Zukunftsperspektiven für die Bayreuther Festspiele

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    • Ueberzwerg schrieb:

      Aaron schrieb:

      Gibt es Neuinszenierungen in Zukunft also häufiger zu sehen als bisher? Gute Idee!
      Also etwa 'Parsifal' zehn mal und die anderen Stücke entsprechend weniger in einer Saison? Ich glaube, da würden die Sänger streiken.
      Kein Problem. Man muss nur eingeladene, geprobte und danach ausgeladene Sänger und Sängerinnen kurzfristig wieder einladen und als Einspringer aufstellen.
    • Alter Frager schrieb:

      Zwischen zwei Aufführungen mal die dazwischenliegenden Walküre mitnehmen vielleicht?
      Die Möglichkeiten sehe ich. Aber ich halte das für Schwachsinn. Der Ring ist ein Werk. Was hat man davon, wenn man nur die Walküre sieht und hört? Höchstens einen isolierten musikalischen Genuss. Das Gesamtwerk und dessen Wirkung geht dabei aber verloren. Ob das sinnvoll ist? Die Frage, ob das in Wagners Sinne ist, ist klar mit nein zu beantworten.
    • Aaron schrieb:

      Die Möglichkeiten sehe ich. Aber ich halte das für Schwachsinn.
      Geht es nicht eine Nummer kleiner? Oder auch ein bisschen vorsichtiger? Wieso soll es gleich Schwachsinn sein, wenn sich jemand nur einen Teil des »Rings« ansehen will? Reicht es nicht, wenn Sie hier mitteilen, dass Sie das nie machen würden? (Vorausgesetzt, Sie nehmen an, dass die Welt auf diese Ihre Mitteilung wartet.) Für andere kann es viele gute Gründe dafür geben, wie es auch viele schlechte dafür geben kann, sich alles in einem Rutsch anzuschauen, denn was gut oder schlecht ist, hängt vom Standpunkt des Betrachters und nicht von Ihrer Anordnung ab. Sicher kann man sagen, dass der »Ring« ein Werk ist (man kann diese Aussage aber auch mit sehr guten Gründen in Zweifel ziehen), aber daraus kann ja nicht folgen, dass man ihn immer im Ganzen anschauen muss. Jedes andere Opernhaus muss den »Ring« im Verlauf von mindestens zwei Spielzeiten herausbringen. Sollen die Vorstellungen der einzelnen Teile vor leerem Haus gespielt werden, bis alle Teile nicht fertig sind, und Sie es für »Schwachsinn« erklärt haben, sich einzelne Teile anzusehen? Muss einer, der ein Kapitel aus »Joseph und seine Brüder« (zum Beispiel das unglaublich starke mit den Eltern Potiphars) mal wieder lesen will, deshalb das ganze Buch erneut lesen, weil es »ein Werk« ist?

      Wenn die Festpielleitung erwägt, diese Möglichkeit einzuräumen, wird vermutlich verhältnismäßig oft danach gefragt. Wenn es organisatorisch möglich ist, warum soll das nicht angeboten werden? Es ist wie mit der Spende für dieses Forum: Wenn Sie das nicht machen wollen, lassen Sie es eben sein. Und wenn andere es tun, was geht es Sie an? Lassen Sie sie doch. Es ist wirklich ganz und gar nicht erforderlich, dass alle zu allem »Ja und Amen« sagen. Man kann den Leuten seht gut selbst die Entscheidung überlassen.

      Und übrigens: Nicht alles, was Sie nicht verstehen oder nie machen würden, ist zwangsläufig Schwachsinn.
    • oaiaaia schrieb:

      Jedes andere Opernhaus muss den »Ring« im Verlauf von mindestens zwei Spielzeiten herausbringen.
      Hier ging es um die Festspiele in Bayreuth, nicht um irgendein anderes Theater.

      oaiaaia schrieb:

      Wenn es organisatorisch möglich ist, warum soll das nicht angeboten werden?
      Weil der Festspielgedanke dem entgegensteht. Kennen SIe Äußerungen Wagners, in denen er die Möglichkeit als sinnvoll in Erwägung zieht, dass man nur eine oder zwei der Ringteile in Bayreuth ansieht? Falls ja, lasse ich mich gerne belehren und wäre für einen Hinweis dankbar.

      oaiaaia schrieb:

      Man kann den Leuten seht gut selbst die Entscheidung überlassen.
      Wenn das Angebot erst existiert, entscheidet jeder selbst, ob er es in Anspruch nimmt. Das ist klar. Aber über die Frage, wie sinnvoll es ist, ein solches Angebot zu machen, kann man unterschiedlicher Meinung sein.

      oaiaaia schrieb:

      Nicht alles, was Sie nicht verstehen oder nie machen würden, ist zwangsläufig Schwachsinn.
      Ach was! Das hat auch keiner gesagt. Ich habe nur gesagt, dass ich persönlich es für schwachsinnig halte. Sie haben Ihre Meinung ich die meine.


      oaiaaia schrieb:

      Vorausgesetzt, Sie nehmen an, dass die Welt auf diese Ihre Mitteilung wartet.
      Nicht mehr oder weniger wartet die Welt auf diesen Ihren Beitrag.
    • Jedenfalls hätte Aaron dabei Wagners Intention auf seiner Seite. Der wollte schon, dass man sich das Werk in seiner Gänze anschaut, u.a. deswegen war er ja auch gegen die Urauffühung der bereits fertig gestellten Teile in München. Aber wenn es sich herausstellt, dass der komplette Zyklus aus welchen Gründen auch immer nur schwer zu verkaufen ist, sollte man schon darüber nachdenken, ob man in Bayreuth auch einzelne Teile anbietet. Besser als vier Abende vor halbleerem Haus zu spielen wäre es allemal.
    • Ueberzwerg schrieb:

