Zum 469. Gründungstag der Staatskapelle

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    • Zum 469. Gründungstag der Staatskapelle

      Wie in jedem Jahr feierten am 22. September Mitglieder der Staatskapelle Dresden mit der Gesellschaft der Freunde des Orchesters den Jahrestag der 1548 als „kurfürstliche Hofkapelle“ erfolgten Gründung des Klangkörpers.
      Die Veranstaltung fand in diesem Jahr im oberen Saal des Palais im „Großen Garten“ statt. DerRaum, eine typische Schuhschachtel mit einer beinharten Gewölbedecke, verfügt über erstaunlich gute Möglichkeiten einer prachtvollen Klangentfaltung.
      Leider hatte sich der als Dirigent nominierte Peter Schreier einen Fuß gebrochen, so dass zwar mit Michail Jurowski ein namhafter Vertreter eingeflogen worden war.Aber es fehlte eben die Emotion einer Wiederbegegnung mit Peter Schreier.
      Während in den früheren Jahren vor allem Kompositionen ehemaliger Hofkapellmeister das Programm bestimmten, war in diesem Jahr eine anders geartete Programmfolge gewählt worden.
      Das Konzert begann mit der Aufführung einer Komposition des „Capell-Compositeur der Saison 2017/18“ Arvo Pärt „Festina lente“ für Streichorchester und Harfe.
      Der lateinische Werktitel bezieht sich auf das altgriechische Motto, sinngemäß übersetzt, „Eile mit Weile“ und folgt Pärts Grundsatz „der Ungleichzeitigkeit des Gleichzeitigen“.
      Das Ausgangsmaterial, der Eindruck einer finnischenLandschaft, ertönt zeitlich gedehnt und gleichzeitig gestrafft. Das Grundthema der Melodie kommt rasch, mäßig schnell und langsam zeitlich verschoben insgesamt sieben Mal zum Vorschein.
      Diese eigentlich mathematische Konstruktion führt zu einer nahezu irrationalen Wirkung auf den Zuhörer.
      Im zweiten Teil des Konzertes wurde in Anwesenheit des britisch-chinesischen Komponisten Jeffrey Ching die Uraufführung seinerAdaption von Versatzstücken aus zum Teil unvollständigen Relikten aus dem Nachlass von Wolfgang Amadeus Mozart als „Sinfonia concertante A-Dur für Violine, Viola,Violoncello und Orchester“ geboten.
      Aus hinterlassenen 134 Takten einer geplanten Sinfoniaconcertante für Violine, Viola, Cello, zwei Oboen, zwei Hörnern und Streicherwar ein Allegro-Satz als Auftakt rekapituliert worden.
      Ein im Köchelverzeichnis als alleinstehendes Werk KV 261 für Solovioline, zwei Flöten,zwei Hörnern und Streicher erfasstem Stück, war ein Adagio in E-Dur als zweiter Satz gefügt. Vermutlich hatte Mozart die Noten als Alternative des langsamen Satzes des A-Dur-Violinkonzertes KV 219 geschrieben.
      Den Abschluss bildete dann die „Rettung“ des Rondos eines Streichquartett-Fragments in A-Dur (KV Anh. 72) von 1784/ Januar 1785.
      Mit seiner „Sinfonia concertante“ ist dem Komponisten Jeffrey Ching gelungen, Notenmaterial Mozarts, das ansonsten in den Archiven verkümmert geblieben wäre, mit einem durchaus geschlossenen Werk dem Konzertpodium zu erschließen.
      Mit den Orchestermusikern spielten als Solisten der Konzertmeister Matthias Wollong (Violine), Sebastian Herberg (Viola) und Norbert Anger (Violoncello) gewohnt gekonnt.
      Nach der Pause erklang dann die zweisätzige h-Moll-Symphonie von Franz Schubert, mit dem Beinamen die „Unvollendete“, in einer recht frischen und flotten Interpretation.
      Jeder Musiker erhielt dann von der Gesellschaft der Freunde des Orchesters eine rote Rose und das Orchester bedankte sich mit einer Prokofjew-Zugabe.
      Der Tradition folgend, luden im Anschluss des Konzertes die Freunde der Staatskapelle die Musiker und Gäste zu einem Empfang mit Crémant und Brezen ein.

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