Parsifal Met 2018 - KFV, Herlitzius, Nikitin, Pape, Nezet-Seguin

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    • Folgendes habe ich gerade bei Facebook gelesen. Weiß aber nicht, ob der Parsifal wirklich im WDR zu sehen oder auf WDR3 zu hören ist.

      Live aus der MET: „Parsifal“ im WDR

      Am besten jetzt schon den Termin vormerken: Am 17. Februar 2018 überträgt der WDR Richard Wagners „Parsifal“ live aus der Metropolitan Opera in New York! Klaus Florian Vogt singt die Titelpartie, die musikalische Leitung hat der neue Musikchef Yannik Nezet-Seguin. In der Pause der Live-Übertragung sendet der WDR ein Interview mit Klaus Florian Vogt.

      Quelle: klaus-florian-vogt.de
    • elsa schrieb:

      Ja. Ursprünglich hatte die Produktion in Lyon Premiere, mit Nikoai Schukoff als Parsifal. Das war wohl eine Art "Probelauf" für NY. Interessanterweise hat Peter Gelb während der Pasifal-Serie 2013 Schukoff als Don Jose engagiert, vielleicht um ein Cover für Kaufmann bei der Hand zu haben (war aber ncht nötig).
      Okay, danke, elsa. Habe ich im Kino gesehen und habe die DVD.
      War großartig, und auch mit Peter Mattei und René Pape. Dabei bleibe ich, denn ich brauche alternativ weder KFV noch Evelyn Herlitzius (statt Dalayman).
    • Das was KFV auf Facebook geschrieben hat, lässt vermuten, dass es eine Übertragung im WDR gibt. Es ist aber dann doch nur eine Live-Übertragung im Radio.

      Die Kombination KFV und Herlitzius ist großartig. In Berlin (vor einigen Jahren) war das für meine Begleitung und mich ein derart intensives Erleben wie schon ewig nicht mehr. Wie die beiden sich gegenseitig ergänzt haben und den ganzen zweite Akt ausgestaltet haben war überwältigend.
    • Wenn die Erwartungen hoch sind, besteht die Gefahr doch allzu schnell enttäuscht zu werden. So oder so ähnlich habe ich das bereits an anderer Stelle mal geschrieben. Auf den Parsifal an der MET habe ich mich aber so sehr gefreut und ihn entgegengefiebert, dass ich meine Erwartungen nicht unterdrücken konnte, so sehr ich mich auch bemühte. Gestern in der MET war es aber so, dass meine hohen Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern auch übertroffen wurden. Dies liegt daran, dass eine ganz wunderbare Besetzung zusammengestellt wurde, wie ich sie schon sehr lange nicht mehr erleben durfte. Das Erlebte war so intensiv und beeindruckend, dass meine Begleitung meinte, Parsifal nie wieder live sehen zu wollen. Mir ging es ähnlich, da ich aber den Parsifal überdurchschnittlich gerne mag, war dies gewiss nicht mein letzter.

      Die Inszenierung (François Girard) ist allgemein bekannt, da sie ja bereits 2013 Premiere hatte. Ich muss zur Inszenierung sagen, dass sie recht ansprechend ist und beeindruckende (manchmal auch beklemmende) Bilder erzeugt. Eine Personenregie habe ich aber vermisst. Die Darsteller bewegten und handelten so, wie man es schon tausende Male gesehen hat. Also keine wirklich neuen Erkenntnisse. Diese Inszenierung ist halt ganz auf die Amerikaner zugeschnitten, obwohl sich doch viele Besucherinnen und Besucher an den vielen Blut im zweiten Aufzug störten und das Bühnenbild (Michael Levine) für sie viel zu modern war.