      Besser als vier Abende vor halbleerem Haus zu spielen wäre es allemal.
      Natürlich! Aber vielleicht gibt es noch andere Lösungen, z.B. nur zwei Zyklen anbieten, oder die Karten für den Ring verbilligen, z.B: mit Hilfe von Sponsoren für junge Leute, wie es ja auch der neue Geschäftsführer vorgeschlagen hat.
      Die Ticketpreise in Bayreuth sind meiner Meinung nach in den letzten Jahren zu stark gestiegen.
    • Aaron schrieb:

      Hier ging es um die Festspiele in Bayreuth, nicht um irgendein anderes Theater.Weil der Festspielgedanke dem entgegensteht.
      Ich darf Sie daran erinnern, dass Sie schrieben:

      Aaron schrieb:

      Was hat man davon, wenn man nur die Walküre sieht und hört? Höchstens einen isolierten musikalischen Genuss.
      Sie wollen mir sicher nicht einreden, dass Sie meinten, nur in Bayreuth habe man, wenn man nur die »Walküre« sieht und hört, höchstens einen musikalischen Genuss, oder doch? Vermutlich hatten Sie einfach vergessen, was Sie schrieben. Aber viel interessanter ist: Nehmen wir an, dass der alleinige Genuss der »Walküre« dem Festspielgedanken widerspricht (es spricht einiges dafür, dass dies so ist), ist dieser Gedanke ein Gesetz? Und entspricht es eher diesem Gedanken, den Bedürfnissen des Publikums nicht entgegenzukommen, wenn dies möglich ist, und vor nicht ausverkauftem Haus zu spielen? Erklären Sie mal ohne den Rückgriff auf irgendwelche Ideen von längst toten Menschen, die ja die heutigen Verhältnisse nicht kannten, warum es Schwachsinn sein soll, wenn jemand die »Walküre« in Bayreuth sehen will? Die Meinung Wagners ist nur eine Meinung und natürlich nicht verbindlich. Haben Sie auch ein Argument zu bieten? Das wäre interessant.
    • Es spricht doch nichts dagegen, einen der drei Ringe zum VVK aufzusplitten, oder für jeden Ring einen gewissen Prozentsatz für Käufer einzelner Aufführungen zu blockieren. Nebenbei - Einzelaufführungen des Ringes zeigen die Festspiele schon seit Jahrzehnten im Rahmen der "Gewerkschaftsaufführung" (dieses Jahr die Götterdämmerung). Ich kenne keinen Wagnerianer, der das bisher kritisiert hat. Unabhängig davon: ich habe immer von den Ringen am meisten profitiert, die sich über längere Zeit hinziehen, z.B. innerhalb eines Monats (jeden Sonntag eine Aufführung). Für mich ist der Bayreuther Ablauf momentan zu eng gesteckt.

      Mir gefällt auch die Idee, die Neuproduktion häufiger spielen zu lassen. Dieses Jahr möchte alle (Wagner-)Welt in den Parsifal, der würde locker-lässig achtmal ausverkauft sein. (Mir ist bewusst, dass das die anderen Einzelproduktionen auch sind, nur merkt man schnell wie wenig der aktuelle Holländer noch gefragt ist.) Das ließe sich auch für die Sänger bewerkstelligen, wenn man in einer Aufführung die Cover-Besetzung ran lässt.
    • Aaron schrieb:

      Die Preissteigerungen lassen sich ja nachweisen, besonders in einigen Ticketpreisgruppen. Was denken Sie denn darüber?.
      Ja, es ist wirklich schrecklich! Alles wird ständig billiger, vor allem die Kosten für Opernproduktionen, nur die Karten in Bayreuth steigen perfiderweise ständig an. Dabei würde es doch reichen, den überklugen Aaron zum Gechäftsführer zu machen, und schon wären alle Probleme gelöst. Dass die daraf nicht kommen! Unbegreiflich!


      Aaron schrieb:

      In Bayreuth ist Wagners Meinung nicht nur "eine" Meinung.
      Sondern? Zwei, drei? Wie viele denn?
    • RagnarDanneskjoeld schrieb:

      Ich kenne keinen Wagnerianer, der das bisher kritisiert hat.
      ich schon! Für mich wäre das Ganze dann wie ein Torso. Etwas Wichtiges fehlt einfach. Für mich wäre der Ring in Bayreuth z.B. ohne "Götterdämmerung", wie der Tannhäuser ohne den 3.Akt. Die ganze

      RagnarDanneskjoeld schrieb:

      Mir gefällt auch die Idee, die Neuproduktion häufiger spielen zu lassen.
      Mir auch, sofern das organisatorisch geht, z.B. so:

      RagnarDanneskjoeld schrieb:

      Das ließe sich auch für die Sänger bewerkstelligen, wenn man in einer Aufführung die Cover-Besetzung ran lässt.
      Aber nur dann, wenn es eben keine "Coverbesetzung" sondern eine gleichwertige ist.A und B Besetzungen bringen Ungleichheit in der Qualität.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Aaron ()