Frankfurt 2017/2018

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    • Mit Norma und Trovatore gleich zwei Blockbuster, zweimal Britten (NP Peter Grimes, WA Billy Budd - an welchem Haus gibt es das in Deutschland?) und ein paar wirklich schöne Besetzungen (Nylund in Capriccio, Spyres in L'Africaine, Meade in Adriana Lecouvreur, Vassallo in Rigoletto). Und zudem ein paar schön-sperrige Werke (Totenhaus, Passagierin). Doch, da findet sich jede Menge für mich...
    • RagnarDanneskjoeld schrieb:

      Mit Norma und Trovatore gleich zwei Blockbuster, zweimal Britten (NP Peter Grimes, WA Billy Budd - an welchem Haus gibt es das in Deutschland?) und ein paar wirklich schöne Besetzungen (Nylund in Capriccio, Spyres in L'Africaine, Meade in Adriana Lecouvreur, Vassallo in Rigoletto). Und zudem ein paar schön-sperrige Werke (Totenhaus, Passagierin). Doch, da findet sich jede Menge für mich...
      Den zum Teil schönen Besetzungen stehen aber auch einige entgegen, die mir doch etwas z´wider sind:
      3x Wolfsteiner als Peter Grimes!, Morozov und Maurizio. Naja, in Angela Meade hat er ja viel zum Lieben.
      4x Chang als Werther, Tenor im Capriccio, Devereux und Herzog von Mantua. Er hat mir zuletzt als Lenski überhaupt nicht gefallen.
      Die Passagierin fand ich weder schön, noch sperrig, aber sehr einvernehmend in ihrer Wirkung.
      Ich habe ja ein Abo für Neuinszenierungen, mal sehen.
    • Klar, ich würde mir auch so mach' andere Besetzung zusammenbasteln. Wolfsteiner ist bestimmt kein Kracher, aber nachdem ich Ryan in Wiesbaden hatte, kann das auch nicht viel übler werden. Und vor Wolfensteiner sang van Aken den Maurizio - auch nicht besonders idiomatisch besetzt. Zu Meade: besser fett und gut als schlank und schlecht. Chang hätte ich eh' nur in Capriccio, das ist keine große Rolle. Und die Passagierin bleibt für mich "schön-sperrig", aber mit Ihrer Charakterisierung kann auch sehr gut leben.
    • Sind die Erwartungen hoch bzw. die Vorfreude groß, besteht ja immer die Gefahr enttäuscht zu werden. So ging es mir gestern (22.11.2017) in der Oper Frankfurt, wo man die Wiederaufnahme von Cosi fan tutte in der Inszenierung von Christof Loy bewundern kann. Ich habe die Premiere damals live (2009) miterlebt und mehrere Wiederaufnahmen dieser wunderbaren Inszenierung erleben dürfen, nie verlor diese Inszenierung an Schwung, Heiterkeit und Intelligenz. Das „Bühnenbild“ existiert zwar nur aus einen hell erleuchteter Raum mit ein paar Türen, was dort zu sehen ist und welche Personenführung man dort sieht, ist aller erster Klasse. Kein Wunder also, dass diese Inszenierung preisgekrönt ist und sich großer Beliebtheit (meiner zumindest) erfreut.


      Auf der Habenseite war Simon Bailey als wunderbarer Don Alfonso, Daniel Schmutzhard als Guglielmo, der sich zu einem großartigen Bariton entwickelt hat der von Anfang bis Ende durch eine spannungsreiche und emotionale Interpretation glänzte. Mich würde es nicht wundern, wenn er in einigen Jahren Wotan und Barak singt, dass Potenzial steckt in ihn. Vollkommen zufrieden konnte man auch mit Louise Alder als Despina sein, die die Rolle als intrigante Zofe vorzüglich darstellte. Der Regie und ihrer Stimme ist es geschuldet, dass sie den meisten Szenenapplaus bekam und das mit Recht.


