Aida - Deutsche Oper

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    • Aida - Deutsche Oper

      Die erste Aufführung der aktuellen Serie war für mich die erste Begegnung mit dieser nicht ganz gewöhnlichen Produktion von Benedikt von Peter. Die Rauminstallation und das damit verbundene Klangerlebnis fand ich überwiegend beeindruckend. Dabei ist der Platz in der Oper sehr wichtig, weil man z. B. im 2. Rang nicht so viel von der Aufführung haben dürfte. Auch den meisten Zuschauern dürfte die Vorstellung mit Event-Charakter gefallen haben (am Ende wurde jedenfalls nach Herzenslust gekreischt). Die Inszenierung selbst fand ich allerdings recht dröge, weil fast gar nichts passiert. Musikalisch war das keine Aufführung für Feinschmecker. Alfred Kim sang ein stählernes "Celeste Aida", im weiteren Verlauf fehlte es jedoch an Schmelz in der Stimme. Von ihm gab es ordentlich was auf die Ohren. Tatiana Serjan konnte mit einer üppigen tiefen Lage auftrumpfen, zur Höhe hin störte jedoch ein Registerbruch und feinste piano-Töne waren von ihr nicht zu vernehmen. Der gewohnt souveränen Leistung von Anna Smirnova wurde durch das biedere Kostüm ein wenig der Glanz genommen. Francesco Landolfi gab einen guten Amonasro, ob er in anderen Rollen auch so gut ist, würde mich interessieren. Ievgen Orlov trumpfte mit schwarzem, ein wenig unausgeglichenem Bass auf. Mit zunehmender Dauer fand ich ihn dann doch eher enttäuschend. Andrew Harris sang mit angenehmer Stimme den König. Irgendwie fehlt da jedoch noch etwas in der Stimme. Andrea Battistoni trug mit seinem Fitness-Programm am Pult, für alle Zuschauer sichtbar, da das Orchester auf der Bühne sitzt, zur allgemeinen Abendunterhaltung bei. Es dürfte wohl keinen Dirigenten geben, der so wild rumfuchtelt. Überdies hüpft er auch gerne im Takt mit. Als er zum Applaus erschien, fehlten eigentlich nur die weißen Handschuhe zur Michael-Jackson-Silhouette. Das Ergebnis seines Dirigats fand ich jedoch hervorragend. Trotz ungewohnt sehr flotter Tempi hatte er den Laden im Griff. Obwohl der Chor es im Zuschauerraum schwieriger als sonst hatte, passte alles gut zusammen. Nur dem einen oder anderen Sänger musste er zwischendurch Beine machen. Eine tolle Leistung, obwohl der Orchesterwart ihm keine Noten aufs Pult gelegt hatte ;) . Man sollte diese Produktion einmal erlebt haben, auch wenn sich hier sicher nicht die Stars die Klinke in die Hand geben werden.
    • ... Muss hier gerade mal das Hohelied auf die ggw. verfügbaren Verdi-Soprane singen - die haben alle durchaus ihre kleineren und größeren Macken, aber welcher Geschmack in der Phrasierung, welche Linienführung, welcher Mut zu Diminuendi und Piani bei gleichzeitiger Fähigkeit zur Attacke, welch hohe Musikalität bei durchaus gehörig Fleisch auf den Stimmrippen - da sieht's im Moment wirklich rosiger aus als zu etwa den Zeiten, da selbst die Salzburger Festspiele aus lauter Not Ballo- Amelias und Carlo- Elisabettas mit den vokalen Petitessen à la Barstow und Izzo d' Amico besetzten mussten. Alleine für mich im Dezember hingegen die Geschenke von
      - Stoyanova im Züricher Verdi- Requiem: Die Stimme geht über g'' nicht wirklich auf, aber welche endlosen Piani- Bögen, was für eine Registerverblendung.
      - Harteros im Züricher Carlo: Die Stimme ist etwas geräder und schwingungsärmer geworden im Piano verglichen mit früheren Münchner Aufführungen, mir ist manches etwas zu instrumental gesungen, aber welcher Stil, welcher Geschmack, welche Linienführung. welche Grandezza, welches Geschick
      - Netrebko im Münchner Macbeth: Qua Charisma unschlagbar, was für eine satte Tiefe und Mittellage, welch blumige Höhe, was für ppp selbst noch auf des''' - da macht mir pespektivisch höchstens der Übergang Mittellage auf Tiefe kleine Sorgen
      und jetzt - absolut auf Augenhöhe mit den anderen -
      - Serjan als Berliner Aida: Ja, 1, 2 ppp brachen ab (war früher, z.B. Bregenz, vor in der Tat all den Ladies und Abigailles nicht so), aber ansonsten und vor allem der Aufstieg ohne Atem aufs Nil c''', da auch noch ein diminuendo, und bruchlos wieder den Dreiklang nach unten... das hat's für mich live zuletzt bei Varady (mit deutlich weniger Material, dafür mehr Espressivo), auf Youtube bei Radvanovsky in () und auf CD bei Caballé unter Muti gegeben... und ansonsten von Prudenskaya, Smirnova, Meli, Mattei, Vassallo,d' Arcangelo, Zeppenfeld, Pape, Siwek hochintelligente und kraftvolle Beiträge und von Luisi, Carignani und Battistoni sängerfreundliche und dabei nicht unnötig indulgente Dirigate... und viele, die ich im Dezember nicht erleben durfte (darunter immerhin Rachvelishvili (deren Höhe aber s. Amneris- Gerichtsszene Scala dann doch endlich ist), Calleja, Grigolo, Hvorostovsky, Abdrazakov, Maestri (in einer Partie, aber da!!! ) u.v.a.) und dann die Aussichten auf Netrebkos Aida und Garancas Eboli und später Amneris und - gute Besserung - Kaufmanns Otello ... so satt wurde mein Ohr bei Verdi schon lange nicht mehr. Und selbst bei denen, wo das Material nicht von Weltqualität ist (Smirnova) oder das Timbre nicht sonderlich edel( Vargas) so wunderbare Musikalität und Phrasierung und dynamische Differenzierungsfähigkeit...Nein, früher war nicht alles besser. Auch in den 50ern nicht. Wo es sicher die eine oder andere langsamer gereifte schwere Stimme gegeben hat. Aber das macht (Del Monaco etc.) ja alleine auch nicht glücklich. Ich freue mich im Moment heiler und heller Ohren, und die freuen sich, dass sie so viele Delikatessen zu hören kriegen. Ein großes Danke an die Sängerwelt von heute! Qua Publikum hatte allerdings das Züricher Publikum qua Sachverstand, Disziplin, Differenzierungvermögen beim Applaus und Werkorientierheit gegenüber dem Münchner Event- und dem Berliner - Drauflos- Hust- Publikum entschieden die Nase vorne.
    • Ilprincipeignoto schrieb:

