren."

      klassiker.welt.de/2017/06/18/m…ars-machen-wieder-zirkus/
    • Was ist eigentlich der Sinn von Festspielen? Darüber könnte man jetzt trefflich über Monate und Jahre streiten und käme zu keinem wirklichen Ergebnis. Man kann aber Markus Hinterhäuser nur dazu gratulieren, dass es ihm bereits mit seiner ersten Opernpremiere gelungen ist, den Mief und die Schwerfälligkeit der Mozartpflege aus der Intendanz Perreira aus der Felsenreitschule und dem gesamten Festspielbezirk rauszupusten. Die Wiener Philharmoniker, die dröge einen noch drögeren DaPonte-Zyklus von Sven Eric Bechtolf, begleitet haben, mussten diesmal zu Hause bleiben.

      Teodor Currentzis und sein Perner Orchester durften die Titus-Premiere begleiten und es war wirklich eine Offenbarung. Jeder, der den DaPonte-Zyklus gehört oder bei sich zu Hause auf CD hat, weiss, wie Currentzis Mozart angeht. Er steht für extrempe Tempiwechsel, überrasche Rezitativbegleitungen, einen starken Einsatz von Cembalo und Laute und vor allem ein recht straffes Grundtempo. Diese Lust am Muszizieren, diese Frechheit ist einfach ansteckend und unfassbar gewinnend. Man hat das Gefühl, Mozart komplett neu zu entdecken. Dazu passt dann auch, dass sich Currentzis und Sellars die Freiheit genommen haben, das Stück durchaus umzustellen, Rezitative zu entfernen, Arien zu streichen oder umzustellen sowie andere Musik von Mozart an passenden Stellen einzufügen. Insbesondere die C-Moll Messe wird hier häufig zitiert. Wenn zu Beginn des 2. Aktes nicht das übliche Rezitativ erklingt, sondern das Kyrie aus der C-Moll Messe ist es wohl um den letzten Besucher geschehen. So eindringlich, so stark wirkt die Musik, dabei so expressiv und modern, als sei sie 2017 geschrieben worden.

      Zu diesem musikalischen Ereignis schafft Peter Sellars eine seiner mittlerweile schon bekannten Ritualisierungen, die mehr Arrangement als echte Personenregie sind. Die einzelne Person interessiert Sellars dabei weniger als die Situation zu illustrieren. Etwas wenig Aussage vielleicht, aber die Szene tritt hier hinter dem musikalischen Ereignis deutlich zurück.

      Der aufgewertete Chor und die Solisten bilden hier auch eine musikalische Einheit, weshalb es auch zunächst keine Einzelvorhänge für die Solisten gab. Letztendlich muss man aber doch Marianne Crebassa hervorheben, die einen sehr eindrücklichen und stilistisch beeindruckenden Sesto gibt. Überhaupt sind alle Solisten bemüht, genauso natürlich und organisch zu singen wie es ihnen das Orchester vorgab. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist da vielleicht, aber auch nur vielleicht, dass Golda Schultz doch etwas die Tiefe und der dramatische Ausbruch für die Vitellia (noch) fehlt und dass Russell Thomas etwas steif wirkt wie auch Willard White etwas sehr optimistisch noch einmal als Publiio besetzt wurde.

      Egal, das musikalische Grundkonzept überzeugt. So stelle ich mir Festspiele vor

      Maestro

      merkur.de/kultur/mozarts-la-cl…-festspielen-8532425.html
    • maestro schrieb:


      Ein kleiner Wehrmutstropfen ist da vielleicht, aber auch nur vielleicht, dass Golda Schultz doch etwas die Tiefe und der dramatische Ausbruch für die Vitellia (noch) fehlt und dass Russell Thomas etwas steif wirkt wie auch Willard White etwas sehr optimistisch noch einmal als Publiio besetzt wurde.

      Egal, das musikalische Grundkonzept überzeugt. So stelle ich mir Festspiele vor

      Interessante Kritik, ich muss allerdings sagen, dass wir bei all der Detailverliebtheit und den Überraschungen von Currentzis' Interpretation dann doch der große Bogen gefehlt hat. "Parto, parto" erschien mir endlos durch all die zerdehnten Kunstpausen.
      Schade, dass so ein szenisches Konzept bei Sellars außerdem immer musikalische Abstriche mit sich bringt. Im Grunde konnten die, sagen wir, ethnisch besetzten Sänger allesamt nicht überzeugen. Russell Thomas kann den Tito und seine Koloraturen gar nicht singen, Golda Schlutz ist eine Servilia, die sich an der Vitellia vergreift und szenisch gänzlich blass bleibt (und man muss nicht Carol Vaness oder gar Julia Varady als Vergleich veranziehen), Janine de Bique ist ein seltsamer Fall eines Sopran-Annios und Willard White ... da hat Maestro treffend kommentiert ...