Salzburger Osterfestspiele 2017

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    • Insgesamt lohnt sich diese Kritik (Print-Titel: "Das Wagner-Wagnis") nicht.
      Den Sängern widmet Mauró im letzten Absatz lediglich ein paar Zeilen, fertigt sie teils in Halbsätzen ab, teils erwähnt er sie nur mit Namen und den dazugehörigen Rollen.
      Die SZ sollte ihn langsam in Pension schicken.
    • Salzburg/ Osterfestspiele
      Eine neue Welt - und eine ganz andere
      Salzburger Osterfestspiele: Konzerte mit Christian Thielemann und Myung-Whun Chung.

      wienerzeitung.at/themen_channe…-ganz-andere.html?em_view

      Vorösterliches Gipfeltreffen von Weltklasse-Orchestern in Salzburg
      Unvergleichlich unterschiedlich: Wiener Philharmoniker zu Gast bei den Osterfestspielen, wo die Dresdner heimisch sind.

      salzburg.com/nachrichten/spezi…stern-in-salzburg-242897/
    • Kurz Eindrücke von der gestrigen Walküre in Salzburg, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ich war war im Vorfeld bei beiden Rollendebuts skeptisch und dies scheinbar völlig unbegründet. Die Sieglinde von Frau Harteros ist schlichtweg sensationell. So komplett durchdrungen ist diese Interpretation, dass man kaum an ein Debut glauben kann. Die treibende Kraft in allen Szenen gegenüber Siegmund, die Darstellung der Lust und auch der Vorwurf an Brünnhilde in Bezug auf die Flucht. Ich habe es in der Form noch nie so gehört.Schade, dass sie bei unserem Ring in München nicht dabei ist. Dann hätte sie zumindest nächsten Sommer einen ebenbürtigen Partner als Siegmund. Herr Seiffert müht sich durch die Partie. Einiges gelingt schön, einiges nicht. Insgesamt kann er das Niveau seiner Partner nicht halten. Frau Kampe bietet ein ebenso starkes Portrait als Brünnhilde wie Frau Harteros als Sieglinde. Ihr voller Einsatz und die Gestaltungskraft im Spiel sowie im Gesang ergeben ein sehr ausgereiftes Brünnhildendebut. Die Stimme wird in der Höhe nach wie vor schnell dramatisch und schrill, aber dies stört mich bei ihrer Brünnhilde im Gegensatz zu ihrer Sieglinde nicht. Ihre Ausdrucksvielfalt überzeugt in allen Facetten dieser hochdramatischen Partie und entgegen meinen Erwartungen würde ich mich über weitere Walkürenbrünnhilden von ihr sehr freuen. Zeppenfeld gewohnt souverän und prachtvoll. Kowaljow hatte ich zuletzt 2011 als Wotan gehört und für meinen Eindruck hat er an Kraft gewonnen. Thielemann bot eine detailgenaue und klangschöne sowie sängerfreundliche Interpretation. Aufgrund des Bühnenbildes und der unaufdringlichen Regie gewinnt man keine neuen Erkenntnisse über das Stück oder unsere Zeit, aber ich habe mich an dem schlichten Erzählen der Geschichte sehr erfreut. Ein bei aller prachtvollen Besetzung schlichter und schöner Opernabend.
    • Vielen Dank für den Live-Eindruck, auch wenn er meinem Eindruck am TV in vielen Punkten widerspricht. Die Inszenierung: mir sind jetzt noch alle Körperteile eingeschlafen. Von Frau Harteros war ich enttäuscht - natürlich nur relativ zu dem Hype, der um sie gemacht wird, war absolut gesehen schon eine sehr gute Sieglinde. Frau Kampe hat mir da in Bayreuth aber besser gefallen. Und Seiffert mühte sich durch die Partie? Auch das kam im TV ganz anders rüber. Aber wer weiß, was man da für technische Tricks eingesetzt hat, Sie waren mit Ihrem Ohr näher am Geschehen.
    • Nur ganz kurz: Ich war nicht in der Aufführung, die im TV zu sehen war, sondern gestern. Ich weiß nicht, ob Seiffert gestern angeschlagen war. Sofern er nicht aufdrehen konnte, glich der Gesang für mich besonders in den tieferen Passagen eher einem schönen Sprechen. Gerade der Todesverkündigung nahm er damit ihren Reiz. Aber ich wollte ihn jetzt nicht als Totalausfall darstellen. Tolle Höhen und oftmals ein schönes Timbre, aber für mich nicht das Niveau, das die anderen Sänger abgeliefert haben.
    • Wenn ich die Beiträge meiner Vorredner lese, denke ich mir einmal wieder, wie unterschiedlich in einigen Punkten doch die Wahrnehmungen sein können.

      Chevalier de la Force schrieb:

      Ein bei aller prachtvollen Besetzung schlichter und schöner Opernabend.
      Für mich war es - trotz einiger Einschränkungen, die ich durchaus auch habe - gemessen an dem, was man heutzutage oft präsentiert bekommt, schlicht eine Opernsternstunde und eine Wagnersternstunde zumal.
      Vorausschicken muß ich, dass ich einen akustisch und sichtmäßig hervorragenden Platz hatte, Rang 7. Reihe, genau in der Mitte. Besser geht's nicht.

      Chevalier de la Force schrieb:

      Die Sieglinde von Frau Harteros ist schlichtweg sensationell. So komplett durchdrungen ist diese Interpretation, dass man kaum an ein Debut glauben kann.
      Sensationell, genau das war sie. (Zum ersten Mal gesungen hat sie die Sieglinde allerdings nicht, wie Alter Frager schon schrieb, das war in einer konzertanten Aufführung in Berlin). Sie hatte für jede Situation und jede Gefühlsregung quasi eine eigene Stimme. Ihre Palette an Ausdrucksmöglichkeiten ist schier endlos. Da Waltraud Meier die Rolle nicht mehr singt, dürfte sie derzeit als Sieglinde konkurrenzlos sein.

