Wagner in Budapest, Parsifal am 8.6.2017

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wagner in Budapest, Parsifal am 8.6.2017

      Bevor heute wieder der Stress mit dem Ring in 4 Tagen beginnt, will ich noch schnell meine Eindrücke zum Parsifal loswerden:
      Der Höhepunkt der Aufführung hier im Müpa waren wie immer die Chöre – die Männer an der Bühnenrückwand, Frauen und Männer gemischt im 1. Rang und Frauen und Kinder im 2. Rang: ein überwältigendes Klangerlebnis. (Chor und Kinderchor des ungarischen Radiosymphonie-Orchesters, Zoltán Pad und László Matos sowie ungarischer Nationalchor, Csaba Somos.)
      Aber auch die Solisten waren größtenteils hervorragend, allen voran Violeta Urmana als Kundry. Piani, die wirklich piano gesungen werden, eine Stimme, die in jeder Lage hervorragend anspricht, differenziert, ausdrucksstark und textverständlich.
      Peter Seiffert als Parsifal hätte sich, was Pianokultur betrifft, gerne eine Scheibe bei Frau Urmana abschneiden können, aber die Höhensicherheit, die Gestaltung der Rolle, das immer noch schöne Timbre seiner Stimme haben mehr als entschädigt – insgesamt eine sehr gute Darbietung.
      Im Vorfeld war ich ja etwas skeptisch, ob der Amfortas wirklich eine passende Rolle für Lauri Vasar ist, er hat mich aber eines besseren belehrt, mit seinem balsamischen, lyrischen Bariton lieferte er ein hervorragendes Rollenporträt. Einzig in seinem letzten Auftritt hätte ich mir ein wenig mehr Expressivität gewünscht
      Die Rolle des Gurnemanz hätte Albert Pesendorfer singen sollen. Leider musste er sich recht kurzfristig krank melden. (Ich hoffe - in seinem und in meinem Interesse - dass er rechtzeitig zum 21. wieder gesund ist.) Für ihn sprang Eric Halfvarson ein. Nun muss man diesem dankbar sein, dass er die Vorstellung gerettet hat, mehr aber auch nicht. Er war mit seiner fahlen Stimme unfähig, größere Bögen zu gestalten. Das war mir zu häufig Sprechgesang. Schade, er war der einzige wirkliche Schwachpunkt der Vorstellung, denn auch die restlichen Solisten (Jürgen Linn als Klingsor, Ferencz Cserhalmi als Titurel) machten ihre Sache sehr gut.
    • Die Vorstellung am 21.6. war ein schöner Abschluss des Festivals 2017!
      Albert Pesendorfer war ein großartiger Gurnemanz!
      Textfeutlich, farbig, strahlende Höhe und profunde Tiefe! Und mit Legatokultur gesungen!
      Frau Urmana SANG die Kundty, das war wirklich toll!
      Peter Seiffert schien etwas unkonzentriert, in der Tiefe belegt, aber die Höhe strahlte leuchtend!
      Lauri Vasar ist mir als Amfortas zu mulmig, alles auf Einheitsvokal gesungen und mit Problemen in der Höhe!
      Jürgen Linn war ein charakteristischer Klingsor!
      Chor hervorragend!
      Maestro Fischer legte es eher gemächlich, aber sehr transparent an!
      Das Orchester folgte ihm gern und punktete mit wunderbarer Pianokultur!

      Lauter Jubel zum Schluss, besonders für Pesendorfer, Urmana und Adam Fischer!
    • Zwischenrufer2 schrieb:

      Damit (dislikes) drückt man nur aus, dass man eine andere Meinung hat
      Ganz so einfach ist es nicht.
      "Dislike" heißt nämlich ins Deutsche übersetzt:

      Missfallen, Widerwille, Abneigung, Antipathie, Aversion.

      Das drückt nicht nur aus, dass man eine andere Meinung hat und ich finde auch nicht, dass diese Substantive viel mit Toleranz zu tun haben.

      linguee.de/englisch-deutsch/uebersetzung/dislike.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ira ()

    • peripatetica schrieb:

      Missfallen, Widerwille, Abneigung, Antipathie, Aversion.
      (...) ich finde auch nicht, dass diese Substantive viel mit Toleranz zu tun haben.
      Ach, wie könnten Sie hier glänzen, wenn Sie diesen Substantiven mit Toleranz begegnen würden. Aber Toleranz ist nicht so Ihr Ding, oder?

      Und Dislike heißt auch einfach nur "mag nicht" - Nachtrag: das haben Sie ja eben auch freundlicherweise verlinkt.
      linguee.de/englisch-deutsch/uebersetzung/dislike.html

      Und Sie haben natürlich die Freiheit, dieses Posting mit "Missfallen, Widerwille, Abneigung, Antipathie, Aversion" zu brandmarken - damit kann ich umgehen, ohne mich gleich künstlich aufzuregen, wie Sie das gerne tun.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alter Frager ()