Kent Nagano

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    • Ein interessantes Projekt, wobei ich glaube, dass Herr Nagano nicht der passende Dirigent herfür ist. Wahrscheinlich wäre eine theoretische Abhandlung am sinnvollsten, denn was ist authentisch? Mit seinen Mozart Interpretationen im Cuivilliés Theater ist er gescheitert.
      Bruno Weil hat es mit dem Holländer versucht,Thomas Henlgelbrock mit dem Parsifal. Die Ergebnisse kennen wir.
      So viel ich weiß gibt es sehr wenige Aufnahmen von Sängern, die noch mit dem Meister gearbeitet haben.

      Ein Versuch ist es jedoch wert.
    • darf ich fragen, mit welchen "Interpretationen" er im Cuvilles-Theater gescheitert sein soll? Nach meiner Kenntnis, lasse mich gerne verbessern, hat er während seiner Münchner Zeit im Cuvilles-Theater nur Idomeneo gespielt, der ähnlich klang wie sein sattsam bekannter Beethoven-Zyklus aus Montreal. Sehr luftig, sehr ryhthmisch aber nicht wirklich sehr historisch informiert (also nicht gerade sehr akzentuiert oder ruppig). Ähnliches gilt auch für seinen Don Giovanni im Nationaltheater, wobei sich die Interpretation ziwschen Premiere und letzter Vorstellung sehr stark verbessert hat (wie auch bei anderen Werken).

      Zum Idomeneo sei noch erwähnt, dass die Besetzung des Idamanate mit einem Tenor vielleicht auch nicht die brillanteste Idee war (das geht aber auch auf Kosten von Dorn), von scheitern kann aber keine Rede sein.
    • maestro schrieb:

      darf ich fragen, mit welchen "Interpretationen" er im Cuvilles-Theater gescheitert sein soll? Nach meiner Kenntnis, lasse mich gerne verbessern, hat er während seiner Münchner Zeit im Cuvilles-Theater nur Idomeneo gespielt, der ähnlich klang wie sein sattsam bekannter Beethoven-Zyklus aus Montreal. Sehr luftig, sehr ryhthmisch aber nicht wirklich sehr historisch informiert (also nicht gerade sehr akzentuiert oder ruppig). Ähnliches gilt auch für seinen Don Giovanni im Nationaltheater, wobei sich die Interpretation ziwschen Premiere und letzter Vorstellung sehr stark verbessert hat (wie auch bei anderen Werken).
      Sie haben Recht. Es war nur der Idomeneo im Jahr 2008 und 2009. Beide Male klang für mich alles kühl und emotionslos. So habe ich es in Erinnerung. Mitridate war im Prinzregenttheaater und nicht mit Herrn Nagano. Ich glaube, dass er auch sehr an seiner Interpretation arbeitet, wenn ich das so schreiben kann. Beim Giovanni habe ich das auch bemerkt, aber besonders auch beim Tristan. Mir gefielen immer besser seine Abende zwischen 2008 und 2013.
      Doch zurück zum Projekt historische Aufführungspraxis "Ring": Wird er da auch soviel Zeit haben? Wie schon gesagt es ist ein Versuch wert und ich bin gespannt wie es aus geht. Lassen wir uns überraschen.
    • Schneefall schrieb:



      Bruno Weil hat es mit dem Holländer versucht,Thomas Henlgelbrock mit dem Parsifal. Die Ergebnisse kennen wir.
      Mir persönlich gefallen die Ergebnisse. Allerdings ist die Wahl Naganos schwer nachvollziehbar. Dann doch eher den bereits genannten Hengelbrock oder Hartmut Haenchen. Der von mir sehr geschätzte Roger Norrington ist wohl leider zu alt für ein derartiges Unterfangen.
    • Heute in der SZ ein Interview mit dem Meister Nagano:

      u.a.