      - Serjan als Berliner Aida: Ja, 1, 2 ppp brachen ab (war früher, z.B. Bregenz, vor in der Tat all den Ladies und Abigailles nicht so), aber ansonsten und vor allem der Aufstieg ohne Atem aufs Nil c''', da auch noch ein diminuendo, und bruchlos wieder den Dreiklang nach unten... das hat's für mich live zuletzt bei Varady (mit deutlich weniger Material, dafür mehr Espressivo), auf Youtube bei Radvanovsky in und auf CD bei Caballé unter Muti gegeben
      Hier möchte ich mal ganz entschieden einhaken: Ich habe die aktuelle Aufführungsserie von "Aida" nicht live erlebt, aber dafür eine Vorstellung der Premierenserie im November 2015. Ja, dieser eine Ton hat mich bei Serjan auch sehr beeindruckt, das war es aber dann auch schon. Die Stimme ist wahrlich nicht sehr gepflegt, sondern wird recht grobschlächtig und in der Mittellage schon beinahe schlampig geführt. Dazu ist sie an vielen Stellen kaum in der Lage, die Tonführung zu fokussieren, so dass ein starkes Vibrato unüberhörbar ist. Sicherlich macht sie vieles mit ihrem leichten, mühelos erscheinenden Höhenpiano wett, aber trotzdem ist die in allen Lagen nicht bruchlos geführte Stimme für die "Aida" unter dem Strich nicht wirklich geeignet - was aus ihr freilich auch keine genuine "Lady" macht. Ich sehe sie eigentlich mehr im Verismo-Fach.
      Was den greisen Karajan, der zu keiner Zeit Ahnung von Stimmen hatte, dazu gebracht hat für die Salzburger Festspiele 1989, Barstow, die als Sängerdarstellerin und woanders als bei Verdi ihre Meriten hat, als Amelia zu besetzen, wird sich nie klären lassen - dass Karajan zwar noch die Einspielung, aber nicht mehr die Aufführungen erlebt hat, ist da eine ironische Fügung des Schicksals. Aber daraus ernsthaft einen Mangel an guten Verdi-Sängerinnen in den 80ern ableiten zu wollen, ist schlichtweg absurd. Ich nenne nur mal die von Ihnen schon genannte Varady, die wirklich ein grandiose Aida war und wo sich aufgrund der technischen und interpretatorischen Meisterschaft ein ernsthafter Vergleich mit Serjan geradezu verbietet, aber auch die heute fast vergessenen Maria Chiara, Natalia Troitskaya oder auch Raina Kabaivanska oder Tomowa, die alle Frau Serjan deutlich überlegen waren. Übrigens war Mirella Freni in den 80ern auch noch nicht abgetreten, wenn auch ihre "Aida" in Salzburg, die ihr Karajan genauso aufgeschwatzt hat wie er ihr ernsthaft die Turandot andrehen wollte, in die Hose ging. Eine tolle Elisabetta und Amelia/Maria in Boccanegra war sie trotzdem.
      Nein, früher war nicht alles besser, aber ganz so einfach muss man sich das nun auch nicht machen.

