Der Neue Konzertsaal

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    • parlando schrieb:

      Das wird wieder eine Posse werden, wie der Bau der Elbphilharmonie, des Berliner Flughafens oder des Stuttgarter Bahnhofs. Die Rumgockeleien von Architekten und Bauherren sind für mich kaum noch zu ertragen.
      Nur zur Information: Der neue Konzertsaal und die Sanierung des Gasteigs sind zwei unterschiedliche Bauvorhaben, beim ersten ist es der Freistaat Bayern und beim zweiten ist es die LH München.
    • Das Mitleid mit den Bauherren/innen und die Häme gegen den Architekten sind doch überflüssig. Jeder Kaufmann, jedes Unternehmen kennt das Vergaberecht. Das regelt die Vergabe öfentlicher Aufträge so, daß sich jeder angemessen beteiligen kann. Darüber kann man dann auch streiten. Die Neigung der Architekten, das zu behalten, was ihnen zusteht, ist doch auch nicht überraschend. Das müssen Bauherren wissen und die Architektenverträge entsprechend gestalten. Will dann einer das nicht akzeptieren, bekommt er halt den Auftrag nicht. Das kann alles viel Zeit kosten und unangenehm sein.
    • Theoretisch ist das so, aber praktisch schaut Vieles ganz anders aus. Da bekommen Drittplazierte aus politischen Gründen den Auftrag, es wird das Geld erst mal zurechtgestutzt und dann doch wieder aus dem Fenster geworfen. Die praktischen und brauchbaren Vorschläge von Subalternen zur Ausführung werden Eitelkeiten der Gottsöbesten geopfert und die Bauvorschriften tun ein Übriges.
      Oft ist es ein reines Wunder, wenn doch ein gutes Ergebnis rauskommt.
    • Laut SZ ist die Entscheidung für den Akustikexperten gefallen. Es ist der Kanadier Tateo Nakajima. Er bevorzugt die sogenannte Schuhschatel. Seine Refernzprojekte sind Luzern, Wroclaw (Breslau), Montreal und Sao Paulo. Mariss Jansos hat sich im Vorfeld nicht für ihn ausgesprochen sondern für Yasuhisa Toyota, der den Weinberg bevorzugt.
      In München ist aus Platzgründen nur eine Schuhschachtel möglich.
    • Schneefall schrieb:

      Schuhschatel
      Eine Schuhschachtel. Umso besser!

      Das ist eine kleine Sensation.

      Die SZ titelt:
      Der König der Schachteln

      von Egbert Tholl

      "Die Artec- beziehungsweise Arup-Säle arbeiten mit Echokammern, man kann den Klang den Anforderungen anpassen. Das Erstaunliche in Breslau ist nun, dass der Saal absolut transparent klingt, dass man jeden einzelnen Musiker orten kann, der Gesamtklang geradezu dreidimensional wirkt, obwohl das Publikum ganz traditionell angeordnet ist. Schachtel eben, wie in einem 200 Jahre alten Saal. Gleichzeitig hat der Saal viel mehr Wärme als die Elbphilharmonie, man fühlt sich sehr wohl. Außerdem scheint es sehr wahrscheinlich, dass im neuen Konzerthaus ohnehin kein Weinbergsaal hineinpasst, weil die sehr breit sind. Sondern eben eine Schachtel. Und der König der Schachteln ist Nakajima."

      sueddeutsche.de/muenchen/tateo…ner-konzertsaal-1.4406734

      Print-Titel:

      Klingt gut
      Für das geplante neue Konzerthaus in München ist eine wegweisende Entscheidung gefallen:
      Tateo Nakajima soll sich um die Akustik kümmern - dem Klangexperten eilt ein exzellenter Ruf voraus

      von Nina Bovensiepen
      und Egbert Tholl

      "Die Wahl ist dennoch eine Überraschung, weil Mariss Jansons, der Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunk (BRSO), sich stets für den japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota ausgesprochen hatte. Gleichwohl begrüßte Jansons nun die Entscheidung. "Es ist bekannt, dass ich mich im Vorfeld für einen anderen Kandidaten ausgesprochen habe", sagte der Maestro. "Ich bin mir aber sicher, dass nun eine ausgezeichnete Entscheidung getroffen wurde." Er nannte Nakajima einen erfahrenen und hochkompetenten Fachmann, er freue sich auf die Zusammenarbeit "auf unserem Weg zu einem akustisch exzellenten Konzerthaus München".

      sueddeutsche.de/muenchen/muenc…kustik-nakajima-1.4405898
    • ne, das ist keine Sensation, sondern war relativ klar, wenn man die Entwürfe für den Konzertsaal mal genau angesehen hat. Das Gebäude lässt keine wirkliche Weinbergarchitektur zu. Wer übrigens über den Akustiker frohlockt, sollte man in Luzern oder Montreal Konzerte besuchen. Auch Nakajima bevorzugt doch einen recht obertonreichen trockenen Klang (wenn auch nicht so extrem wie Toyota).

      Was ich ehrlich gesagt fast als kleinen Affront bezeichne, ist, dass man Jansons, ohne den es den neuen Saal nicht gäbe und der die treibende Kraft ist, ohne Ansage so in den Rücken gefallen ist. Das steht aber auf einem anderen Blatt.
    • Wenn ich das richtig verstanden habe, hätte die Entscheidung für Toyota zwangsläufig den Weinberg bedeutet.

      Zitat:
      "Toyota, der bekannteste aller Akustiker, bevorzugt Weinberg".

      Und daß das nicht geht, war keineswegs von vorneherein klar.

      maestro schrieb:

      da die Architektur des neuen Konzertsaals überhaupt keinen Weinberg zulassen würde.
      Das liest sich in dem Artikel aber schon anders:

      "Außerdem scheint es sehr wahrscheinlich, dass im neuen Konzerthaus ohnehin kein Weinbergsaal hineinpasst, weil die sehr breit sind."
      Daß der Weinberg vermutlich nicht Platz hat, ist neueren Datums, ansonsten hätte sich Mariss Jansons wohl kaum für Toyota stark gemacht.

      Meine Aussage mit der "kleinen Sensation" ist im Kern auch nicht anders als das hier:

      "Für den Bau des neuen Konzerthauses für München ist eine zentrale und überraschende Entscheidung gefallen."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ira ()

    • Nach der Entscheidung für den "Schneewittchensarg" des Bregenzer Büros Nachbaur war ursprünglich eine Mischung aus "Weinberg" und "Schuhschachtel" geplant.

      "Für den großen Saal im oberen Teil des Gebäudes haben die Bregenzer Architekten eine Mischung aus der klassischen "Schuhschachtel", also der strengen rechteckigen Anordnung der Zuhörerreihen vor dem Podium, und dem "Weinberg", jenem Konzertsaal-Typus, bei dem das Publikum rings um das Orchester sitzt, gewählt. 20 Prozent der Plätze sind hinter dem Orchester vorgesehen, der Rest ist zum großen Teil in einem ansteigenden, sich leicht erweiternden Parkett angeordnet. Zudem gibt es drei Ränge, die um den ganzen Saal herumlaufen."

      sueddeutsche.de/muenchen/klassik-klotz-nicht-so-1.3726878