La Bohème - Staatsoper

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    • La Bohème - Staatsoper

      Die Vorstellung am 22.12.2017 war wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk! Piotr Beczala und Angela Gheorghiu präsentierten sich in blendender Verfassung. Beide harmonierten prächtig miteinander und steigerten sich im Laufe des Abends. Von den weiteren Sängern bot Grigory Shkarupa als Colline mit schön gesungener Mantel-Arie eine exponierte Leistung. Aber auch Alfredo Daza, der als Marcello auf zu viel Mätzchen verzichtet hat, und Gyula Orendt als Schaunard machten ihre Sache mehr als gut. Einzig Anna Samuil war schriller als ich eine Musette haben möchte. Julien Salemkour dirigierte schwungvoll und dennoch mit viel Rücksicht auf die beiden Stars. Insgesamt war es ein toller Opernabend, meinem ersten im Haus nach der Sanierung. Dass Beczala morgen nicht singt ist zwar sehr schade, dass Vargas einspringt, bringt jedoch irgendwie Farbe ins Spiel, zumal er mir in dieser Rolle fehlt.

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    • Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen außer einigen wenigen Bemerkungen: Beczala brach bei 2-3 Stellen die Stimme mal kurz weg bzw. wackelte doch deutlich, so dass ich fast davon ausgehen würde, dass er tatsächlich krank ist. Aber trotzdem eine super Leistung von ihm, und zusammen mit Gheorghiu (die bei mir sowieso seit dem Verdi-Requiem mit Abbado 2001 einen dicken Stein im Brett hat) stellenweise zum Heulen schön.
      Daza fand ich eher etwas grobschlächtig und pauschal, Samuil (etwa 20 Jahre jünger als Gheorghiu!) mit ihrer blechernen Stimme kurz vor indiskutabel.
      Die Inszenierung ist immer noch zum Davonlaufen, dafür war das Dirigat von Salemkour wirklich gleichermaßen schwungvoll wie sehr aufmerksam gegenüber den Sängern.
    • Nun also Ramón Vargas. Hinweise zur Umbesetzung sind mir in der Staatsoper nicht aufgefallen, eine Ansage hat es auch nicht gegeben. Manch einer wird da überrascht gewesen sein. Die Überraschung war insgesamt sehr positiv. Nach etwas sprödem Beginn sang sich Vargas frei und konnte vor allen Dingen mit seinem beseelten Gesang für sich einnehmen. Beczala verfügt sicher über die schönere Stimme, aber diesen Rückstand hat Vargas durch ein innigeres Rollenporträt ausgeglichen. Angela Gheorghiu fand ich schwächer als am Freitag, aber auch bei mir hat sie seit dem Verdi-Requiem 2001 einen Stein im Brett. Ihr inniger, butterweicher Gesang ist auch heute noch himmlisch. Mit den beiden Hauptsolisten hatte Julien Salemkour gestern mehr zu tun als ihm lieb gewesen sein dürfte, denn es gab einige Ungenauigkeiten. Bei Alfredo Daza gebe ich Friedrich grundsätzlich Recht. Ich habe ihn nie gerne gehört. Da er inzwischen jedoch darauf zu verzichten scheint den Pausenclown zu spielen, kann ich zumindest mit seinem stellenweise poltrigen Gesang leben. In der Tat unerträglich war die Musette von Anna Samuil. Das hatte ich nach der ersten Aufführung noch milde und freundlich formuliert. Dafür, dass die Aufführung tagsüber für ausverkauft erklärt worden ist, gab es recht viele freie Plätze in den Rängen. Für Samstag ist bisher noch Beczala angesetzt. Oder welcher Tenor darf es diesmal sein?
    • Kapellmeister Storch schrieb:

