Christine Goerke

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    • Christine Goerke

      Nachdem ich für eine Hochzeit nach San Francisco gereist bin, habe ich mich gestern spontan dafür entschieden, mir die Elektra anzusehen. Da ich Christine Goerke bis jetzt nur als Färberin konzertant in Amsterdam erlebt habe und sie positiv in Erinnerung blieb, war meine Vorfreude sehr groß.
      Man muss über die Goerke schon sagen, dass sie das Zeug zur Hochdramatischen hat. Eine durchschlagende und kräftige Stimme, die am Ende der Oper noch außerordentlich frisch klang. Keine geringsten Anzeichen von Ermüdung waren zu erkennen. Ihr piano kam quasi aus dem nichts und sie sang dazu auch noch so klar und deutlich, dass man jedes einzelne Wort verstand. Ein Sängerin, die ihresgleichen sucht.
      Wenn da nicht ihr schreckliches und fürchterlich nervendes Tremolo wäre. Sie ist nicht in der Lage die Töne zu halten. Keinen einzigen Moment, nein. So kultiviert und beeindruckend ihr Vortrag war, so störend doch dieses Tremolo. Ob AllEeEeEeEeEeEein, VaAaAaAaAteEeEeRrRrRrRr oder GöÖöÖöÖötTtTeEeEeEeRrRr, es war einfach nur stören. Schade um diese vielversprechende Sängerin.
    • Cheryl

      Vorab: Ich empfinde den Begriff "Pfuiteufel", der Ekel und Abscheu ausdrückt, gegenüber einem Menschen, dessen Gesang nicht gefällt, als völlig daneben.

      Christine Goerke ist 48 Jahre alt und singt seit mehr als 20 Jahren. Wenn ihre Stimme tatsächlich ein "schreckliches und fürchterliches" Tremolo aufweist (das kann ich nicht beurteilen, ich habe sie irgendwann mal gehört, habe aber keine Erinnerung mehr daran), welches Potential soll die Sängerin Ihrer Meinung nach denn da abrufen?
    • Danke, Schambes. All das habe ich mir auch gedacht, vor allem das, was Sie als erstes ansprechen.

      Wenn eine Sängerin ein so starkes Tremolo hat wie beschrieben, dann kann sie gar nichts mehr abrufen und dann verstehe ich auch diesen Satz nicht:

      The Botanist schrieb:

      Ein Sängerin, die ihresgleichen sucht.
      Außer, das ist ironisch gemeint.....

      The Botanist schrieb:

      Ihr piano kam quasi aus dem nichts
      Mit Tremolo?

      The Botanist schrieb:

      dass man jedes einzelne Wort verstand.
      Ich hatte schon Schwierigkeiten, das zu verstehen:

      The Botanist schrieb:

      AllEeEeEeEeEeEein, VaAaAaAaAteEeEeRrRrRrRr oder GöÖöÖöÖötTtTeEeEeEeRrRr,
      ^^

      The Botanist schrieb:

      vielversprechende Sängerin.
      Dann wohl ja eher nicht. Oder ist davon auszugehen, daß sie dieses "Eiern" wieder los wird?
    • Reingold schrieb:

      qintir mele schrieb:

      Aber nur, wenn sich Wotan rangehalten hat.
      Das liest sich nicht so, als hätte er viel Zeit verstreichen lassen:[...]
      Sehe ich auch so. Der legt nur schnell seine Göttergattin in der Kemenate in Walhall ab, und los geht's zum tschacka-tschacka in die Unterwelt. Und bei der Gelegenheit bzw. auf dem Weg zu Erda zeugt er noch en passant die anderen 8 Walküren, und als ihm eine Wöfingin über den Weg läuft, läuft er schnell mit und ist somit läufig. <wuff>

      Der arme Albi braucht dagegen fast ein Vierteljahrhundert, bis er die Schmach mit dem Ring verarbeitet hat und er ebenfalls zur Zeugungstat schreitet – "Auf denn, an's Werk!"
      Oh halt, holla, falsches Werk, der kann ja gar nimmer ....

      Na denn, schöne Träume! :D
      Die schöne Musi …
    • Asteria schrieb:

      Vielleicht geht das bei göttergezeugten Kindern schneller? (Obwohl - Alexander der Große hat ja angeblich sogar 10 Monate gebraucht...)
      Die zehn Monate bedeuten aber keinen Unterschied. Es dürfte sich hier viellmehr um Mondmonate handeln, mit denen ursprünglich gerechnet wurde: 1 Zyklus = 28 Tage. Die Medizin rechnet auch heute immer noch mit 40 Wochen. Die neun Kalendermonate sind da nicht so genau, das gibt sich aber nicht viel. Da hat sich der Alexander doch an die Normgeschwindigkeit gehalten. Bis dahin jedenfalls.
    • Darf ich mal dezent auf den Unterschied von Vibrato (auch ausladendem) und Tremolo hinweisen?
      Manche Sänger haben ein wirklich weites Vibrato, das Hörer ebenso entnerven kann wie die gänzliche Abwesenheit von Vibrato bei manch anderem.
      Beim Tremolo beginnt aber das wirkliche Problem. Das ist nämlich ein unkontrolliertes, ungleichmäßiges Vibrato.
      Als Beispiele möchte ich mal Calleja, Jones und Kollo anführen: Calleja hat seit jeher ein quickes Vibrato, das er sicher nicht selber steuert. Es ist halt sein Gesang. Und so sehr dieses "capretta"-Gesinge manche stören mag, es ist reguläres Singen und in diesem Falle ja auch sehr erfolgreich.
      Gwyneth Jones hatte schon ganz früh ein sehr weites Vibrato (man höre ihren Verdi live aus den 60er Jahren), aber erst durch das andauernde Singen der ganz schweren Partien Ende der 70er/80er Jahre verlor sie darüber in vielen Momenten leider die Kontrolle und tremolierte mal mehr mal weniger peinigend. Entsprechend schieden sich an ihr die Geister. Meines Erachtens ist Goerke da noch nicht.
      Kollo dagegen hatte nie ein "normales" Vibrato. Meinem Empfinden nach sang er schon zu Beginn der 70er (nur auf Platten gehört!) eher sehr gerade und nur unter großem Druck dann mit Tremolo. Das weitete sich dann ab den 80ern zu einem -für mich- unerträglichen Gejaule. Mit Vibrato hatte das nüscht zu tun.

      Ganz präzis müssen wir übrigens -auch im Lichte der letzten Besetzungskabalen in Bayreuth- sagen: Goerke ist für 2020 als Brünnhilde angekündigt. Ob sie dann auch singen wird, wird die Zeit weisen...
    • Adalgisa schrieb:

      Calleja hat seit jeher ein quickes Vibrato, das er sicher nicht selber steuert. Es ist halt sein Gesang.
      ....und genau deswegen mag ich seine Stimme nicht.
      Natürlich hat jede Stimme ein Vibrato. Ein schnelles Vibrato auf dem Ton muß ja sein, sonst hat die Stimme keinen Glanz. Bei Calleja hat sich das gebessert, er hat hörbar an seinem (für mich früher gar nicht "quickem") Vibrato gearbeitet.
      Bei Kollo ist mir zu seinen Bestzeiten hingegen kein störendes Vibrato aufgefallen.
      Ein Beispiel für eine fast vibratolose Stimme war Gundula Janowitz.