Tosca - Deutsche Oper

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    • Ich teile den Eindruck des Kapellmeisters. Eine Tosca, die mühelose Höhen hat, nach oben so hörbar viel Luft, gleichermaßen aber auch Piani spinnt, im "Vissi d´arte" mit Crescendi und Decrescendi aufwartet, die atemberaubend fein sind, lässt verzeihen, dass die Stimme nicht unbedingt zu den schönsten gehört. Da ist mitunter ein Schnarren zu vernehmen, das ich aber gerne als Charakter in Kauf nehme, bei solch einer überzeugenden Leistung. Und dass eine Sängerin problemlos über das Orchester hinwegkommt, ist in letzter Zeit an der DOB nicht üblich. Sehr schön. Giordano sang mit mehreren Stimmen, die sich nicht zusammenfügten. Vom Orchester häufig zugedeckt, konnte er froh sein, dass das Publikum gnädig mit ihm war. Inverardis Hausmannskost als Scarpia war akzeptabel, da war zumindest die Gestalt passend, Abgründe in der Stimme, das Schmierig-Laszive fehlte häufig. Repusics Dirigat war mir nicht zu flott, im Gegenteil. Der für mich meistens öde 3. Akt kam auch hier nicht in Fahrt, es dauerte ewig, bis Cavaradossi endlich sein "E lucevan..." singen konnte, das Dank Giordani allerdings auch eher nach einer Arie einer frühen Verdi-Oper klang.
    • Die Aufführung gestern war deutlich besser als erwartet und insgesamt sehr erfreulich. Auch wenn man jeden der drei Hauptprotagonisten kritisieren könnte, passten die drei Stimmen recht gut zusammen. Liudmyla Monastyrska drückte stimmlich zu viel auf die Tube, auch wenn sie stellenweise durchaus dazu in der Lage war differenziert zu singen. Robert Watson hat eine dunkle, manchmal zu sehr abgedunkelte Mittellage. In der Höhe klang die Stimme frei und gut fokussiert. Auch wenn er kein guter Darsteller ist, wird er in Zukunft dank seiner robusten Stimme ein gefragter Tenor sein, der sich vor vielen Kollegen nicht verstecken muss. Lucio Gallo hat noch nie das edelste Material besessen, aber er ist einfach ein irrer Typ. Im Gegensatz zu früher (vor rund 15 Jahren klang Galouzine als Cavaradossi dunkler als Gallo) ist seine Stimme viel dunkler geworden. Bereits im 1. Akt hat er sich vollkommen in Ekstase gespielt und gesungen. Wenn man dachte, er wäre stimmlich platt, hat er immer noch einen drauf gesetzt. Selten war ein Scarpia von Tosca so schwer tot zu kriegen. Eine große Bereicherung war die Chefin der Grazer Oper Oksana Lyniv am Pult, die mit einem aufwühlendem, packendem Dirigat und klarer Zeichengebung für einen tollen Rahmen gesorgt hat.

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    • Da steht ja bald ein Jubiläum an....ich bekam einen entsprechenden Newsletter.

      v.culturebase.org/g/i/a/c/o/gi…i_tosca.2009.film.flv.mp4

      "Liebe Freundinnen und Freunde der Deutschen Oper Berlin,

      stolz reckt Tosca die Faust gen Himmel. Aus gutem Grund: am 13. April feiert das Werk Puccinis in der legendären Inszenierung Boleslaw Barlogs 50-jähriges Jubiläum.

      1969 hob sich zum ersten Mal der Vorhang für unsere TOSCA und offenbarte das atemberaubende Bild der Kirche Sant’Andrea della Valle. Nun wird es das 398. Mal geschehen, dass Angelotti dort Zuflucht sucht. Zum 398. Mal wird Tosca in Eifersucht entbrennen, der Polizeichef Scarpia sie zum Rendezvous in sein Kabinett laden, den Maler beinahe zu Tode foltern, ihn schließlich im Sonnenaufgang auf der Engelsburg hinrichten lassen.

      Erleben Sie die Jubiläumsvorstellung am 13. April 2019 unter der musikalischen Leitung von Ivan Repusic mit Carmen Giannattasio als Floria Tosca, Jorge de León als Mario Cavaradossi und Zeljko Lucic als Scarpia. Zum Ende der 2. Pause möchten wir mit einem fünfminütigen Film 50 Jahre TOSCA Revue passieren lassen. Deshalb wird die Vorstellung erst um 22.50 Uhr enden. Die 399. Vorstellung folgt am 20. April 2019 (Familienvorstellung).

      Wir freuen uns auf unvergessliche Opernabende mit Ihnen!

      Mit besten Grüßen
      Ihre Deutsche Oper Berlin"
    • 13.04.2019, 50 Jahre Tosca

      Dass eine Produktion 50 Jahre alt wird, passiert nicht alle Tage, auch wenn es noch ältere in unserem Land gibt. Vor Beginn der Vorstellung gab es ein paar einleitende Worte des Intendanten Dietmar Schwarz. Er hat ein paar Sängerinnen und Sänger erwähnt, die in dieser Tosca aufgetreten sind, darunter Pilar Lorengar (hier wurde applaudiert), Gwyneth Jones, Anja Harteros und "Die drei Tenöre" sowie die "Baritöne" (Schwarz) Ingvar Wixell, Lucio Gallo und Bryn Terfel. Nach der 2. Pause gab es zunächst einen kurzen Film rund um die Produktion, leider ohne Impressionen aus älteren Vorstellungen. Im Mittelpunkt stand als Tosca Sondra Radvanovsky, die selbst vor ein paar Tagen 50 Jahre alt geworden ist, was man ruhig hätte erwähnen können. Danach gab es eine Interview-Runde mit der rbb-Moderatorin Maria Ossowski, Zeljko Lucic, Gerlinde Pellkowski (Abendspielleitung) und einem Besucher, der in der Premiere 1969 gewesen ist. Als er gefragt wurde, wie oft er die Produktion bereits gesehen hätte, ging bei der Zahl 35 ein großes Raunen durch den Saal. Naja, ich selbst habe diese Tosca 45mal erlebt, aber es gibt genug Leute, die sie mehr als 50mal oder sogar 100mal gesehen haben. Aufgetreten sind übrigens 78 verschiedene Sopranistinnen. Davon habe ich hier 31 gehört. Insgesamt wirkte die Runde ein wenig gequält. In der Vorstellung war übrigens auch der Hirte der Premiere. Schade, dass man ihn nicht einbezogen hat.

      Die Aufführung selbst hat mich leider überhaupt nicht gepackt. Sie war weder schlecht, noch besonders gut. Im Dezember war mir das Dirigat von Ivan Repusic noch zu flott, am Samstag fand ich es zu breit und recht langweilig. Jorge de León sang zwar einen durchaus anständigen Cavaradossi, allerdings hat mich bei ihm gestört, dass die Stimme erst mit erheblichem Kraftaufwand auf Touren kommt und es sicher charmantere Stimmen gibt. Mit Zeljko Lucic kann ich nach wie vor nichts anfangen. Allerdings habe ich ihn wohl noch nie so gut wie in dieser Tosca gehört. Mir persönlich fehlt bei ihm das Kernige in der Stimme. Positiv überrascht war ich von Carmen Giannasttasio. Über sie habe ich in der letzten Zeit einige schlechte Kritiken gelesen. Sie wird mir zwar nicht als DIE Tosca in Erinnerung bleiben, aber insgesamt hat sie ihre Sache recht gut gemacht. Das Haus war an diesem Abend übrigens ausverkauft.