Konzerte in München

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    • Dies ist ja eher ein Opern-Forum. Leider gar nicht meine Welt..

      Zu Yuja Wang noch dies:
      Ihre Herangehensweise ans Klavierspiel war zunächst sozusagen eine "handwerklich-technische" - ganz aufs Instrument mit seinen Möglichkeiten und Grenzen bezogen

      Sie wollte herausfinden, "how piano can be played..."
      Mehr an Klang als an "Ausdruck" interessiert.
      Letzterer kam dann dank ihrer Musikalität doch dazu...

      In Verbier hat sie zusammen mit A, Schiff zwei Dvoraksche Slawische Tänze gespielt. Nichts Hochvirtuoses - aber wie die beiden (die bestimmt mehr als 30 Jahre trennen) sich verstehen, ist einfach köstlich...
    • 68. ARD-Musikwettbewerb beginnt. Spielen um den großen Preis
      Seit 1952 treten im ARD-Musikwettbewerb junge talentierte Musikerinnen und Musiker in verschiedenen Kategorien an. Am Montag startet nun die 68. Ausgabe des Wettbewerbes beim Bayerischen Rundfunk in München. In diesem Jahr gleich mit zwei Holzblasinstrumenten.
      br-klassik.de/aktuell/news-kri…cello-schlagzeug-100.html
    • Es war nicht die Philharmonie gestern Abend und auch nicht der Herkulessaal, aber ein Beispiel dafür, daß es in München auch kleinere Veranstaltungen gibt, die durchaus den Besuch lohnen. Es handelte sich um ein Opernkonzert der etwas anderen Art, am nördlichen Rand Münchens an der "Nordhaide", im Saal einer Berufsschule. Titel: "Bassiona Amorosa goes Opera". Untertitel: "Was Sie schon immer über Aida, Lohengrin und den Vetter aus Dingsda wissen wollten. Ein heldenhafter Streifzug durch die Musikgeschichte..."

      Das Orchester war "Bassiona Amorosa", ein Ensemble von 4 Kontrabässen (eine äußerst reizvolle Konzeption!) sowie ein Klavier (ausgezeichnet: Marita Matschke). Den Gesangsteil bestritten der Projektchor des Sängerkreises München (mein Mann ist da im Vorstand), sowie ein Quartett sehr namhafter Solisten. Besonders prominent der Baßsolist (und ein Wiedersehen- und hören noch vor der Silvester-"Fledermaus" im Nationaltheater): Franz Hawlata. Ein Stadtteilkonzert also, in dem immerhin ein Star auftritt. Hawlata ist dem Chor schon aus früherer Kooperation verbunden und es schien ihm Freude zu machen, dem Chor auch sein Können und seine Erfahrung nahezubringen, in Konzerten und auch im Rahmen eines Stimmbildungswochenendes.
      Die anderen Solisten waren die Damen Yvonne Steiner (Sopran) und Franziska Rabl (Mezzospran), beide nicht nur musikalisch großartig, sondern zudem bildhübsch und in wunderschönen Abendkleidern. Das Solistenquartett rundete der Tenor Markus Herzog ab, dessen Timbre mich an das von Vincent Wolfsteiner erinnerte. Über Franz Hawlata braucht man ja nichts weiter zu sagen, aber auch die anderen drei sind sehr erfolgreich engagiert an verschiedenen Theatern, Opernhäusern oder entsprechenden Organisationen.
      Die musikalische Leitung und launige Moderation besorgte Christian Kelnberger, diplomierter Musiker, promovierter Literaturwissenschaftler und passionierter Dirigent und Chorleiter.
      Auf dem Programm standen Arien, Szenen und Chöre mit Soli aus den schon genannten Werken, daneben noch die Arie der Amelia aus "Simone Boccanegra", sehr schön gesungen von Yvonne Steiner. Ebenso gefiel sie mit Elsas Traum, da erinnerte sie aussehensmäßig und stimmlich sehr an Annette Dasch. Auch das für mich schönste Quartett der Opernliteratur, "Bella Figlia" aus "Rigoletto" fehlte nicht. "Bassione Amorosa" brillierten mit einer (bei Entstehung als unspielbar empfundenen!) Sonate von Johannes Matthias Sperger (1750-1812), es folgte mit Franziska Rabl eine Arie für Kontrabässe und Mezzo von Giovanni Bottesini, einem Freund Verdis und Dirigent der Aida-Premiere in Kairo. Die Arie "Celeste Aida" und die "Gralserzählung" lagen bei Markus Herzog in ausgesprochen guten Händen, bzw. in der Kehle. Bei ersterem dachte ich schon, holla, der singt das "morendo", aber wie bei den meisten seiner berühmten Kollegen blieb es dann doch etwas hinter Pavarotti zurück. Zwischendrin brachten die Bassiona und die Pianistin den Liebestraum von Liszt zu Gehör, dabei war wieder auffallend, wie souverän die Pianistin war. Und Chöre gab es natürlich auch: den Brautchor aus "Lohengrin", aus "Nabucco" mit Franz Hawlata und Chor Cavatine und Stretta des Zaccaria: "Sperate o figli", gemeinsam mit dem Kontrabaß-Ensemble das Gebet des Nabucco und natürlich den obligaten "Gefangenenwalzer" ;) .
      Sozusagen als "comic relief" gab es dann am Schluß 4 Szenen aus dem "Vetter aus Dingsda" (Strahlender Mond/Mezzo, Armer Wandergesell/Baß, das sog. Tango Duett/ Sopran, Tenor, wo die beiden auch ein paar Tanzschritte riskierten). Für den gesamten Chor und die Solisten umgewidmet wurde dann zuletzt der "Batavia"-Song, der ja eigentlich nur ein Ensemble ist: "Sieben Jahre lebt ich in Batavia", ab der 2. Strophe in der Abänderung "Bavaria". Dementsprechen trugen manche Mitwirkende exotische Klamotten, die anderen bairische - Franz Hawlata konnte man in der "Krachledernen" bewundern.
      Dieses Stück machte sowohl Zuschauern als auch Mitwirkenden einen Riesenspaß, Hawlata "rockte" auf der Bühne. Die letzte Strophe mußte dann als Zugabe wiederholt werden. Am Schluß gab es Sträuße für die Damen, eine Flasche Wein für die Herren und die Choristinnen und Choristen bekamen - sehr stilvoll - jeder eine Rose. Ein Konzert, das Spaß gemacht hat.

      Mein Fazit: es muß nicht immer der ganz große Event sein. Den "Batavia"-Song habe ich immer noch als "Wurm" im Ohr ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von ira ()

    • Neu

      sicher ist die Wortwahl von Kalchschmid etwas eigentümlich, in der Sache bin ich aber sehr nahe an ihm. Levit ist derzeit schon einer meiner Lieblingsmusiker. In seinem Spiel ist schon viel drin. Er kann nicht nur fein, elegant und klangschön spielen, sondern auch sehr dynamisch differenziert und, vor allem, man merkt ihm an, mit welcher Ernsthaftigkeit er seinem Beruf nachgeht. Diese Ernsthaftigkeit merkt man in jedem Anschlag und vor allem auch darin, wie wichtig ihm Klang und Atmosphäre an einem solchen Abend sind (und der Abend war sehr beeindruckend). Dazu kommt noch ein breites Repertoire. Natürlich schadet es der Klassikszene auch nicht, einen klugen und durchaus streitbaren Kopf zu haben. Die Gesamtaufnahme der Beethoven-Sonaten ist auf jeden Fall sehr zu empfehlen:

      youtube.com/watch?v=2xSpGxAMGK…C08To3emAMM&index=49&t=0s