      Chevalier de la Force schrieb:

      Herr Seiffert müht sich durch die Partie.
      Wie bitte? Was hatten Sie denn für einen Platz? Noch nie habe ich derartig lang gehaltene, expressive Wälse-Rufe gehört! Wenn das "mühen" ist....Er hatte einen Text-Hänger, während der Todverkündigungsszene, sonst hatte ich nichts an ihm auszusetzen. Auch das in der TV-Produktion etwas verrutschte "Wälsungenblut" hat diesmal gepaßt, so wie ich ihn auch generell in dieser vorgestrigen Aufführung als besser empfunden habe.
      Obwohl ich ja durchaus ein Kaufmann-Fan bin, ist mir Peter Seiffert als Siegmund lieber. Denn dafür braucht es eine metallen-strahlende, glänzende Höhe.

      susakit schrieb:

      Maßstab ist, wie er vor ein paar Jahren geklungen hat.
      Gerade vor ein paar Jahren hatte er ab und an schwächere Abende. Man erinnere sich an die Lobeshymnen für seinen Lohengrin in Berlin und das ist noch nicht so lange her.

      The Botanist schrieb:

      Ich war auch am Montag drin und möchte dieses fürchterlich breite Tempi von Thielemann nicht unerwähnt lassen.
      Auch wenn der Trend heutzutage in Richtung eher zu schnell, bzw. hektisch oder verhetzt geht, sollte man sich doch das Gefühl dafür bewahrt haben, wann getragenere Tempi am Platz sind. Christian Thielemann jedenfalls hat sie genau an den richtigen Stellen eingesetzt, keineswegs immer. Ein äußerst transparentes, fein strukturiertes Dirigat. Mir persönlich gefällt seine Lesart der "Walküre" durchaus beser als die eher "akademische" von Petrenko. Der dirigiert sie (für mich) mit zu wenig "Bauchgefühl", ohne Gänsehauteffekt.
      Kowaljow war ein Wotan mit bombiger Höhe (seinen letzten Ton hielt er endlos aus), allerdings mit einem Piano, das nicht besonders tragfähig war, so geriet die lange Erzählung etwas zu sehr "beiseite". Manche Textstellen waren vernuschelt, wie z. B. "Fort muß ich nun, fern mich verzieh'n, zu viel schon zögert ich hier". Trotzdem insgesamt eine großartige Leistung.
      Anja Kampe war eine anrührende Brünnhilde, die gelegentlich etwas schwache Tiefe hat CT einfühlsam aufgefangen, indem er den Apparat zurücknahm. Sie war nie schrill, auch nicht bei ihren Hojotoho-Rufen. Das war auch Christa Mayer nicht, mit schöner warmer Stimme sang sie eine nicht allzu nervige Göttergattin. Zu erwähnen wären noch die durchwegs gute Walküren. Musikalisch war das in meinen Augen eine "Walküre" mit einem Niveau, wie man es derzeit wohl kaum irgendwo anders finden wird.
      Bliebe noch die Inszenierung. Vera Nemirova hat sich redlich bemüht, die wunderbaren Bühnenbilder von Günther Schneider-Siemssen zu konterkarieren (was ihr Gottseidank nicht gelungen ist). Sie hat auf Teufel komm raus versucht, einige Modernismen einzubringen, was allzu oft einfach nicht gepaßt hat und deshalb meistens gründlich danebenging. Siegfried, der versucht, sich eine Zigarette zu drehen, ist scheinbar zu blöd dazu, denn er schafft es nicht, Feuerzeug hat er dummerweise auch keins dabei. Und was soll das dämliche Gekritzel an der Bühnenrückwand, die dadurch verschandelt wird und auf dem Boden, wo man es sowieso nur im Fernsehen sehen kann? Während der Todverkündung rückt Siegmund wie im Biergarten Brünnhilde auf die Pelle und schüttelt drohend die Faust gegen sie. Brünnhilde ist immerhin eine Walküre, ein Kind von zwei Göttern! Ganz schlimm kommt es dann im 3. Aufzug. Beim "Walkürenritt" marschieren die Walküren gesammelt herein und stellen sich wie ein Chor auf. Ganz gegen den Text, da kommen sie nach und nach an. Und im Hintergrund tanzen die gefallenen Helden, die aussehen wie Lemuren, wie bei der Aufführung einer Waldorf-Schule herum. Das war richtig schlecht.
      Auch dass Brünnhilde sich allein zu ihrem Schlafplatz schleppen muß während Wotan ihre Klamotten, bzw. ihre Waffen sortiert, ist nicht wirklich ein guter Einfall.
      Nichtsdestotrotz bleibe ich dabei: eine Sternstunde.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von karteileiche33 ()

    • karteileiche33 schrieb:


      (Zum ersten Mal gesungen hat sie die Sieglinde allerdings nicht, wie Alter Frager schon schrieb, das war in einer konzertanten Aufführung in Berlin).

      Das war allerdings nur eine konzertante Aufführung des ersten Aktes, somit war es für gesamte Partie in Salzburg schon ein Rollendebüt.




      karteileiche33 schrieb:


      Siegfried, der versucht, sich eine Zigarette zu drehen, ist scheinbar zu blöd dazu, denn er schafft es nicht, Feuerzeug hat er dummerweise auch keins dabei.
      Kaum gezeugt, ist er schon zu blöd, sich eine Zigarette anzuzünden. Dieses Regietheater wird wirklich immer absurder!