Parsifal 2017

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    • DiDo schrieb:

      Wie war es, ausser dass es flott war?
      Am 14. war es wieder weniger flott und die Vorstellung um 22 Uhr zu Ende. Auch hier war, wie beim Tristan, das Dirigat, was die Aufführung besuchenswert gemacht hat. Selten habe ich die Parsifal-Musik so klar, durchhörbar und durchstrukturiert gehört wie unter Haenchen und auch nie so deutlich, dass die Musik eben für dieses Haus komponiert worden ist. Dass Haenchen nächstes Jahr nicht mehr dirigiert, ist sehr zu bedauern.
      Schager war ein solider Parsifal, aber noch ein bisschen robust unterwegs. Die Amfortas-Rufe im zweiten Akten gingen zwar durch Mark und Bein, an den lyrischen Stellen muss er aber noch ein wenig arbeiten, ein ungschliffener Diamant noch sozusagen :D . Den jugendlichen Springinsfeld verkörpert er überzeugend, den weltweise Gewordenen noch nicht so ganz.
      Zeppenfeld natürlich eine sichere Bank, da hätte man gerne noch länger zuhören können. Frau Pankratova mit vollem Körper- und Stimmeinsatz, das 'und.. lachte' im zweiten Akt erschütternd. Die Textverständlichkeit ließ bei ihr allerdings ein wenig zu wünschen übrig. McKinny als Amfortas war nicht hundertprozentig mein Fall, die Stimm klang ein wenig kehlig und belegt. Werner van Mechelen gab einen bedrohlichen Klingsor.
      Laufenberg hat wohl an der Inszenierung nicht weitergearbeitet. Schön wäre es gewesen, er hätte auf die Regenwalddusche und die alberne Riesenvegetation, die an billige SciFi-Filme aus den 70ern erinnert, verzichtet. Das trübt den Gesamteindruck des nicht uninteressanten Inszenierungsansatzes dann doch deutlich. Auch das rumplantschen im Wasserbecken im zweiten Akt hätte er sich durchaus sparen können. Ärgerlich der allerletzte Schluss: der Chor ist bei 'Höchsten Heiles Wunder' irgendwo hinten auf der Hinterbühne unterwegs, wo man ihn leider nicht mehr allzu deutlich hört, was die Wirkung dieses (musikalisch) wunderbaren Schluss doch ziemlich beeinträchtigt.
    • Reingold schrieb:

      Gralsritter55 schrieb:

      Und er war flott unterwegs.
      Es sollen wohl einige Zuschauer nach der Pause nicht mehr eingelassen worden sein. Sie hatten sich auf die Anfangszeiten verlassen, die sich noch auf das Haenchen-Dirigat bezogen.
      Das ist natürlich bitter, aber ich nehme an, dass vom Portal schon entsprechend der Anfangszeiten, wie sie an diesem Tag konkret waren, geblasen wurde.
    • peripatetica schrieb:

      Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es aber um die Zeiten des Haenchen-Dirigats. Die haben ja mit dem aktuellen Besetzungszettel nix zu tun.
      Ja,schon,aber falls der Besetzungszettel bei Janwoski-Aufführung geändert wurde, dann wurde sicherlich nur der Name des Dirigenten akutalisiert, die Zeiten wohl nicht, da man ja nicht wissen konnte, wie sich der Dirigentenwechsel zeitlich auswirkt.
    • Ein paar Anmerkungen zum Parsifal am 25. August.
      Ich hab nach 30 Jahren Bayreuth-Pause 2015 Tristan und den Ring gesehen und war vor allem anderen erstaunt, mit welcher Wucht die Singstimmen ins Haus dröhnen, so als ob da jemand am Mischpult ein paar dB dazugegeben hätte. Diese Jahr war der Eindruck ähnlich, nur dass auch das Orchester unangenehm laut war, manche Sänger fast komplett überdeckte (Amfortas, Kundry im 1. Aufzug), Zeppenfeld war heavy metal, aber kaum zu verstehen, was beinah schockierend für mich war, weiß ich doch wohl, dass er der mit am besten artikulierende Sänger der Gegenwart ist. Die Ritterchöre ebenfalls extrem laut, dagegen die Stimmen aus der mittleren und hohen Höhe kaum zu hören.
      Schager war bei seinen wenigen Einsätzen SO laut, dass ich mir dann den 2. und 3. Aufzug geschenkt habe bzw. schenken musste, das hätte ich nicht ausgehalten.
      Was war da los? Hat Haenchen derart auf den Putz gehauen? Im Ring und Tristan 2015 hatte ich den Eindruck einer derartigen Orchesterdominanz nicht im Geringsten, ganz im Gegenteil, da waren manche Holzbläserstellen im Tristan fast nicht mehr zu hören.
      Nur zur Info: Ich saß Reihe 21 ziemlich mittig, 2015 beim Ring 17. Reihe Mitte und im Tristan 7. Reihe Seite.
      Schlimmerweise kam es gegen Ende des 1. Aufzuges auch noch zu einem offensichtlich sehr ernsten medizinischen Notfall in der 1. Reihe, ein älterer bewegungsloser Herr musste hinausgetragen werden, die Rettungskräfte quetschten sich durch die Reihen usw. Kurz vor Schluss fand dann noch ein kleinerer Exodus in einigen Reihen an der Seite statt – mitnichten der Schwüle geschuldet, denn 5 Minuten später konnte man die Herrschaften ganz an der Spitze der Wartenden vor den Bratwurst-, Eis- und Kaffeeständen sehen.
      Also da sag ich jetzt mal nix zu ....

      Bis denn.
    • Dass das Orchester in Bayreuth zu laut ist und dann auch noch ausgerechnet im Parsifal, ist mir noch nicht untergekommen. In meiner Vorstellung (14.08.) war es jedenfalls nicht so.
      Was Schager angeht, hätten Sie sich mal besser noch den dritten Akt gegeben, da konnte er nämlich auch durchaus anders. Ansonsten: dass er nicht in erster Reihe steht, was Pianokultur anbelangt, ist sicherlich richtig, hat sich aber mittlerweile eigentlich auch rumgesprochen...
    • Sie werden's vielleicht nicht glauben, aber Herrn Schagers Vorzüge und Untugenden sind mir sehr wohl bekannt. ;) Und darauf hinzuweisen (v. a. Letzteres) werde ich mir auch in Zukunft gestatten.
      Und ich bin nicht in Bayreuth, um mir irgendetwas zu "geben", sondern ich möchte ein Werk "genießen" in einer guten Aufführung, und davon war dieser Nachmittag teilweise um einiges entfernt.
      Wenn andere das anders sehen und v. a. hören, kann ich diejenigen nur zu ihren robusten Trommelfellen und resistenten Gehörnerven beglückwünschen. :D