Stiffelio, Berliner Erstaufführung - Berliner Operngruppe (Konzerthaus)

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    • Stiffelio, Berliner Erstaufführung - Berliner Operngruppe (Konzerthaus)

      Die Berliner Operngruppe existiert seit 2010, vereint Profis, Musikstudenten und Amateure und kommt für Projekte zusammen. Auch die Qualität der Gesangssolisten kann sich durchaus sehen lassen. Nachdem ich Attila noch im Radialsystem gehört hatte, wurde gestern zum wiederholten Mal im Konzerthaus gespielt, das gestern nahezu ausverkauft war. Wie bereits im Vorfeld erwähnt, war die halbszenische Aufführung (Regie: Thilo Reinhardt) die Berliner Erstaufführung der Oper. Das mag man gar nicht glauben! Wie schon beim letzten Projekt, der Deutschen Erstaufführung von Betly (Donizetti), musste eine Hauptrolle kurzfristig umbesetzt werden. Robert de Biasio, immerhin schon an der Met, in Wien und in München aufgetreten, musste seine Mitwirkung wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen. Für ihn übernahm der britische Tenor Peter Auty, demnächst in Essen als Don José im Einsatz, die Titelpartie. Sein Tenor klang zunächst gewöhnungsbedürftig, letztendlich war er aber um eine schöne Phrasierung bemüht und tat dies mit erstaunlich robuster Stimme. Alfredo Daza, der den Stankar gab, ist sicher nicht mein Fall, aber auch nicht die schlechteste Besetzung, wenn er gestern, wie schon als Paolo an der Staatsoper, auf unnötigen Klamauk verzichtet. Eine durchaus beachtliche Leistung lieferte die Mexikanerin Maria Katzarava als Lina ab. Leichte Schärfen in der Höhe schmälerten nicht den positiven Gesamteindruck. Francesco Ellero d´Artegna (68) ist inzwischen ein Stammgast der Berliner Operngruppe. Ein paar schöne Töne im Gepäck und ein sehr kultivierter Gesang ließen erahnen, warum er früher an der Seite von z. B. Pavarotti oder Nucci gebucht war. Wie immer stand Felix Krieger am Pult, in dessen Vita u.a. ein Studium bei Carlo Maria Giulini angegeben ist. Er machte seinem von mir verehrtem Lehrmeister gewiss keine Schande und dirigierte sehr umsichtig und mit viel Gespür für die Musik Verdis. Ein Dirigat, das man auch außerhalb dieses Rahmens als durchaus erfreulich bezeichnen könnte. Ein Sonderlob gebührt dem Solo-Trompeter, der das schöne Solo der Ouvertüre zuverlässig und schön abliefert hat. Es war wieder eine lohnenswerte Aufführung, und ich bin gespannt auf das nächste Projekt, das nach bisherigem Verlauf wieder aus der Belcanto-Ecke kommen dürfte!

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