Konzerte in München

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    • Die Jahresvorschau derSymphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks ist da. Zu mir kam sie leider ien paar Tage später, weil der Postbote den Briefkasten verwechselte. Auch so etwas kann vorkommen. Die Programme für den Herkulessaal sind viel mutiger als die Jahre zuvor. Auf die neue Saison freue ich mich schon. Wo kann ich schon Ignaz Pleyels Cellokonzert hören oder Henri Duttileux.
    • Schneefall schrieb:

      Die Programme für den Herkulessaal sind viel mutiger als die Jahre zuvor. Auf die neue Saison freue ich mich schon. Wo kann ich schon Ignaz Pleyels Cellokonzert hören oder Henri Duttileux.
      Im Herkulessaal sind wirklich ein paar schöne Programme dabei (was gut zu meinem Abo passt)..Die Qualität des Orchesters ist soweiso über jeden Zweifel erhaben. Das Abo A war aber schon seit Jahren nicht mehr so sehr "Mainstream" wie in der kommenden Saison.

      Was ich etwas kritisch sehe ist die Rolle von Mariss Jansons. Klar, er hat sehr große Verdienste um das Orchester - musikalisch und in Bezug auf den neuen Saal. Allerdings bin ich, was die Bewertung der Programmgestaltung angeht relativ nahe bei Robert Braunmüller (nicht so sehr, was sein Lob für Gergiev angeht):

      abendzeitung-muenchen.de/inhal…09-b96d-c8bebbeeb356.html

      Meine Vermutung ist, man will Jansons, wenn es seine Gesundheit denn zulässt, unbedingt bis zu Eröffnung des neuen Konzertsaals als Chefdirigent halten. Allerdings finden für mich die interessantesten und auch die besten Konzerte beim BRSO schon seit Jahren nicht mehr unbedingt unter dem Chefdirigenten statt.

      Die Programme wiederholen sich, die Interpretationen naturgemäß auch - Beethoven, Mahler, Strauss, Bruckner, die üblichen Hits aus dem russischen Repertoire. Als "Exoten" ein Szymanowski und ein eher unbekannter Strauss. Dazu erscheinen mir die Konzerte mit Jansons in München zu oft ein bisschen wie Vorlauf für die Reisen, denen das eigentliche Hauptaugenmerk gilt. Zeitgenössisches und Ausflüge in wirklich unbekanntes Repertoire findet unter Jansons fast gar nicht mehr statt.

      Meiner Meinung nach wäre es an der Zeit, den Vertrag mit Mariss Jansons nicht mehr zu verlängern. Man kann ja mit ihm beispielsweise als Ehrendirigent weiter zusammenarbeiten. Seine Konzerte würden dann sicher zu besonderen Höhepunkten (vielleicht gar so wie mit Abbado in Berlin nach Ende seiner Amtszeit). Und natürlich solte man ihn, wenn möglich, die Einweihung des neuen Saals machen lassen. Aber insgesamt würde dem Orchester meiner Meinung nach frisches Blut am Dirigentenpult nicht schaden. Es gibt ja einige sehr gute Kandidaten, die mit ein paar Jahren Vorlauf, bei der Qualität des Orchesters und den idealen Umständen (Top-Aufnahmen nach Belieben, der BR-Chor zur praktisch freien Verfügung etc.) auch zu haben sein dürften.

      Auch beim Thema Frauen am Pult bin ich bei Braunmüller. Da sind die Philharmoniker und auch die Oper derzeit schon einen Schritt weiter.
    • SZ-Feuilleton heute:

      Zartes Kraftwerk Simon Rattle

      von Reinhard J. Brembeck

      "Für ein solch eruptives Werk wie John Adams' "Harmonielehre" ist die viel gescholtene Gasteigakustik konkurrenzlos gut. Mit Bangen nur wagt der Zuhörer dran zu denken, dass bei der anstehenden Sanierung die Akustik jenem Yasuhisa Toyota überantwortet werden soll, der sich in der Hamburger Elbphilharmonie gründlich verrechnet hat."

