Dies und das im Kino

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    • In den Kinos
      Kritik - Dokumentarfilm "Maria by Callas". Neuer Blick auf eine einzigartige Künstlerin
      Nach einem Opernabend in der New Yorker Met sucht der junge französische Fotograf, Schauspieler und Filmemacher Tom Volf im Internet nach Informationen zu Gaetano Donizettis "Maria Stuarda" – und entdeckt eine Sängerin, die ihm bis dahin unbekannt gewesen ist: Maria Callas.
      Erscheinung und Stimme der Sopranistin faszinieren ihn so, dass er sich jahrelang wie besessen in ihre Lebensgeschichte hineingräbt; das Ergebnis ist ein Film über die legendäre Sopranistin.
      "Maria by Callas" heißt die Dokumentation, die am 17. Mai in den deutschen Kinos anläuft.
      br-klassik.de/aktuell/br-klass…entarfilm-kritik-100.html
    • Berliner Silvesterkonzert in österreichischen Kinos
      Vor dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker steht das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker - das Klassikfreunde nicht nur in der Philharmonie der deutschen Hauptstadt erleben können. In 250 Kinos weltweit wird das Berliner Event heuer live übertragen, darunter auch in vier österreichischen Lichtspielhäusern.
      sn.at/kultur/allgemein/berline…eichischen-kinos-63092809
    • "La Traviata" aus dem Royal Opera House Covent Garden am 10.02.2019
      Kino-Übertragung

      Katzenmueller schrieb:

      die wackeren Kämpfer für das Gute, Wahre und Schöne

      Das brachte mich auf eine Idee. Nichts wie hin zu "La Traviata" aus dem ROH, gestern Abend im Kino. "Karl den Atonalen", wie er in München 1965 etwas flapsig genannt wurde, am Radio zu vefolgen, erschien mir da vergleichsweise weniger erstrebenswert.
      Aber nicht wegen der o.g. Kriterien, sondern vor allem wollte ich Ermonela Jaho wieder als Violetta erleben, die mich schon vor einigen Jahren in der Rolle begeistert hatte. Ich hörte sie noch in einem Konzert mit Jonas Kaufmann und natürlich als überwältigende Suor Angelica im "Trittico".
      Und überwältigend, das war sie wieder fürwahr. Seit dem letzten Mal hat sie noch um einiges an Intensität zugelegt. Makellos im Gesang (was für eine vorzügliche, delikate Pianokultur!), riß sie einen durch ihre Ausdrucksstärke mit. Da war Gänsehaut angesagt und Angriffe auf die Tränendrüsen. Apropos Tränen: wie macht sie es nur, so zu singen und dann dabei auch noch zu weinen? Teilweise liefen ihr die Tränen über das Gesicht. "Überzeugend" ist da zu wenig gesagt, ja, sie war eine "wahre", eine echte Violetta und dürfte derzeit konkurrenzlos sein. Vergeßt Angela Gheorghiu....
      Charles Castronovo war ein sehr guter, angenehm warm und leicht baritonal timbrierter Alfredo. Überragend wie sein Bühnenvater, als der in der Vergangenheit Alfredo sang, war er allerdings nicht, seinen besten Moment hatte er im Duett mit Violetta "Parigi o cara". Ich bezweifle, daß man dieses Duett derzeit irgendwo besser hört.
      Plácido Domingo war der stinkstiefelige Vater Germont, der er sein soll. Vom Gesang her gab es nichts auszusetzen, eine gelegentliche Kurzatmigkeit vielleicht, die er durch innere Erregung zu kaschieren wußte, Routinier dazu ist er ja. Unmöglich, daß er 85 J sein sollte. Ich halte das schlicht für Unsinn. Nach wie vor hat er diese unglaubliche Bühnenpräsenz. Von den Bariton-Rollen, die er singt, liegt ihm der Vater Germont sehr gut, die Tessitura kommt ihm entgegen, da hat man nicht das Gefühl, daß da eigentlich ein Tenor singt. Ebenso paßt ihm der Simone Boccanegra, alles andere (Macbeth, Nabucco, Luna, Rigoletto) kann da nicht mithalten. Den Miller habe ich nicht gehört, auch Gianni Schicchi nicht.
      Antonello Manacorda hat dirigiert, sehr gute Akzente gesetzt, lieber wäre mir allerdings noch Antonio Pappano gewesen.
      Die Inszenierung von Richard Eyre ist von 1994 und hat - wie es hieß - Kultcharakter. Die Regie wurde ihm von Georg Solti angetragen, der damals meinte: "Ich habe die "Traviata" noch nie dirigiert und Sie sie nicht inszeniert. Gemeinsam machen wir was Tolles."
      Und das stimmt. Das Bühnenbild ist geschmackvoll und wohltuend dezent, keinesfalls übertrieben. Das Auge hat Ruhe. Was das "Schöne" betrifft: natürlich sehe ich gerne Schönes auf der Bühne. Aber selbstverständlich immer nur dann, wenn es paßt, wenn es dem Werk immanent ist, wie in diesem Fall z.B. bei den beiden Bällen. Jedenfalls deutlich lieber als g'schlamperte Alltagskleidung wie jüngst im "Otello". Wo das seinerseits keineswegs "werkimmanent" war.
      Keine Ahnung, was daran verwerflich sein soll. Erklärt wird das ja grundsätzlich nicht, ist mir auch egal.
      Und ich brauche auch keinen zwangsaktualisierungsbesessenen Regisseur, der mir mit dem erhobenen Zeigefinger erklären will, was ich zu denken habe. Oder eine Regisseurin, die das Werk zu etwas macht, was es nicht ist. Für Relationen, wie und ob ein Stück zu anderen Zeiten etwas zu sagen hat oder nicht, habe ich keine Nachhilfe nötig. Man sollte dem Publikum einfach mal mehr zutrauen.
      Das "Gute": diese Aufführung war gut, mehr noch, hervorragend und zutiefst berührend, vor allem dank einer hinreißenden Ermonela Jaho.
      Ich habe nun in kurzem Abstand zwei Aufführungen aus London gesehen, "Die Walküre" und "La Traviata".
      Das fand ich besser als das, was ich mir in vergleichbarer Zeit an der BSO zu Gemüte führen konnte. Obwohl es nicht live war.
    • ira schrieb:

      Katzenmüller schrieb:

      die wackeren Kämpfer für das Gute, Wahre und Schöne
      Da er womöglich gerade das Libretto zu Тихий Дон von Иван Иванович Дзержинский übersetzt, springe ich gerne in die Lücke:

      Werte Apothekerin, das ändert nichts daran, dass Ihr Befehl, das Gute, Wahre und Schöne zu sehen, sinnlos ist, weil das, was Sie sehen wollen, überhaupt nicht möglich ist. Man kann aber getrost davon ausgehen, dass Sie etwas vermitteln wollten, was Sie für relevant halten, wie das alle Kämpfer für das Gute, Wahre und Schöne getan haben und tun, egal, in welcher Zeit das Werk angesiedelt ist. Sonst müsste man wohl annehmen, dass das Werk nicht in einer Zeit spielt und somit vollkommen zeitlos und wertlos ist, weil das Dargestellte mit der Zeit, in der es angeblich spielt, so gut wie nichts zu tun hat.

      Diese wichtigen Fragen lassen sich sehr leicht beantworten. Man muss nur ein wenig nachdenken: Wenn wir ein Stück haben, wo die Zeit nicht auftritt, ist sie möglicherweise dennoch eine Entität, nämlich dann, wenn ihre Voranschreiten Auswirkungen auf das Geschehen hat, und durch diese Auswirkungen charakterisiert wird, wenn nicht, nicht.

