Frau ohne Schatten

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    • Frau ohne Schatten

      Wahrscheinlich ist es wieder nur ein persönliches Problem: "Jubel für psychologisch dichte Fassung", schreibt die Morgenpost. Wird wohl stimmen. Ich habe halt ein Problem mit diesen Psychologen - und deren Art von Traumabewältigung. Da wird eine Frau in ein Vogelkostüm gesteckt, und wernns dramatisch wird, flattert der Vogel mit den Flügeln. Da wandert ein ein greiser Bock, gestützt auf seinen Stock, über die Bühne - und sieht unendlich traurig aus. Mehr passiert eigentlich nicht. Da es nichts zu sehen gibt, hört man die Musi besser, aber entsteht so spannendes Musiktheater? Diesmal von Guth eher enttäuscht.
    • sakrco schrieb:

      Wenn sich Volle heute in der gleichen Verfassung wie gestern Abend an der Staatsoper Berlin befindet, dürfen Sie sich zurecht freuen - sein Barak war schlichtweg sensationell!

      Dem ist auch für die gestrige Aufführung nichts hinzuzufügen. Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt schon mal so hatte, wenn, muss es lange her sein. Man verstand im 2. Rang jedes einzelne Wort, und das im pp wie im ff! Und davon unabhängig eine derart differenzierte Darstellung, wirklich großartig! Daneben verblasste alles andere, Camilla Nylund als Kaiserin gefiel mir auch noch sehr gut, eher lyrischer angelegt, aber das hat mich durchaus auch überzeugt. O'Neill als Kaiser und Pankratova als Färberin machten eher den Eindruck, dass sie nicht recht wissen oder verstehen, was sie singen, das war doch alles sehr pauschal. Vor allem Pankratova hat mich, auch mit einem doch recht starken Akzent, enttäuscht. Schuster als Amme übertrieb darstellerisch etwas, auch stimmlich war es nicht immer eine Freude, mir doch zu schrill. Simone Young für mich auch etwas pauschal, wenn auch kraftvoll, und zu wenig differenziert, verglichen mit bspw. der "Heliane" mit Marc Albrecht an der DOB im letzen Jahr. Da konnte man wunderbar hören, wie man auch eine solche Monster-Partitur strukturell durchhörbar spielen kann (ohne "dünn" zu werden). Das war bei Frau Young nicht so der Fall. Der Staatskapelle schien es aber Spaß gemacht zu haben, sie applaudierte Frau Young stark. Insgesamt dann alles in allem musikalisch doch gut, die Inszenierung war eher belanglos.
    • Den Auffassungen bezüglich der Leistung von Michael Volle kann ich mich nur zu 100% anschließen - was er zur Zeit leistet verdient das Prädikat "Weltklasse"!
      Ich fand allerdings auch das Dirigat von Simone Young sehr ausgewogen und auch die lyrischen, leisen Passagen sehr fein herausmusiziert. Albrecht hat mit seiner Heliane natürlich Maßstäbe gesetzt, die sehr hoch liegen...
      Ich habe auch Pankratova am Freitag als kraftvolle, nuancierte Färberin gesehen, die sich ideal mit der wunderbaren Camilla Nylund ergänzte.
      Dei Amme von Michaela Schuster war in der Tat sehr schrill angelegt, was ich aber nicht als störend empfand.
      Auch unter der Einbeziehung der meines Erachtens schlüssigen Traumdeutungs-Inszenierung von Claus Guth habe ich einen sehr eindrucksvollen Strauss-Abend Unter den Linden erleben dürfen.
      Die fünf Hauptrollen mit solch erstklassigen Künstlern zu besetzen, das muss man erstmal schaffen. "Fr-o-Sch" at it's best!!!