      "Diese Aufführung ist eine Sternstunde des zarten Kraftkünstlers Rattle."

      sueddeutsche.de/kultur/klassik…rk-simon-rattle-1.4430934
    • Neu

      Ich möchte - recht spät - noch einmal auf die Kritik (15.11, 2018) von Egbert Tholl zu einem Konzert der Pianistin Yuja Wang eingehen.
      Als ich zu lesen begann und auf "me too" stieß, glaubte ich zuerst im falschen Film zu sein.
      Solch einen Aufhänger zu finden - dazu gehört schon was!
      Aber gleich darauf merkt man, mit wem man es zu tun hat. Da scheint ein vom Anblick von ein wenig weiblicher Haut zutiefst beunruhigter und verstörter Mann sich in einer Art lustvoller Entrüstung zu ergehen. Vom Schritt bis zum Steißbein reichen seine detaillierten Beschreibungen..
      Für die Beurteilung des Klavierspiels dieser weltweit gefeierten Ausnahmepianistin bleibt dann nur noch das mittlerweile in der Mottenkiste abgelegte Klischee vom "Roboter".
      Aber auch vom äußeren Auftreten der Künstlerin hat er nichts begriffen: "Sie möchte gefallen" ... Nein, die Entblößung ist im Grunde eine Verkleidung oder Kostümierung. Yuja Wang sieht sich auch als Schauspielerin.
      Die Kritikerin der Frankfurter Rundschau hat es einmal treffend formuliert:
      "Yuja Wang gab in der Alten Oper das modisch-musikalische Gesamtkunstwerk".
      Musikkritker sind wahrscheinlich die überflüssigste Erscheinung im Konzertbetrieb. War man selbst Hörer, so braucht man nicht noch eine Besprechung des Gehörten. War man nicht dabei, so sagt einem die Besprechung erst recht nichts.
      Olivier Bellamy in seinem überaus kenntnisreichen Buch "Dictionnaire amoureux du Piano":
      Es gibt zwei Arten von Kritikern. Die einen hatten nicht den Mut, Schriftsteller zu werden. Die anderen hatten keinen Erfolg als Musiker.
      Oder wie Yuja Wang (die keine Zeit hat, Kritiken zu lesen) in ihrer trockenen, sarkastischen Art bemerkt: "They don't give concerts." Soll heißen, sie sind un(nach)schöpferisch und steril.
    • Neu

      pizzicato schrieb:

      Da scheint ein vom Anblick von ein wenig weiblicher Haut zutiefst beunruhigter und verstörter Mann sich in einer Art lustvoller Entrüstung zu ergehen.
      Ein "verstörter Mann" ist Herr Tholl sicher nicht.
      Das waren ein paar ironische Anmerkungen, weiter nichts. Von "Entrüstung" keine Spur. Aber Sie schreiben ja auch "scheint".
      Und was Tiefpunkte betrifft: da habe ich schon ganz anderes gelesen, nicht Kleidung betreffend, sondern Ignoranz und Unwissen.
    • Neu

      Na, wenn das Ironie war, war sie aber gut versteckt. - Aber egal: wer Herrn Tholl verteidigen will, soll das tun. Wenn sich ein Kritiker länger bei der Kleidung eines Künstlers aufhält als bei der Darbietung, stimmt etwas nicht.
      Ich finde übrigens das Outfit von Yuja Wang auch oft grenzwertig bis geschmacklos. Aber die meisten Kritiker gehen mehr oder weniger lächelnd darüber hinweg. Yuja Wang hat eben viele Gesichter.
      Wenn dann Herr Tholl noch einen einzigen Ton eines Orchestermusikers für musikalischer als Yujas gesamtes Spiel hält, fragt man sich schon, wieviel der Herr eigentlich von Musik versteht.
      Er selbst teilt mit, daß er "schlecht" Klavier gespielt habe oder noch spiele. Da liegt immer der Verdacht auf Neid und Mißgunst nahe.
      Bei Tholls Kritik hat man den Eindruck, er habe schon vorher genau gewußt, was er schreiben werde. Hat man übrigens öfter. Da mag auch ein Originalitätsbedürfnis. im Spiel sein.
      Wenn schon Kritiken, dann doch lieber die 99% positiven bis begeisterten von Leuten, die sicher auch ein bißchen von der Materie verstehen. Wenn eine Künstlerin sich über nun schon mindestens 15 Jahre an der Weltspitze halt, mehr Angebote erhält (und nicht von irgendwo mit irgendwem), als sie bedienen kann, fast immer in ausverkauften Häusern (Carnegie am 28.2. 2020 schon heute) auftritt, dann dürfte sie außer kurzen Kleidchen und high heels noch etwas zu bieten haben.
    • Neu

