Young Euro Classic, Eröffnung 2017

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    • Young Euro Classic, Eröffnung 2017

      In der aktuellen Saison scheint YEC etwas an Schwung eingebüßt zu haben, die Eröffnung gestern wirkte recht trostlos. Die notorischen Politikeransprachen zu Eröffnung kreisten um das Thema Gewalt und Kultur als Mittel dagegen - auch das wirkte recht aufgesetzt und hilflos.
      Das Konzert dann in gewohntem Standard: Christoph Eschenbach ist ein großartiger Orchestererzieher, der mit der bunt zusammengewürfelten SHMF-Akademie beachtliche Qualität erzielt, die solistischen Einsätze gerade der Bläser waren sehr beeindruckend (wenig erstaunlich!), aber eben auch das Zusammenspiel im Orchester.
      Zunächst gab es ein Violoncellokonzert von Haydn mit dem Solist Bruno Philippe. Zeitweise klapperte es etwas mit dem Zusammenspiel, sonst wurde der Haydn mit Anstand interpretiert.
      Im zweiten Teil dann der Höhepunkt : Turangalila von Messiaen, eigentlich ausreichend für ein Konzert, vielleicht musste man bei der Programmgestaltung noch außer-künstlerischen Vorgaben folgen.
      Was das Orchester und Eschenbach hier technisch und gestalterisch ablieferten, steht fast außerhalb jeder Kritik. Großartige, flexible Bläsereinsätze, fast völlig ohne Patzer; eine riesen Flexibilität der anderen Orchestergruppen und ein großartiges Klaviersolo (Di Wu).
      Nun kommt das Problem: bei allem, was wir hier über Akkustik diskutiert haben, können wir das Berliner Konzerthaus rauslassen. Hier verschwinden einzelne Instrumentalgruppen im Orchestermatsch, kraftvolle Passagen lassen die Sitze erzittern, so dass es einfach vulgär klingt, und so weiter. Leider war das Instrument Ondes Martenot, das immer so ein genüßliches Jaulen erzeugt, zu sehen, aber überhaupt nicht zu hören.
      Ein Novum war auch das zahlreich erschienene Protokoll-Publikum, das mit der Turangalila nicht viel anfangen konnte bzw. sie unterschätzte. Immer mehr Gäste verließen den Saal vor dem Ende.