Musikfest Berlin: Filarmonica della Scala/Chailly 13.09.2017

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    • Musikfest Berlin: Filarmonica della Scala/Chailly 13.09.2017

      Der Konzertreigen des Musikfestes Berlin endet für mich vorerst mit der Filarmonica della Scala unter Chailly. Viele werden Montag noch in das Konzert mit Harteros gehen, da klappt`s bei mir zeitlich wahrscheinlich nicht. Die Filarmonica, so konnte man gestern lesen, ist nicht 1:1 das Scala-Orchester, sondern eine daraus gebildete Konzertformation. Gestern zeigte sich allerdings, daß die Vorteile im Opern- oder wenigstens Oratorienbereich liegen dürften. Höhepunkt des Abends waren die Stabat Mater und das Tedeum aus den Quattro pezzi sacri mit dem hervorragenden Rundfunkchor Berlin. Als Ergänzung gab es im zweiten Teil die Ouvertüre zur Sizilianischen Vesper, als Zugabe (hervorragend) die Ouvertüre zur Macht des Schicksals. Der zweite Teil war eindrucksvoll, man merkte natürlich, daß das Orchester hier zu hause ist. Es gibt sehr wohl in allen Instrumentengruppen großartige Solisten, das Zusammenspiel funktioniert sehr gut, das Orchester klingt sehr beweglich und flexibel.
      Etwas irritierend fand ich den Brahms im ersten Teil: es gelang hier den Streichern nicht, einen einheitlichen Klangkörper zu erzielen (Vergleich: Amsterdam!), das Ganze klang etwas schütter, ohne besonders durchhörbar zu sein. Die Einsätze wirkten teilweise dumpf, so daß die Bläsereinlagen immer etwas trocken herüberkamen. Der Solist, Leonidas Kavakos, beeindruckte durch eine stellenweise etwas sonderbare Tonproduktion. Im Bereich Brahms scheint das Orchester nicht zu hause zu sein, was bei diesem Dirigenten erstaunt. Da hat er noch eine große Wegstrecke vor sich, will er das Niveau der Vorgängerorchester in Amsterdam und Leipzig erreichen. Wenigstens gab es einen Vorgeschmack auf die Leistungen des Orchesters im Opernbereich.
      So leid es tut, daß Chailly sich so rar macht (zuletzt auch Absagen in Berlin), so wenig macht es Lust, diese Konstellation noch einmal mit dem spätromantischen Repertoire zu erleben; bitte so kein Bruckner oder Mahler!
    • Gast1 schrieb:

      Viele werden Montag noch in das Konzert mit Harteros gehen,
      für das es momentan übrigens viele Podiumsplätze *) gibt. Wer also - wie ich - den Vorverkauf verschlafen hat, kommt jetzt günstig zum Zuge.

      *) für die Ortsunkundigen: Chorbänke hinter dem Orchester, unterhalb von Block H

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alter Frager ()