Eröffnung des Musikfestes Berlin: Barenboim, Staatskapelle Berlin: Bruckner VIII.

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    • Eröffnung des Musikfestes Berlin: Barenboim, Staatskapelle Berlin: Bruckner VIII.

      Ich gebe zu: nach unvergeßlichen Erlebnissen mit Bruckners Achter unter Wand (mehrmals), zuletzt Skrowaczewski kann ich hier nicht völlig fair sein - ich jammere auf hohem Niveau!
      Man kann Barenboim nicht vorwerfen, daß er das Mammutwerk nicht strukturiert, eher daß er es überstrukturiert. In den Interpretationen von Wand und Skrowaczewski konnte man am kleinsten Detail verfolgen, wie sich das Stück organisch entwickelt, bei Barenboim wirkt das Ganze sehr forciert. Es wird immer wieder auf die Wirkung des gesamten Orchesters geachtet, weniger auf solistische Feinheiten z.B. bei den Bläsern. Zudem wirkte auf mich der Beginn etwas ungelenk, die Einsätze der Bläser und die Abfolge der Themen etwas grob, keinerlei "Schweben" im 2. Satz, der doch bei Wand so tänzerisch daherkommt.
      Im Dritten scheinen dann Orchester und Dirigent zueinander gefunden zu haben, es gab ein traumhaftes Adagio - hier stimmte alles. Das gilt mir Einschränkung auch für den vierten Satz.
      Auf der Habenseite der Interpretation steht, daß sie nie langweilig wirkte (kann bei der Achten schnell passieren!), daß die Orchesterleistung wirklich sehr beachtlich war; auf der Sollseite die etwas forcierte Interpretation und das Fehlen solistischer Finesse (obwohl man an einzelnen Stellen hören konnte, daß die Voraussetzungen dazu gegeben waren).