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    • Heerrufer schrieb:

      Was den greisen Karajan, der zu keiner Zeit Ahnung von Stimmung hatte, dazu gebracht hat für die Salzburger Festspiele 1989, Barstow, die als Sängerdarstellerin und woanders als bei Verdi ihre Meriten hat, als Amelia zu besetzen, wird sich nie klären lassen....
      ....und habe ich damals auch nicht verstanden.

      Heerrufer schrieb:

      wenn auch ihre "Aida" in Salzburg, die ihr Karajan genauso aufgeschwatzt hat wie er ihr ernsthaft die Turandot andrehen wollte, in die Hose ging.
      Das hat er ja in der Einspielung mit Katja Ricciarelli gemacht. Ging auch in die Hose.

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    • Minnie schrieb:

      Das hat er ja in der Einspielung mit Katja Ricciarelli gemacht. Ging auch in die Hose.
      Allerdings. War aber auch nur ein weiteres Kapitel der grotesken Turandot-Studioaufnahmen-Besetzungen der 70er und 80er nach Sutherland und Caballé, die die Partie allerdings im Gegensatz zu den beiden anderen auch live gesungen hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Heerrufer ()

    • Huuuiii, Reaktionen... Dankeschön. Vor allem an den Heerrufer, dem ich nur bedingt widersprechen kann und möchte:

      - Sicher bin ich mit sehr geringen Erwartungen hingegangen gestern, nachdem Kapellmeister Storch geschrieben hatte, die Piani seien bei Serjan inzwischen auch flöten gegangen. Und war dann entsprechend doch sehr angetan, was da alles eben doch körperhaft und abgestützt und "dolce" möglich war und kaum einmal abstürzte.

      - Dann habe ich Serjan vor einigen Jahren als Aida in Bregenz gehört (live später in der Serie, auf der Premierenaufnahme hatte sie sich nach Wochen barfuss im See erkältet und sang eher auf Nummer Mezzoforte- Sicher), und damals gab es zwar auch schon die slawisch- gutturale Mittellage, aber das war doch alles noch eingebundener und auf Linie gesungen als heute. Und damals absolut auf Varady- Niveau.

      - Dann turnte und sang die Dame gestern für mich im 3- m- Abstand über die Passarella, und die räumliche Nähe, die für Kim und Smirnova akustisch offensichtlich nachteilig war (nämlich dass sie mit direktem Blick bis aufs Zäpfchen ganz blank und obertonfrei und auch eher kleinstimmig klangen, was natürlich dem mangelnden Raum und nicht den Stimmen (Smirnovas Riesenorgan)geschuldet ist) brachte bei Serjan nur Vorteile - die Stimme klang größer und runder, als sie es wahrscheinlich wirklich ist.