      Bei dieser doch relativ trivialen und konservativen Regie muss man sich doch glücklich schätzen, solch tollen Darsteller auf der Bühne zu wissen. Allen voran Evelyn Herlitzius, die endlich an der MET zu erleben war. Ihr Debüt war meiner Meinung nach schon lange überfällig und hätte bereits vor 10-15 Jahre stattfinden sollen. Ich habe sie als Kundry bereits schon unzählige Male mit unterschiedlichsten Dirigenten und Inszenierungen gesehen aber noch nie so berührend und leidenschaftlich erlebt. Ihre Stimme wird ja manchmal als rau und schrill bezeichnet, gestern Abend war davon aber nichts zu hören. Zu Beginn schien sie noch etwas nervös und verhalten, dies legte sich aber rasch. Ihr „und lachte“ war gewaltig und stand eine gefühlte Ewigkeit im Raum. Positiv hinzu kommt die eingelegte Generalpause vom Dirigenten, was eine enorme Spannung erzeugte. Klar hat sie eine gewaltige Stimme und diese weiß sie auch überzeugend einzusetzen, dennoch schafft sie traumhaf emotionale Momente „Ich sah das Kind an seiner Mutter Brust“. Darstellerisch brillierte sie und erzeugte Gänsehaut Momente und zog mich im zweiten Aufzug emotional so in den zweiten Aufzug hinein, dass ich mir in der Pause erst einmal einen Gin gönnte. Dem stand Klaus Florian Vogt in nichts nach. Ein idealer Parsifal, der nicht nur optisch was her macht, sondern auch gesanglich glänzte. Ich hatte den Eindruck, dass seine Stimme kräftiger geworden ist und nicht mehr so hell/weich klingt. Dies wirkte auf mich viel authentischer und eindrucksvoller wie noch 2016 in Bayreuth. Schauspielerisch hätte er sich noch etwas mehr Mühe geben können, aber seine stimmliche Entwicklung vom ersten zum dritten Aufzug war diesmal endlich dem eines Parsifals würdig. Was soll man noch zu René Pape sagen? Wer ihn als Gurnemanz erlebt hat weiß wie imposant und eindringlich sein Vortrag ist. So war es auch gestern, dass kann man nicht viel besser machen. Evgeny Nikitin war ein gewaltig böser Klingsor, der voll überzeugte. Dazu gesellt sich Peter Mattei als Amfortas, dessen leidende aber dennoch edle Stimme manchmal unterging.

      Ein vortreffliches Dirigat ist dem baldigen GMD Yannick Nézet-Séguin zu attestieren. So einfühlsam und behutsam wie er mit den Sängerinnen und Sängern umgeht, die sich dadurch wunderbar entfalten können, ist ein Traum. Bei ihm fließt die Musik nicht einfach nur, sie entwickelt sich aus sich selbst heraus, dank einer genialen Balance aus würdevollen und zügigen Tempi. Hoffentlich dirigiert er bald mal in Bayreuth, mit dieser Leistung hat er sich meiner Meinung nach mehr als qualifiziert.
    • The Botanist schrieb:

      Klaus Florian Vogt
      Lieber Botanist, was Sie von Herlitzius schreiben finde ich sehr erfreulich. Ich mag diese Künstlerin auch sehr. KFV - ich sage nur, ich mag ihn nicht. Wenn sie Lust haben, hören Sie doch mal in diesen Ausschnitt rein, es geht ab 0.50 Minute so richtig los. DAS ist für meinen Geschmack ein Parsifal, solche Stimme will ich hören.
      Mattei wäre für mich auch kein Amfortas, da fehlt mir der "Stahl" in der Stimme. Aber Geschmäcker sind halt verschieden... wie beim Gin :D Haben sie mal den Blackwoods 60% probiert? Zieht ganz schön durch den Magen, aber auf der Zunge ist er wunderbar süßlich. Einen schönen Sonntagabend Ihnen!
    • Sehr beeindruckendes Video, da kommt KFV nicht ran. Stimmt.
      An der MET gab es gestern einen recht blumigen Gin (dachte der passt, Zaubergarten usw.), der wirklich gut war, habe aber blöderweise den Namen vergessen.
      Den Blackwoods kenne ich nur mit 40%, aber vielleicht gibt es den mit 60% ja auf dem Rückflug, was mich sehr freuen würde. Ansonsten werde ich ihn im Internet flott bestellen und probieren. :)