      Diese Kritik liegt ja schon mehr als 6 Monate zurück. Ich habe nicht in Erinnerung, daß Egbert Tholl so lange auf der Kleidungsfrage herumgeritten ist. Ich meine, es ging ihm dabei auch um das Outfit der blutjungen Geigerinnen, von denen es immer mehr gibt. Das "me too" hat er übrigens nur am Rande erwähnt und fragte sich, ob die Pianistin diesen Begriff jemals gehört hätte.
      Was die "Kritikaster" betrifft, haben Sie natürlich vollkommen recht. Wie ich ja mantraartig sage, seit Prof. Joachim Kaiser gibt es m.E. keine wirklich kompetenten Kritiker mehr bei der SZ. Und der Weggang von Prof. Kaiser als Feuilleton-Chef hat dem Kulturbereich der SZ massiv geschadet.
      Aber, ich kenne Herrn Tholl ein wenig, er ist mit Sicherheit nicht verklemmt. Er meinte, ironisch oder witzig sein zu müssen und das ging halt schief. Kann passieren.
    • Neu

      "Nicht den Eindruck, daß Herr Tholl so lange auf der Kleiderfrage herumgeritten ist"...

      Lesen Sie einfach die Kritik - abrufbar unter "Glück und Unglück."

      Das me-too und das folgende sollte doch etwas suggerieren (keine Spur von Ironie): Da sitzt quasi eine Nichtskönnerin (ein "Roboter") am Klavier, die ihre Unfähigkeit durch aufreizende Kleidung vergessen machen will.
      Bei me too ging es ja um angebliche Belästigungen von mehr oder weniger Prominenten durch mehr oder weniger Prominente.
      Tholl sagt indirekt: Wen eine sich so kleidet wie Yuja Wang, muß sie sich nicht wundern, wenn Männer ihr an die Wäsche wollen.
      Aber dieser Einstieg ist einfach nur dumm. Eigentlich könnte man ihn unter Kuriosa abheften. Yuja Wang wird's überleben.
    • Neu

      Noch einmal zu "Kritik" und "Kritik".

      Wenn man sich nicht mit rein subjektiven Geschmacksurteilen und bloßen Vergleichen (A ist besser als B, vor allem "tiefer"...) begnügen will, hilft vielleicht das Verfahren, das ein Teilnehmer im Forum "tamino" (ausgerechnet an Yuja Wang!) exemplifiziert:
      Er analysiert die Wiedergabe der Hammerklavier-Sonate Takt für Takt parallel anhand der Partitur und der you-tube - Aufzeichnung.
      Scheint mir von allen Vorgehensweisen noch am seriösesten und wirklich nachprüfbar.
    • Neu

      Man kann bekanntlich nicht urteilen, ohne über sich selbst zu urteilen.

      Die "Kritik" von Egbert Tholl ist letztlich ein Zeichen der Hilflosigkeit gegenüber dem "Phänomen" (oft ist auch von einem "Wunder" die Rede...) Yuja Wang.. - die ich kleiner Wicht bestimmt nicht verteidigen muß.
      Wen eine Martha Argerich bittet, sie zu vertreten, wen ein Claudio Abbado als ihm so noch nie zuvor untergekommenes Talent bezeichnet, wer von "Musical America" zum Musician of the Year 2017 erwählt wird, wer in Carnegie Hall "perspectives" eingeräumt erhält (d.h. 5 Konzerte nach freier Wahl) usw.usf., der ist ganz oben angekommen..
      Daran kann dann auch das erbärmliche Niveau einer gehässigen und bösartigen sog. "Kritik" nichts ändern.
      Ich empfehle so nebenbei den Mitschnitt der etwa 11jährigen mit einem Satz einer Haydn.- Sonate.
    • Neu

      Pizzicato, ich zweifle doch die Fähigkeiten der Yuja Wang gar nicht an. Mit "Wunder" habe ich allerdings meine Probleme. Das stehe ich eigentlich nur Mozart zu.

      Aber bitte, kriegen Sie sich wieder ein. "Bösartig", "gehässig" und "erbärmliches Niveau" sind mir doch etwas zu überdimensionierte Begriffe.
      Und wenn es Sie so umtreibt, schreiben Sie doch bitte an Herrn Tholl selber.
      redaktion@sueddeutsche.de, Kultur, zu Hd. Herrn Egbert Tholl. Er wird Ihnen sicher antworten.
      Vielleicht haben wir dann dieses Thema vom Tisch.