Les Pêcheurs de Perles - Staatsoper

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    • Les Pêcheurs de Perles - Staatsoper

      Ich muss voranstellen, dass sich meine Eindrücke lediglich auf die Generalprobe beziehen, jedoch für ein Urteil absolut ausreichen dürften. Man hört von einer umjubelten Premiere und ungeteiltem Jubel für das Regie-Team. Da stellt sich die Frage, wer dort dringesessen hat. Filmleute unter sich? Karten für die Premiere waren sofort vergriffen (laut Homepage waren am Premierenabend wieder Karten in drei Kategorien erhältlich), auch alle weiteren Vorstellungen sind ausverkauft. Für meinen Geschmack war das die schwächste Regie-Arbeit, die in letzte Zeit an der Staatsoper abgeliefert worden ist. Da erscheint die platte Manon-Lescaut-Produktion von Flimm gleich in einem anderen Licht. Auf dem Vorhang ist zunächst Wasser zu sehen, dann landet man auf einer Insel, wo alles recht statisch zugeht. Ich bin einigermaßen enttäuscht darüber, dass Wim Wenders nicht mehr eingefallen ist. Beim Dirigat von Daniel Barenboim hat mir die Seele des Stücks gefehlt. Das war akkurat und effektvoll musiziert, aber ohne die Schönheit der Musik auszukosten. Insgesamt zufrieden sein konnte man mit den Sängern der drei Hauptrollen. Hier überragte in erster Linie der junge Bariton Gyula Orendt als Zurga, dessen gut sitzende Stimme alle Gefühlslagen zu transportieren vermochte und Lust auf mehr gemacht hat. Er war mir zwar schon im Ensemble aufgefallen, aber hier konnte er beweisen, dass er ein Ausnahmesänger ist. Ihm am nächsten kam die charmante Olga Peretyatko-Mariotti, für die die Leila eine ideale Rolle zu sein scheint. Joseph Calleja hat die Messlatte in Berlin sehr hoch gelegt. So musste ich mich an die helle, schlanke Stimme von Francesco Demuro als Nadir zunächst gewöhnen. In den lyrischen Passagen gefiel er mir letztendlich sehr gut, sobald es allerdings dramatischer wurde, stieß die Stimme an ihre Grenzen und klang nicht mehr frei. Gesanglich war also durchaus alles auf der Habenseite, die Produktion ist jedoch weder ein Plädoyer für szenische Aufführungen des Werkes, noch eine gute Bewerbung für weitere Opernarbeiten des Regisseurs.

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    • Ich habe Demuro in Frankfurt erstmals Ende 2012 gesehen und gehört, als die Corti-Traviata letztmals gespielt wurde("weil aus Platzgründen das Bühnenbild entsorgt werden muß"). Er war fürchterlich. Da stand ein steifer Buchhalterlehrling herum, befaßt mit dem Bemühen, die Töne zu stemmen und dann am Absturz zu hindern. Seinen Bohème-Rudolfo 2015 habe ich mir dann nicht angetan.
      Was die Wenders-Regie betrifft, gibt es medial durchaus auch Kritiken in Ihrem Sinne.