La Traviata - Deutsche Oper

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    • La Traviata - Deutsche Oper

      Zunächst plätscherte die Aufführung merkwürdig dahin. Olga Peretyatko-Mariotti wusste zwar mit ihrer schönen Stimme zu gefallen, setzte aber im 1. Akt zwei Koloraturen in den Sand, möglicherweise, weil sie nicht im Tempo war. Bei Attilio Glaser stimmte eigentlich so ziemlich alles, nur leider nicht die Stimme selbst. Sie klingt für meinen Geschmack langweilig und es fehlt ihr an Schmelz. Dann kam Leo Nucci mit brüchiger, steif klingender Stimme auf die Bühne. Dass er eine gewisse Anlaufzeit braucht, ist nichts Neues. Tatsächlich war es auch an diesem Abend so. Mitten im Duett legte Nucci förmlich den berühmten Schalter um und zeigte auch noch mit 75 sein Können. Nach seiner Arie war der Jubel so groß, dass er sie wiederholt hat. So kam doch noch Farbe in die Aufführung. Das Dirigat von Ido Arad hat mir insgesamt gut gefallen. Ich hatte allerdings stellenweise den Eindruck, dass es eigensinnig war und sängerfreundlicher hätte sein können.
    • Beide Sänger der Hauptrollen hatte ich noch nie live gehört. Daher war ich sehr gespannt auf die Aufführung gestern. Venera Gimadieva gilt als große Hoffnung im Belcanto-Fach. Umso erstaunter war ich, dass sie ausgerechnet die Koloraturen im 1. Akt teilweise schlampig gesungen hat. Ihre Stimme klang eher kühl, durch weich angesetzte Töne wurde ihr jedoch eine gewisse Wärme eingehaucht. Insgesamt war sie eine gute Violetta, auch wenn ich ihren Vortrag ein wenig unausgeglichen fand. Marco Ciaponi hat mich eher enttäuscht. Die Stimme wird überwiegend gut geführt, ist mir aber irgendwo zu farblos. Für Noël Bouley ist der Giorgio Germont nicht die richtige Rolle. Seinem Vortrag fehlte es an Schmelz und Ausgeglichenheit. Sehr erfreulich war das Dirigat von Stephan Zilias. Er dirigierte forsch und umsichtig anstelle des eigentlich vorgesehen GMD, der im Publikum war.