      Warum ging dann ihre Zeit unter dem neuen Indentanten Bachler schnell zu Ende?
      Da ist nichts zu Ende. Für mich war Münchenein Anfang, eine neue musikalische Freiheit, die ich seither erlebe. Klar, Veränderungen sind normal in unserem Leben. Aber ich bin München zutiefst dankbar für diese Jahre und profitiere bis heute davon.

      Später beantwortet er die Frage ,ob Vierjährige Bruckners Siebte hören sollten - natürlich, warum nicht
      Es gibt außer einem großen Bild noch drei kleine mit Texten darunter. Beim rechten Bild wird eine eventuelle Rückkehr an die Staatsoper angedeutet. "Ich liebe das Staatsorchester, das eine ganz besondere Qualität hat." Bisher habe es wegen Terminproblemen noch nicht gejklappt. "Es gibt aber konkretere Pläne" - konkreter wird der Maestro nicht.

      Ira wird bald auch den artikel finden und ihn hier im Forum einstellen.
    • Ich habe den Artikel gefunden. Aber nicht ohne Ihren Hinweis (vielen Dank!), denn den Münchner Teil habe ich heute noch gar nicht gelesen. Ich durchforste natürlich immer gleich das Feuilleton und Bayern Kultur. Dieses sehr schöne Interview steht aber unter "Leute" im Münchner Teil.
      Leider kann ich aber doch nicht helfen, denn es ist mal wieder SZplus.

      Der Print-Titel läuft unter "Reden wir über München mit Kent Nagano."

      "Den Münchnern ist gar nicht bewußt, wie ihr Musikleben in die Welt ausstrahlt"

      sueddeutsche.de/muenchen/kent-…dt-1.3925023?reduced=true

      Schade, aber wenn einem der Artikel 1.99 wert ist.....
    • Schneefall schrieb:

      Es gibt außer einem großen Bild noch drei kleine mit Texten darunter.
      Die habe ich auch gesucht, aber leider nicht gefunden.
      Sie unterteilen sich in: Leben, Musik und München.
      Aus dem Teil "Musik":
      "Jedes Orchester hat einen anderen Ursprung und daher andere Traditionen. Und jedes hat seine eigene Rolle." Das unterscheide München von anderen Städten: "In den meisten gibt es ein starkes Orchester, das das Musikleben dominiert. Hier haben Sie mindestens drei, in Wahrheit sogar sehr viel mehr hervorragende Orchester. Das macht das Münchner Musikleben so reich, so komplex und vielschichtig."

      Und extra für maestro:

      Zitat Kent Nagano:
      "München ist mehr als eine Stadt. München steht für jahrhundertealte europäische Musiktradition, die Komponisten von Orlando di Lasso über Richard Strauss bis Jörg Widmann geprägt haben."
      "Auch die Strauss-Opern hatten sofort Resonanz bis nach New York, ganz ohne Internet. Und das gilt bis heute."

      Wenn das der von Ihnen so hochgeschätzte Kent Nagano sagt.... ;)
    • elsa schrieb:

      Wie wird Naganos Arbeit in Hamburg eingeschätzt?
      Diese Frage könnte wohl am besten ein/e Hamburger/in beantworten.
      Einstweilen gibt vielleicht dieser Artikel von 2017 zur Vertragsverlängerung bis 2025 einen ersten Einblick:
      hamburg.de/pressearchiv-fhh/96…on-vertragsverlaengerung/
      Man scheint in HH zumindest seitens der Enscheidungsträger zufrieden zu sein mit seiner Arbeit. Ansonsten hätte man wahrscheinlich nicht nach nur zwei Speilzeiten den ursprünglich bis 2020 geltenden Vertrag um 5 Jahre verlängert ?!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Cabaletta ()

