Herbert Blomstedt wird 90

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    • Herbert Blomstedt wird 90

      Am 11.Juli vollendet Herbert Blomstedt sein 90. Lebensjahr.

      Die Staatskapelle Dresden gratuliert ihrem Ehrendirigenten und Chefdirigenten der Zeit von 1975 bis 1985 im 12. Symphoniekonzert mit einem Programm seiner Wünsche.

      Ausgewählt hatte der außergewöhnlich beliebte Musiker Anton Bruckners vierte Symphonie Es-Dur, die Romantische, und Beethovens Klavierkonzert Nr.1 C-Dur.

      Die Generalprobe und die Konzerte dirigiert er für Dresden erstmalig im sitzen und erspart uns Jüngeren die Scham vor seiner physischen Fitness eines stehenden Dirigats.

      Mit weit ausholenden Armbewegungen führt er die Musiker zu einer beeindruckend frischen Interpretation des Werkes. Hier wurde das Ergebnis einer langjährigen Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der gewaltigen Komposition präsentiert.

      Mit langanhaltendem stehendem Applaus dankten die Dresdner Konzertfreunde für das Musikerlebnis.

      Im ersten Teil des Konzertes hatte Herbert Blomstedt mit Sir András Schiff das Beethoven-Klavierkonzert als eine brillante altersmilde Aufführung zweier gereifter Musiker geboten. Dabei immer wieder der phantastische Tastenanschlag des inzwischen 64-jährigen Pianisten.

      Eine Wiederholung des Konzertes wird am 2. Juli ab 20 Uhr auf dem Theaterplatz "open air" übertragen.

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    • Zum Abschluss der Feierlichkeiten zu seinem 90. Geburtstag hatte sich der Ehrendirigent unserer Staatskapelle Herbert Blomstedt ein Konzert mit Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart gewünscht.
      Sein voller Terminkalender hatte dieses Konzert erst am 15.Dezember, also fünf Monate nach dem 11. Juli erlaubt.
      Im ersten Konzertteil wurde das 25. Klavierkonzert in C-Dur,KV 503 geboten. Als Solisten hatte sich der betagte Dirigent den jungen, gerade 35-järigen Pianisten Martin Helmchen eingeladen.
      Helmchen gilt, als der „sympathische Sonderling und als der Philosoph am Klavier, mit einer Liebe zur Pointe“.
      Bei Mozart trafen sich zwei Musiker unterschiedlichen Alters, aber beide identisch in der Bescheidenheit im Umgang mit dem Werk. Nie entsteht der Eindruck, dass der Komposition eine besondere Sichtweite übergestülpt werden soll.
      Helmchen ist keiner, der über das Ziel hinaus schießt, nichts maschinelles, sondern bietet beglückend perlendes und elegant bewegendes Klavierspiel. Dabei vermeidet er in den langsamen Passagen den Eindruck des Blassen.
      Herbert Blomstedt sicherte dabei, dass das Werk kompaktblieb und nicht in unverbundene Teile zerfiel.
      Besonders beeindruckte mich aber die von Martin Helmchen gespielte Bach-Zugabe.
      Im zweiten Konzertteil spielten Musiker der Staatskapelle die 41. Sinfonie C-Dur mit dem Beinamen Jupiter-Sinfonie.
      Das Allegro vivace dirigierte Herbert Blomstedt mit eigentlich jugendlicher Frische und in hohem Tempo. Dabei setzte er beide Hände für seine akzentuierten Informationen ein.
      Das Andante cantabile ließ er dann ruhiger und betont lyrisch mit den gedämpften Violinen an, so dass die Töne „wie von ferne,gleichsam hinter einem Schleier“ zu entstehen schienen.
      Den dritten Satz Menuetto, Allegretto dirigierte Blomstedt zunächst sehr verhalten, während dann im zweiten Satzteil Holzbläser und die erste Violine ein tänzerisches Staccato aufbauten.
      Mit dem Molto allegro-Schlusssatz zeigte dann HerbertBlomstedt noch einmal sein Können und bewies seine gewaltige Erfahrung, wobei ihm die Musiker begeistert folgten.
      Mit stehenden Ovationen und lauten Rufen feierte Blomstedts Dresdner Fan-Gemeinde seinen Abschied für die laufende Saison.
      Der Jubilar war von der Begeisterung angerührt und nutzte die lange Zeit der Ovation, um sich mit Handschlag einzeln von den Musikern zu verabschieden.