Don Carlo - Staatsoper

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    • Don Carlo - Staatsoper

      Don Carlo gehört zu meinen Lieblingsoper, insofern bin ich dankbar für jede Wiederaufnahme dieser Produktion. Da die Vorstellungen jedoch selbst im Schiller-Theater nicht ausverkauft bis schlecht besucht sind, staune ich, dass die Produktion gefühlt jährlich wieder auf den Spielplan gesetzt wird. Die aktuelle Besetzung (besuchte Vorstellung: 26.05.2017) konnte sich hören und sehen lassen. Lianna Haroutounian begann recht verhalten, konnte dann aber insgesamt überzeugen und krönte ihre Leistung mit einer anmutig gesungenen Arie. Marina Prudenskaya sang eine Eboli auf allerhöchstem Niveau. René Pape singt den Philipp nun seit 13 Jahren und macht das souverän. Am Freitag klang sein Vortrag angestrengter als gewohnt. Eine Bank war wie immer Fabio Sartori in der Titelpartie. Massimo Cavalletti sang einen soliden Posa. Ein absoluter Knaller war Mikhail Kazakov als Großinquisitor. Fast alle Rollenvorgänger haben eine schönere Stimme als er, aber was Kazakov geboten hat war furchterregend bis unter die Haut. Ein krasser Typ! Recht kurios klang Milos Bulajic als Graf Lerma. Das hörte sich an wie aus dem Off gesungen, so dünn kam das über die Rampe. Massimo Zanetti gehört am Pult fast ebenso zum Inventar dieser Produktion wie Pape als Philipp. Er trug mit einem feinfühligen, umsichtigen und packenden Dirigat zu einem insgesamt sehr guten Opernabend bei.
    • Dem ist nicht viel hinzuzufügen, lediglich, dass ich das Glück hatte, eine der Aufführungen mit Trekel zu erwischen - auch wenn ich, als ich von der Umbesetzung las, das nicht unbedingt erwartet hab. Gut, er stieß gelegentlich an seine Grenzen, die er in den letzten Jahren auch zunehmend enger stecken musste, aber gestalterisch, vor allem "per me giunta...", war das sensationell.
      Großes Lob ausdrücklich auch für Kazakov, der ging in der Tat unter die Haut. Nicht schön, aber gruselig!!