      Andererseits bin ich nicht sicher, ob das Wort »Traviata« wirklich passend ist. Solche Worte werden durch Wiederholung nicht interessanter. Diese Bildungslücke ist leider bedeutender, als Sie denken. Das liegt wohl daran, dass Katholizismus und Bigotterie zusammengehören wie Wasser und Feuchtigkeit. Es haben sich da gewisse Auffassungen herausgebildet, was in diesem Falle lange vor meiner Lebenszeit geschehen ist. Ich kann ja auch, wenn jemand in Zürich ist, sagen, dass er oder sie den »Karl V.« nicht sehen kann, ohne den »Karl V.« erschaffen zu haben. Bleibt allerdings die Frage, wen das wohl interessiert?
    • ira schrieb:

      Ich finde, das ist ausgezeichnet gelungen.
      Gundryggia wollte sich mit einer Persiflage gleich in die Königsklasse begeben. Dabei fiel mir eine Studie ein, bei der den Kandidaten die Wahl zwischen drei Sorten von Aufgaben gelassen wurde: Sehr schwer, normal schwer und leicht. Interessant war, dass sich die intelligentesten Teilnehmer in der Regel nicht für die sehr schweren Aufgaben entschieden. :)
    • Zwischenrufer2 schrieb:

      Wollen Sie einen Musiker, der keinen Ton trifft sobald wieder hören?
      Zwischenrufer, Gundryggia hat genau den Ton getroffen, z. B. wörtlich damit:

      Gundryggia schrieb:

      Zitat Katzenmüller:

      Diese Bildungslücke ist leider bedeutender, als Sie denken. Das liegt wohl daran, dass Katholizismus und Bigotterie zusammengehören wie Wasser und Feuchtigkeit.
      Gespart hat sie sich lediglich die schlimmsten Bösartigkeiten und Unverschämtheiten.
    • ira schrieb:

      Zwischenrufer2 schrieb:

      Wollen Sie einen Musiker, der keinen Ton trifft sobald wieder hören?
      Zwischenrufer, Gundryggia hat genau den Ton getroffen, z. B. wörtlich damit:

      Gundryggia schrieb:

      Zitat Katzenmüller:

      Diese Bildungslücke ist leider bedeutender, als Sie denken. Das liegt wohl daran, dass Katholizismus und Bigotterie zusammengehören wie Wasser und Feuchtigkeit.
      Gespart hat sie sich lediglich die schlimmsten Bösartigkeiten und Unverschämtheiten.
      Was sie damit für einige Teilnehmer aus der "Königsklasse" ausschließt.
    • ira schrieb:

      Zwischenrufer, Gundryggia hat genau den Ton getroffen
      Sie hat einen Text zusammengestellt, der keinen Sinn ergeben soll. Wenn die Beiträge von Katzenmüller so ohne Sinn wären, würden sie mit Sicherheit niemanden auf die berühmte Palme treiben. Warum hat sie das gemacht? Eine Möglichkeit wäre, dass sie mit dem Verständnis der Texte tatsächlich überfordert ist. Das glaube ich eher nicht, aber man kann sich natürlich auch täuschen, was ich ausdrücklich und gerne einräumen möchte. :)
    • ira schrieb:

      "La Traviata" aus dem Royal Opera House Covent Garden am 10.02.2019
      Kino-Übertragung

      ...sondern vor allem wollte ich Ermonela Jaho wieder als Violetta erleben, die mich schon vor einigen Jahren in der Rolle begeistert hatte. Ich hörte sie noch in einem Konzert mit Jonas Kaufmann und natürlich als überwältigende Suor Angelica im "Trittico".
      Und überwältigend, das war sie wieder fürwahr. Seit dem letzten Mal hat sie noch um einiges an Intensität zugelegt. Makellos im Gesang (was für eine vorzügliche, delikate Pianokultur!), riß sie einen durch ihre Ausdrucksstärke mit. Da war Gänsehaut angesagt und Angriffe auf die Tränendrüsen. Apropos Tränen: wie macht sie es nur, so zu singen und dann dabei auch noch zu weinen? Teilweise liefen ihr die Tränen über das Gesicht. "Überzeugend" ist da zu wenig gesagt, ja, sie war eine "wahre", eine echte Violetta und dürfte derzeit konkurrenzlos sein. Vergeßt Angela Gheorghiu....
      Charles Castronovo war ein sehr guter, angenehm warm und leicht baritonal timbrierter Alfredo. Überragend wie sein Bühnenvater, als der in der Vergangenheit Alfredo sang, war er allerdings nicht, seinen besten Moment hatte er im Duett mit Violetta "Parigi o cara".
      Beide singen ab heute in "La Rondine" in Berlin. Ich freue mich...