      In der Tat unerträglich war die Musette von Anna Samuil
      Meiner Meinung nach wurde Anna Samuil von Anfang an überschätzt. Ihre Tatjana war solide, aber nichts Herausragendes. Ihre Donna Anna war genauso und im Verlaufe der Jahre, in denen Sie an der Staatsoper engagiert ist, konnte ich mich für sie immer weniger erwärmen. Es gibt sehr viele Sängerinnen dieses Fachs, die ihr ebenbürtig und wesentlich besser sind. Darum wundert es mich nicht, lieber Kapellmeister, daß sie von einer unerträglichen Musette sprechen.
      Überhaupt muß ich einmal sagen, daß ich ihre Beiträge sehr gerne lese, weil sie so fundiert und nachvollziehbar sind.
    • Die letzte Aufführung der "Gheorghiu"-Festtage war vielleicht insgesamt am homogensten. Piotr Beczala war wieder am Start und besser als vor Weihnachten und Angela Gheorghiu war auch wieder in sehr guter Verfassung, so dass es ein Bad in zwei Luxusstimmen würde. Ein sehr schöner Jahresausklang! In der Pause liefen Handwerker mit Leitern im 1 Rang rum. Vielleicht mussten Baumängel noch im alten Jahr behoben werden. Nach der Pause rief jemand Julien Salemkour mehrfach aufgeregt "boh" (kein Schreibfehler) zu. Für mich nicht nachvollziehbar.
    • Besonders vor der Pause war das Orchester oben im 3. Rang Seite so laut zu vernehmen, dass die Sänger fast nicht zu hören waren. Das war mit Sicherheit der Grund für den einzelnen Buh-Rufer. Für mich völlig nachvollziehbar.

      Ist die Akustik durch die Renovierung so verändert worden, dass für den 3.Rang jetzt dieses Problem auftritt und in anderen Bereichen des Hauses nicht?

      Die extrem blecherne UND schrille Stimme von Frau Samuil war mir ein großes Ärgernis - oder genauer gesagt, dass die Verantwortlichen der Staatsoper sie trotzdem singen lassen.
    • Gestern war im 2. Rang so etwa die letzten 20 Minuten des 1. Akts und die ersten 10. Minuten des 2. Akts ein Klirrendes Geräusch zu hören. Da waren wir über den Mann mit der Leiter sehr froh, denn nach der Pause hatten wir ein - von quatschenden Zuschauern abgesehen - normales Opernerlebnis.
      Im 2. Rang waren Sänger und Orchester sehr ausgewogen und präsent zu hören. Das Publikum aber eben auch...
    • TBJKICKERS schrieb:

      Besonders vor der Pause war das Orchester oben im 3. Rang Seite so laut zu vernehmen, dass die Sänger fast nicht zu hören waren. Das war mit Sicherheit der Grund für den einzelnen Buh-Rufer. Für mich völlig nachvollziehbar.

      Ist die Akustik durch die Renovierung so verändert worden, dass für den 3.Rang jetzt dieses Problem auftritt und in anderen Bereichen des Hauses nicht?

      Die extrem blecherne UND schrille Stimme von Frau Samuil war mir ein großes Ärgernis - oder genauer gesagt, dass die Verantwortlichen der Staatsoper sie trotzdem singen lassen.
      In der Vorstellung am 22.12. saβ ich im Parkett und fand das Orchester sehr sängerfreundlich. Meine Schwiegermutter saβ im 3. Rang und beschwerte sich über das furchtbar knallige Orchester. Offensichtlich eher ein Problem des Raums als des Orchesters.
    • Das ist für mich eine Frage mit großer Bedeutung. Der Bereich mit den günstigeren Eintrittskarten wäre damit praktisch nicht nutzbar.

      Im 3. Rang hörte es sich an, als ob das Orchester eine Klangwand aufbaut, hinter der z.B. "gelida manina" und "soave fanciulla" kaum zu hören waren. Ein Ausfüllen des (ja weiterhin kleinen) Saales durch die Stimmen blieb völlig aus.

      Das merkwürdige klirrende Geräusch, das Marcrohde beschrieben hat, habe ich oben auch leise (aus dem mittleren Zuschauerbereich kommend) gehört.

      Freidrich: "saβ ich im Parkett..... Meine Schwiegermutter saβ im 3. Rang"

      HaHa, kann man machen, im Parkett sitzen und die Schwiegermutter in den 3. Rang schicken.