    • elsa, da ich selber mit Naganos musikalischer Herangehensweise sehr viel anfangen kann, bin ich in den letzten Jahren eigentlich immer zwei bis dreimal vor Ort gewesen. Naganos Arbeit wird (Reingold und der 2. Geharnischte werden dies bestätigen können) insgesamt sehr positiv aufgenommen. Nicht umsonst gab es ja eine sehr frühe Vertragsverlängerung. Vor allem wir allenthalben anerkannt, dass er sehr gut mit der Akustik der Elbphilharmonie zurecht kommt. Wenn man mal Orchester mit ihm dort erlebt hat und mit anderen Dirigenten merkt man schon sehr deutliche Unterschiede. In der Oper ist die Auslastung leider immer noch ein sehr großes Problem (vergleichbar der Deutschen Opern Berlin), man kriegt die Leute kaum ins Haus. Er dirigiert übrigens deutlich mehr Repertoire also so manche andere GMDs, beispielsweise nächste Saison neben den Premieren Nase, Elektra und Saint Francois auch Ariadne, Parsifal, Lohengrin, Fidelio, Lulu und Pelleas.

      Ich gehe mal davon aus, dass er, nach seinem Rücktritt in Montreal (der ihn im Sommer sehr gebunden hat), auch wieder verstärkt in Salzburg zum Einsatz kommen wird (letztes Jahr ja schon Bassariden) und mit Hinterhäuser kann er bekanntlich sehr gut.

      Im Salzburger Thread ging es übrigens nicht um den Künstler Nagano, sondern darum wie Bachler mit ihm 2013 umgegangen ist. Und das, was sich dort bei den Festspielen abgespielt hat (angefangen vom öffentlichen Beklatschen von einem Buhrufer beim Tannhäuser bis hin zur Nichtverabschiedung beim Parsifal) war das schäbigste Verhalten, das ich mir von einem Intendanten nur vorstellen kann.
    • @maestro
      Danke auch von meiner Seite.
      Es freut mich für Nagano, dass er nach dem für ihn so unschönen Ende in München in HH so gut angekommen ist und dort geschätzt wird. Wobei er in München ja durchaus auch geschätzt war, nur leider wohl so überhaupt nicht von Herrn Bachler.
      Dass der Abschluss der Zeit von Nagano als GMD in München schwierig war und er nicht offiziell verabschiedet wurde, war ja bekannt. Doch da aus familiären Gründen das Opernjahr 2013 und insbesondere die Festspiele fast komplett an mir vorbeigegangen sind, habe ich es nicht live erlebt und bin über die Details, die Sie hier berichten gelinde gesagt entsetzt.
      Ich stimme Ihnen voll und ganz zu so etwas ist schäbig und indiskutabel in solch einer Position - selbst wenn man noch so große Diffrenzen haben sollte.
    • Zur unrühmlichen Schreibtisch-Episode:

      "Als Josef Ackermann sich vor gut einem Jahr von der Deutschen Bank verabschiedete, räumte er seinen Schreibtisch und ging. Kent Nagano, 61, bis vergangenen Mittwoch Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München, möchte seinen Schreibtisch gern mitnehmen. Der massive Eichentisch im Bauhausstil stammt noch von seinem Vorgänger und Mentor Wolfgang Sawallisch - und Maestro Nagano ist ein Musenmensch, der eine innere Schönheit auch in den scheinbar profanen Dingen erkennt.
      Zwei Tage vor seinem letzten Arbeitstag ist plötzlich nicht mehr klar, ob er das Möbelstück tatsächlich behalten darf. Im Kabuff neben seinem Büro im fünften Stock des Verwaltungstrakts der Oper klingelt das Telefon von Christa Pfeffer, seit zehn Jahren Naganos persönliche Assistentin. Es geht um den Schreibtisch in Naganos Büro. Mit seinem Nachfolger Kirill Petrenko habe sie alles besprochen, spricht Pfeffer in die Muschel, er wolle ihn nicht, bezahlt habe ihn Nagano auch schon, wo also sei das Problem? Im Laufe des Gesprächs wird klar: Intendant Nikolaus Bachler möchte, dass der Schreibtisch in München bleibt. Pfeffer legt auf und ist bedient. Es ist ein weiterer Tiefpunkt in einer am Ende unwürdigen Beziehung."

      faz.net/aktuell/gesellschaft/m…hnsuchtsort-12342429.html