      - Außerdem vermute ich, dass sie gestern wirklich einen guten Abend hatte (denn "Oh patria mia" konzertant in Zürich beim Opernball im März klang viel mehr nach zu vielen Ladies als das gestern), wobei ich mit Heerufer übereinstimme, dass sie nicht übermäßigen Wert auf eine ebenmäßige Mittellage legt. Und dass das wohl eher in der Tat an Schlamperei als an mangelndem Vermögen liegt.

      - Und dann gebe ich gerne zu, dass für mich für die Titelpartie "Oh patria mia" der Lackmustest ist (vorausgesetzt, die Dame ist dennoch ein richtiger Spinto und kommt über alle rüber in den großen Ensembles und nicht ein lyrischer Sopran, der maximal die beiden Arien und das Schlussduett hörbar hinbekommt ), und dass ich für gut eingehängte, frei schwingende, bewegliche und dabei nicht luftige Höhenpiani (auch in den beiden Duetten mit Radames im zweiten Teil) viele andere Macken in Kauf zu nehmen bereit bin. Und da hat Serjan gestern einfach nahezu unbegrenzt geliefert und bei mir abgeräumt. (Einen weiteresn missglückten Youtube .- Link riskiere ich lieber nicht). Und ja, ein zu tiefes (Monastyrskaja) , forte gesungenes (beinahe alle), idiotisch phrasiertes (Stoyanova in München, atmet direkt vor dem c'''), zwirnsdürres (Kristin Lewis) Nil-c''' kann mir echt die Laune vermiesen - ist halt wie Königin ohne f''', Kaiserin ohne des und d, und Ochs ohne tiefes C... money- notes, die aber - wenn gelungen - totale Glücksgefühle auslösen können. Und ja, die sicher eigentlich zu großes Fach singende Ermonela Jaho hat mich entsprechend als Desdemona in Madrid auch verzückt.

      Die "Damen von damals" habe ich auch alle gehört, fand sie - außer Varady, die zwar sehr schlank, aber leuchtend und expressiv sang - allesamt eher Desdemonas, Amelias und Carlo- Elisabettas denn Aidas, (auch Margaret Price, die aber - analog Harteros- für meinen Geschmack gerade als Aida immer ein wenig zu instrumental gesungen hat.)
      Tomowa (München/Muti) war mir - analog Serjan, aber ohne deren ppp- Fähigkeiten- immer zu unruhig in der Mittellage,
      Freni unterbesetzt und entsprechend in der zu dramatischen Partie auch verhärtend,
      Trotskaya klang für mich immer verspannt und
      Chiara war sicher unterschätzt und hatte ja so eine Ein- Rollen - Karriere (auf einem Decca- Album singt sie ja den ganzen Verdi), aber ich habe bei ihr auch nie einen Charakter, sondern nur sehr stabilen und stilsicheren Gesang gehört... was viel ist. Aber mir nicht genug.

      Also: Ich kann Heerrufer sehr gut verstehen, dass er nicht in den Serjan- Himmel mit mir möchte. Aber ich habe mich da dennoch gestern weiterhin und nachhaltig sauwohl gefühlt. :)
    • Ilprincipeignoto schrieb:

      Die "Damen von damals" habe ich auch alle gehört, fand sie - außer Varady, die zwar sehr schlank, aber leuchtend und expressiv sang - allesamt eher Desdemonas, Amelias und Carlo- Elisabettas denn Aidas
      Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich wollte nicht sagen, daß ich die von Heerrufer benannten Sängerinnen alle als Aida gehört habe. Varady ja, auch Chiara, aber die anderen in diversen anderen Partien.

      Ilprincipeignoto schrieb:

      Trotskaya klang für mich immer verspannt
      Meinen Sie Natalia Troitskaya? Die habe ich z.B. in "Adriana Lecouvreur" gehabt, als Einspringerin für Margaret Price. Verspannt? Kommt darauf an, wie Sie das meinen. Als Adriana darf sie etwas "verspannt" sein, das paßt zur Rolle. Ich fand sie großartig. Die einzelnen Noten beurteilen kann ich allerdings leider nicht (mehr).

      antiquariat.de/tigross.jsp;jse…E055F3408EB70?id=14993295
    • Ilprincipeignoto schrieb:

      Also: Ich kann Heerrufer sehr gut verstehen, dass er nicht in den Serjan- Himmel mit mir möchte. Aber ich habe mich da dennoch gestern weiterhin und nachhaltig sauwohl gefühlt. :)
      Ich doch alles in bester Ordnung, mir ist es ja sehr sympathisch, wenn jemand heute gerne in die Oper geht, sich mit Stimmen beschäftigt und sich nicht darauf beschränkt, zu erklären, dass früher alles besser war. Aber genauso wenig wie es die Sänger von früher nötig haben, dass man die heutige Sängergeneration als unfähig brandmarkt, haben es die heutigen Sänger nötig, dass man die Sänger der 80er herabwürdigt. Und Barstow war nun wirklich nicht repräsentativ für das Niveau der Verdi-Soprane ihrer Zeit. Um nichts anderes ging es mir.
    • Ich habe die bisherige Diskussion mit großem Interesse gelesen. Den Lobeshymnen von "Ilprincipeignoto" auf die drei zuerst genannten Soprane kann ich mich nur anschließen. Tendenziell stimme ich ihm auch zu, dass die Auswahl an guten Sängern heute beglückend gut ist. Jede Zeit hat ihre großen Künstler (Troitskaya gehört übrigens nicht zu meinen guten Erinnerungen gehört). Ich denke, dass das Niveau in der Breite deutlich höher geworden. Zumindest trifft das für das Ensemble der Deutschen Oper zu, was einerseits an der beschränkten Handlungsfähigkeit damals wegen der zahlreichen unbefristeten Verträge lag, andererseits am größeren Angebot an hoffnungsvollen Sängern heute liegt.
    • Heerrufer schrieb:

      Minnie schrieb:

      Das hat er ja in der Einspielung mit Katja Ricciarelli gemacht. Ging auch in die Hose.
      Allerdings. War aber auch nur ein weiteres Kapitel der grotesken Turandot-Studioaufnahmen-Besetzungen der 70er und 80er nach Sutherland und Caballé, die die Partie allerdings im Gegensatz zu den beiden anderen auch live gesungen hat.
      Wie? Ricciarelli hat tatsächlich die Turandot gesungen?! (Studer dann ja wahrscheinlich auch irgendwann.,,?) Ich habe sie nur als Liú gefunden und selbst da war mir die Stimme schon zu "soubrettig"...
    • Minnie schrieb:

      Ilprincipeignoto schrieb:

      Die "Damen von damals" habe ich auch alle gehört, fand sie - außer Varady, die zwar sehr schlank, aber leuchtend und expressiv sang - allesamt eher Desdemonas, Amelias und Carlo- Elisabettas denn Aidas
      Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich wollte nicht sagen, daß ich die von Heerrufer benannten Sängerinnen alle als Aida gehört habe. Varady ja, auch Chiara, aber die anderen in diversen anderen Partien.

      Ilprincipeignoto schrieb:

      Trotskaya klang für mich immer verspannt
      Meinen Sie Natalia Troitskaya? Die habe ich z.B. in "Adriana Lecouvreur" gehabt, als Einspringerin für Margaret Price. Verspannt? Kommt darauf an, wie Sie das meinen. Als Adriana darf sie etwas "verspannt" sein, das paßt zur Rolle. Ich fand sie großartig. Die einzelnen Noten beurteilen kann ich allerdings leider nicht (mehr).
      antiquariat.de/tigross.jsp;jse…E055F3408EB70?id=14993295
      Ja, die meine ich, entschuldigen Sie den Schreibfehler im Namen... nein, das verspannt bezog sich schon auf die Tongebung, die einfach nie wirklich fließend und auf dem Atem war- vom Charakter der Partie hätte ein Überspannt- Sein gut gepasst, da haben Sie wiederum natürlich völlig Recht. "Adriana" hat natürlich was die fil di voces und die eingehängten Piani über dem System betrifft auch deutlich weniger technische Herausforderungen als Aida. Ich fand die Troitskaya damals in München in der B- Premiere auch gut, was aber sicher auch damit zusammenhing, dass Margaret Price wirklich nicht auf der Höhe war in der Premiere, die Russin Einspringer- Bonus hatte und man wenig Live- Vergleich hat(te) in der Partie. Spätere Begegnungen, auch deren szenische Seite (Nedda in Hamburg, Tosca in ???) hätte ich nicht unbedingt gebraucht.