      Die Dame die den Einführungsvortrag hielt, wies mehrmals darauf hin (und sonst ist es auch überall in der Oper Frankfurt zu lesen), dass Ben Bliss als Ferrando nicht nur in Frankfurt sondern auch bald an der MET zu erleben sei. Umso mehr war ich doch verwundert, wie wenig von seiner wunderschönen, zarten und lyrischen Stimme im Parkett ankommt. War es Aufregung oder hatte er einfach nur einen schlechten Tag? Für die MET wünsche ich ihm jedenfalls eine etwas kräftigere Stimme.


      Geteilter Meinung bin ich bei Cecelia Hall, die die Dorabella souverän sang, mehr aber auch nicht. Entsetzlich enttäuscht war ich von Juanita Lascarro, die sich mächtig als Fiordiligi ins Zeug legte (schauspielerisch) aber musikalisch völlig unterging. Wie ein ängstliches und schüchternes Reh ging sie in die Arien und hatte mit Müh und Not damit zu tun die Töne zu treffen. In der Höhe klingt sie wie Schwanewilms kehlig und überzeugt eigentlich nur in der Mittellage. Sie hat keine Tiefe in der Stimme und entlockt der Rolle so gut wie keine Emotionen oder Gefühle. Die AriePer pietà, ben mio perdona war derart misslungen und kühl, dass man am liebsten gegangen wäre, was auch einige Zuschauer taten und die Tür laut schlossen.


      Über den Dirigenten Rory Macdonald kann man nicht viel sagen. Er begleitete die Sängerinnen und Sänger wunderbar, eine Idee oder ein Gefühl für diese so wunderbare Musik hatte er jedenfalls nicht.


      Alles in allem war es ein ganz guter Opernabend, so schnell bekommt man nämlich nicht mehr einen so gutaussehenden Ferrando und Guglielmo zusammen zu Gesicht. :P ;)
    • Asteria schrieb:

      gefiel dort sehr
      Habe mir daraufhin einige Schnipsel angehört. In der Tat beachtlich. Schade, dass er in nächster Zeit nicht in HH aufschlägt.
      Hier "Nessun ..." aus Leipzig. Leider schlechte Tonqualität:

      Und hier "E lucevan ..." aus Cosenza


      Hier ist auch noch die Bildqualität schlecht. Fast muss man sagen, glücklicherweise. (Damit meine ich nicht das Aussehen des Tenors, um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen.)
    • The Botanist schrieb:

      Entsetzlich enttäuscht war ich von Juanita Lascarro, die sich mächtig als Fiordiligi ins Zeug legte (schauspielerisch) aber musikalisch völlig unterging. Wie ein ängstliches und schüchternes Reh ging sie in die Arien und hatte mit Müh und Not damit zu tun die Töne zu treffen. In der Höhe klingt sie wie Schwanewilms kehlig und überzeugt eigentlich nur in der Mittellage. Sie hat keine Tiefe in der Stimme und entlockt der Rolle so gut wie keine Emotionen oder Gefühle. Die AriePer pietà, ben mio perdona war derart misslungen und kühl, dass man am liebsten gegangen wäre, was auch einige Zuschauer taten und die Tür laut schlossen.
      Danke für Ihren Bericht, der mich in meiner Haltung bestätigt, diese Serie, und sei es auch die letzte, auszulassen. Was Sie über Lascarro schreiben, ist Wasser auf meine Mühle. Es ist wohl der traurige Tiefpunkt eines Engagements, das eigentlich 2002 in Fierrabras genauso begonnen hatte. Zwischendurch gefiel sie mir überraschenderweise als Agrippina (wohl wegen der Tessitura zwischen Sopran und Mezzo), aber Ihre Kritik lässt fragen, wie lange wir diese Dame eigentlich noch ertragen müssen.
      Ben Bliss hätte ich ja gerne gehört, aber wenn er nicht zu hören war, war es für mich eine weise Entscheidung, der WA fern zu bleiben, zumal ich die Inszenierung nicht für soooo gelungen erachte: vom dritten Rang aus ist sie ungenießbar, weil man eben nur die weiße Wand und ein paar kauernde Figuren sieht, ist man näher dran, bemerkt man die Personenregie, die ich aber vergessen habe, sobald der Abend zu Ende ist. Bei anderen Inszenierungen weiß ich, wie und was gespielt wurde ;(
      Die Bühne bleibt sauber!