Darmstadt 2017/2018

    • Ich mache jetzt kein neues Fass, äh, keinen neuen Thread auf, die Beiträge über DA 2017/18 werden sich wohl in Grenzen halten.
      Am 29.10. gab es auch in DA eine Neuprodutkion der "Nozze di Figaro", allerdings keine wirkliche, denn es handelt sich um eine Übernahme von der Oper Köln. Regie Emanuelle Bastet. Angeblich siedelte sie das Stück in den Dreißiger Jahren an, davon war aber fast nichts zu sehen, allenfalls bei den Kostümen. Einheitsbühnenbild war eine grüne florale Wand mit vielen Türen. Es war eine unspektakuläre Regie, durchaus mit netten Details (so konnte man im 2. Akt in das Ankleidezimmer hineinsehen).
      Interessant natürlich die Musikalische Umsetzung: Rubén Dubrovsky ließ Naturhörner spielen, was dann möglicherweise die Transposition der Figaro-Arie aus dem 4.Akt nach D-Dur zur Folge hatte. Es begleitete ein Hammerklavier, die Streicher saßen mit wenig Vibrato links, die Bläser mit vielen hörbaren Zwischenstimmen rechts. Dubrovskys Lesart war weniger überdreht als die seines Münchner Kollegen, und, ich könnte ihn knuddeln: endlich mal ein Dirigent, der keine kurzen Vorschläge da spielen lässt, wo sie meiner Ansicht nach nicht hingehören.
      Sängerisch war es mehr als ordentlich für ein sogenanntes Provinzhaus: David Pichlmaier war wieder mal ein fast tenoral timbrierter Graf, er sang dann auch die Zweitfassung seiner Arie mit anderem Schluss, höherer Tessitura und ohne die Triolen, Durchaus höhrenswert, wenn man sie singen kann. Georg Ferstl war etwas tiefer timbriert, aber dennoch kein richtiger Bass-Figaro, was für mich okay ist.
      Jana Baumeister als geschmackvolle, unaufdringliche Susanna war in sehr guter Form (anders als in der Bregenzer Carmen), Katharina Persicke eine etwas herbe Gräfin, aber dafür in gutem Kontrast zu Susanna.
      Ich kann mir die Spitze nicht verkneifen, ich mag ja Anne-Sofie von Otter durchaus, aber Katrin Gerstenberger, auch im Herbst ihrer Karriere, war in eindeutig besserer vokaler Form. Selbstredend entfielen in DA jegliche Arien von Marcellina und Basilio. Der Abend dauerte gut 3,5 Stunden, war für mich aber nicht langweilig.
      Die Bühne bleibt sauber!

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