Musikfest Berlin: Royal Concertgebouw Orchestra /Gatti am 06.09.2017

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    • Musikfest Berlin: Royal Concertgebouw Orchestra /Gatti am 06.09.2017

      Man kann dem Musikfest Berlin alles mögliche vorwerfen, der regelmäßige Auftritt des Concertgebouw Orchestras gehört aber immer zu den positiven Seiten. Erschreckend, daß gestern die Philharmonie nicht gut gefüllt war - bei diesem Orchester und diesen Preisen! Könnte es vielleicht am Programm liegen?
      Im ersten Teil führten das Orchester und Musiker des Bundesjugendorchesters die Euryante-Overtüre auf , Teil eines europäischen Projektes des Orchesters, in dessen Rahmen in jedem EU-Land ein Stück gemeinsam mit einem einheimischen Orchester aufgeführt wird. Man konnte den jungen Leuten die Freude, mit solch einem Spitzenorchester zu musizieren, anmerken; die wichtigen solistischen Parts der Bläser waren allerdings mit Musikern des RCO besetzt.
      Im zweiten Teil "In-Schrift" von Rihm konnte das Orchester seine Qualitäten an allen Pulten und seine einzigartige Fähigkeit, Klangbilder zu formen, beweisen: die Erwartungen für den zweiten Teil, Bruckners Neunte, waren sehr hoch.
      Was haben wir doch mit denen phantastische Bruckner-Abende gehabt, z.B. unter Haitink, Chailly und Jansons; nun aber Gatti.
      Vorneweg: es wirkte auf mich, als hätte jemand ein perfektes Auto erworben, kann es aber nicht fahren.
      Vor dem Hintergrund großartiger Solisten und einer einzigartigen Fähigkeit der Musiker, gemeinsam zu musizieren, faserte Bruckner vor sich hin. Es war kaum eine Dramaturgie zu bemerken, die Bruckner-Wiederholungen spielten sich einfach so ab, man konnte nicht erkennen, warum. Die Steigerungen in der Dynamik geschahen einfach so, dann mal ein solistischer Einsatz, dann wieder die nächste Episode... selbst die Generalpausen wirkten nur noch langweilig.
      Recht verhaltener Applaus in der nicht gut gefüllten Philharmonie, das dürften die erfolgsverwöhnten Amsterdamer so nicht kennen. Wer die Neunte so kennenlernt, wird sie als langweiliges Stück in Erinnerung behalten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Gast1 ()

    • Die Diskrepanz zwischen dem Können des Orchesters (unglaubliche Flexibilität, gute Solisten, perfektes Zusammenspiel) und diesem unstrukturierten Bruckner war auffällig. Trotzdem ist es immer wieder eine Freude, dieses Orchester zu hören...
      Die haben den Bruckner auch auf den Proms gespielt, wo es ähnliche Kritiken gab....
      seenandheard-international.com…bruckner-is-less-exalted/
    • Konzertgänger in Berlin
      Geheimnisleer: Concertgebouw-Orchester und Daniele Gatti spielen Weber, Rihm, Bruckner
      Wie müsste, fragt sich der Konzertgänger, eine Bruckner-Aufführung in der Philharmonie klingen, damit sie nicht in frenetischen Jubel mündet? Um Buhs hervorzurufen oder, vielleicht schlimmer, höfliche Akklamation in der Art akademischen Fingerknöchelklopfens? Man mag sich kaum ausmalen, was da schieflaufen müsste.
      hundert11.net/musikfest2017-concertgebouw/